Erhebung der Nutzungshäufigkeit von Smartphones im Pkw-, Rad- und Fußverkehr 2024
Analysis of smartphone usage frequency in car, bicycle and pedestrian traffic 2024
- Smartphones sind aus dem modernen Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie dienen als Kommunikationsmittel, Informationsquelle und multifunktionales Werkzeug, das zahlreiche Bereiche des Lebens bereichert und vereinfacht. Auch im Verkehr haben Smartphones erheblich an Bedeutung gewonnen. Sie werden als Navigationshilfen, für Verkehrs-Apps oder zur Organisation von Mobilitätsdiensten wie Carsharing und Ridehailing genutzt. Gleichzeitig bergen sie jedoch erhebliche Risiken, insbesondere durch die Ablenkung, die bei ihrer Nutzung entstehen kann. In dieser Studie wurde die Nutzung von Smartphones und anderen technischen Geräten bei Pkw-Fahrenden, Radfahrenden und Zufußgehenden mittels Vor-Ort-Beobachtungen systematisch erfasst. Die Datenerhebung fand von April bis September 2024 in 14 Erhebungsgemeinden in Deutschland statt. Die Beobachtungen wurden standortabhängig von Montag bis Freitag zwischen 7:00 und 18:00 Uhr sowie samstags für den Fuß- und Radverkehr zwischen 9:00 und 15:30 Uhr und im Pkw-Verkehr standortabhängig zwischen 9:00 und 16:00 Uhr durchgeführt. Zur Erfassung der Punktprävalenz kamen Tablets mit einer speziell entwickelten Eingabemaske zum Einsatz. Anschließend wurden die erhobenen Daten einer umfassenden Qualitätskontrolle unterzogen und auf Basis der MiD2017-Befragungsdaten gewichtet. Die gewichteten Beobachtungsdaten umfassen 49.724 Zufußgehende, 46.953 Radfahrende und 79.678 Pkw-Fahrende. Im Rahmen der Studie wurden differenzierte Nutzungsarten von Smartphones und anderer technischer Geräte analysiert. Im Wesentlichen erfolgt eine Unterteilung der Nutzungsart in aktive Nutzung und potenzielle Nutzung sowie die Nutzungsbereitschaft. Die zentralen Befunde lassen sich wie folgt zusammenfassen: Die Prävalenz der aktiven Nutzung von Smartphones und anderen technischen Geräten unter Zufußgehenden lag zum Beobachtungszeitpunkt bei 7,8 %. Weitere 4,6 % nutzen ein Gerät potenziell und 4,1 % zeigten eine Bereitschaft zur Nutzung. Unter den Radfahrenden lag die Prävalenz der aktiven Nutzung von Smartphones und anderen technischen Geräten bei 2,4 %. In 8,8 % der beobachteten Fälle wurde eine potenzielle Nutzung erfasst und 0,2 % zeigten eine Bereitschaft zur Nutzung. Bei den Pkw-Fahrenden wurde eine Prävalenz der aktiven Nutzung von Smartphones und anderen technischen Geräten von 4,5 % dokumentiert. Weitere 3,9 % zeigten eine potenzielle Nutzung. Nutzungsbereitschaft wurde im Pkw-Verkehr nicht erhoben. Die Daten zeigen also, dass im Fußverkehr etwa jede dreizehnte Person eine aktive Nutzung aufwies. Im Radverkehr wurde etwa jede vierzigste Person bei der aktiven Nutzung eines Smartphones oder anderen technischen Geräts beobachtet. Im Pkw-Verkehr war es etwas mehr als jede zwanzigste Person. Die Nutzung im Straßenverkehr variiert je nach Verkehrsbeteiligungsart, Tageszeit, Standort und demografischen Merkmalen. Im Wochenverlauf wurde vor allem zu Beginn der Woche eine hohe aktive Nutzung beobachtet. Im Tagesverlauf zeigte sich, dass Pkw-Fahrende vormittags häufiger abgelenkt waren, während Radfahrende und Zufußgehende am Abend verstärkt Smartphones und andere technische Geräte nutzten. Regionale Unterschiede waren ebenfalls deutlich: In Metropolen war die aktive Nutzung im Fußverkehr am höchsten, im Radverkehr in zentralen Städten ländlicher Gebiete, während Pkw-Fahrende besonders häufig im kleinstädtischen Raum ländlicher Regionen Smartphones oder andere technische Geräte verwendeten. Pkw-Fahrende zeigten die höchsten Nutzungsraten auf Autobahnen, Radfahrende im Mischverkehr und Zufußgehende an Querungsstellen mit Fahrbahnteiler. Männer nutzten häufiger Smartphones oder andere technische Geräte als Frauen, besonders im Radverkehr. Jüngere Verkehrsteilnehmende (<25 Jahre) wiesen insgesamt die höchsten Nutzungsraten auf, während ältere Personen (>65 Jahre) seltener zu ihren Smartphones oder anderen technischen Geräten griffen. Ein weiterer Befund, der sich über alle Arten der Verkehrsbeteiligung hinweg feststellen ließ, ist die verstärkte Nutzung von Smartphones und anderen technischen Gräten bei Verkehrsteilnehmenden, die alleine unterwegs waren. Ohne die Anwesenheit einer Begleitperson lagen die Nutzungsraten teils deutlich höher. Der Vergleich mit der letzten Beobachtungsstudie zeigt: Im Fußverkehr stieg die aktive Nutzungsrate signifikant von 7,4 % (2022) auf 7,8 % (2024), besonders bei unter 25-Jährigen (+1,1 Prozentpunkte). Im Radverkehr sank die aktive Nutzung, mit einem signifikanten Abfall bei den unter 25-Jährigen (-1,1 Prozentpunkte) und einem Rückgang bei den über 65-Jährigen (-1,8 Prozentpunkte). Im Pkw-Verkehr sank die aktive Nutzung von 4,9 % auf 4,5 %, mit den stärksten Rückgängen bei unter 25-Jährigen (-2,8 Prozentpunkte) und innerorts (-1,5 Prozentpunkte).
