Temporäre Umnutzung von Seitenstreifen an Autobahnen

Temporary use of hard shoulders on motorways as traffic lane

  • Die Freigabe des Seitenstreitens für den fließenden Verkehr hat sich auf einzelnen Autobahnstrecken als bewährtes Mittel erwiesen, um angesichts langer Planungsvorläufe kurzfristig auf Kapazitätsengpässe reagieren zu können. Dabei ist aber volkswirtschaftlich abzuwägen, ob die Verbesserung des Verkehrsablaufs den Verzicht auf den aus Gründen der Verkehrssicherheit und des Betriebsdienstes notwendigen Seitenstreifen rechtfertigen kann. Durch die am 1. Januar 2002 in Kraft getretene Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist nun auch die temporäre Freigabe des Seitenstreifens verkehrsrechtlich eindeutig geregelt. Es wurde ein neues Verkehrszeichen (Z 223 der StVO) eingeführt, mit dem der Seitenstreifen die Bedeutung eines Fahrstreifens erhält. Die temporäre Umnutzung des Seitenstreitens bietet den Vorteil, dass dieser Seitenstreifen in den Schwachlastzeiten in seiner ursprünglichen Funktion zur Verfügung steht. Nachteilig ist jedoch der hohe technische Aufwand für die Einrichtung und den Betrieb einer temporären Umnutzung. Dies wird aus den entwickelten Musterplänen für die Beschilderung und Markierung deutlich. Zusätzlich stellt die neue Regelung hohe Anforderungen an den Kraftfahrer. Das sich bereits bei den Pilotversuchen abzeichnende Risiko von Fehlnutzungen erfordert eine sorgfältige Planung und einen bedarfsangemessenen Betrieb dieser Maßnahmen. Die zahlreichen Planungsinitiativen lassen jedoch erwarten, dass die temporäre Umnutzung von Seitenstreifen künftig öfter im deutschen Autobahnnetz anzutreffen sein wird.
  • Opening the hard shoulder for through traffic has proven to be an appropriate strategy to eliminate bottlenecks on individual motorway segments quickly compared to the usual planning process for reconstruction. Therefore, in any individual case the improvement of traffic flow has to be balanced against the missing hard shoulder, which is considered to be an important element of the cross section for safety and maintenance reasons. Since January 1st, 2002 temporary opening of the hard shoulder is formally regulated by the German Road Traffic Regulations (StVO). A new traffic sign (number 223 StVO) has been developed. By showing the sign the hard shoulder is converted into a normal traffic lane. The benefit of the temporary use of the hard shoulder is to provide a shoulder for emergency and maintenance purposes during off-peak hours, that means most of the time. This has to be compared with the great expense for the technical equipment required for control and operation. Model layouts have been developed including variable signing and markings. Furthermore, planning and traffic-actuated operation have to be carried out carefully in order to achieve the required acceptance and behaviour by the drivers as pilot projects already showed a certain risk of misunderstanding and incorrect use. Since numerous projects are currently being planned, the temporary use of hard shoulders as traffic lanes is going to play a certain role in the German motorway network in the future.

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Metadaten
Author:Kerstin Lemke
Document Type:Article
Language:German
Date of Publication (online):2015/03/25
Release Date:2015/03/25
Tag:Autobahn; Benutzung; Fahrstreifen; Kapazität (Straße); Provisorisch; Seitenstreifen (befestigt); Sicherheit; Straßenverkehrsrecht; Verkehrsfluss; Verkehrssteuerung; Verkehrszeichen; Veränderung
Capacity (road; Hard shoulder; Modification; Motorway; Safety; Temporary; Traffic control; Traffic flow; Traffic lane; Traffic regulations; Traffic sign; Use; footway)
Source:Straßenverkehrstechnik. - 47 (2003), H. 8, S. 409-413
Institutes:Abteilung Straßenverkehrstechnik / Abteilung Straßenverkehrstechnik
Dewey Decimal Classification:6 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 62 Ingenieurwissenschaften / 620 Ingenieurwissenschaften und zugeordnete Tätigkeiten
collections:BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 73 Verkehrsregelung

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