- Smartphones have become an integral part of modern daily life. They serve as communication tools, sources of information, and multifunctional devices that enrich and simplify various aspects of life. In transportation, smartphones have gained significant importance as well. They are used for navigation, traffic apps, and organizing mobility services such as carsharing and ridehailing. However, they also pose substantial risks, particularly due to the distractions that can arise during their use. This study systematically recorded the use of smartphones and other electronic devices among drivers, cyclists, and pedestrians through on-site observations. Data collection took place from April to September 2024 in 14 municipalities across Germany. The observations were conducted depending on the location from Monday to Friday between 7:00 and 18:00, as well as on Saturdays for pedestrian and cyclists between 9:00 and 15:30, and for car drivers depending on the location between 9:00 and 16:00. The collected data were subjected to a comprehensive quality control process and weighted based on the MiD2017 survey data. The weighted observation data included 49,724 pedestrians, 46,953 cyclists, and 79.678 drivers. The study analyzed the differentiated usage patterns of smartphones and other electronic devices. Essentially, the usage was divided into active usage, potential usage and willingness to use. The key findings are: At the time of the observation, the prevalence of active usage of a smartphone or another electronic device among pedestrians was 7.8 %. An additional 4.6 % used a device potentially and 4.1% showed willingness to use it. Among cyclists, the prevalence of active usage was 2.4 %. Furthermore, in 8.8 % of the observed cases, individuals potentially use a device, and 0.2 % showed willingness to use it. The prevalence of active usage among drivers was 4.5 % at the time of observation, while 3.9 % showed a potential usage. While approximately one in thirteen pedestrians showed active use, the active usage rate among cyclists was lower, with about one in forty observed using a smartphone or other electronic device. In car traffic, active use was observed in slightly more than one in twenty drivers. Usage in traffic varies by mode, time of day, location, and demographic characteristics. High levels of active use were recorded for all modes at the beginning of the week. In the course of a day, car drivers were more frequently distracted in the morning, while cyclists and pedestrians increasingly used smartphones and other devices in the evening. Regional differences were also evident: active use among pedestrians was highest in metropolitan areas; among cyclists, it was highest in central towns of rural regions and car drivers most frequently used devices in small towns within rural regions. Car drivers used devices most on highways, cyclists in mixed traffic, and pedestrians at crossings without traffic lights but with lane delineators. Men used electronic devices more frequently than women, especially among cyclists. Younger road users (< 25 years) showed the highest overall usage rates, whereas older individuals (> 65 years) were less likely to use devices. Another general finding that applies across all modes of traffic participation is the increased use of smartphones and other electronic devices by road users traveling alone. In the absence of a companion, they appear more likely to engage with their device. Comparison with the previous observational study reveals that active use in pedestrian traffic increased significantly from 7.4 % (2022) to 7.8 % (2024), especially among those < 25 years (+1.1 percentage points). In cycling traffic, active use declined, with a significant decrease among those < 25 years (−1.1 percentage points) and a decline among those > 65 years (−1.8 percentage points). In car traffic, active use fell from 4.9 % to 4.5 %, with the largest decreases among < 25 years (−2.8 percentage points) and in urban areas (−1.5 per-centage points).
| Author: | Tim La Guardia, Walter Funk, Sebastian Rauch, Aleksandra Pušica, Thorsten Kathmann |
|---|---|
| DOI: | https://doi.org/10.60850/bericht-m363 |
| ISBN: | 978-3-95606-917-8 |
| ISSN: | 0943-9315 |
| Series (Serial Number): | Berichte der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen, Reihe M: Mensch und Sicherheit (363) |
| Publisher: | Fachverlag NW in der Carl Ed. Schünemann KG |
| Place of publication: | Bremen |
| Contributor(s): | Raphael Irimie, Michelle Ndoping, Ramona Porzner, Alexander Schnös |
| Other Person(s): | Thorsten Hermes, Christian Müller, Jörg Stöver |
| Document Type: | Book |
| Language: | German |
| Date of Publication (online): | 2026/02/02 |
| Date of first publication: | 2026/02/02 |
| Publishing institution: | Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) |
| Release Date: | 2026/02/02 |
| Tag: | Benutzung; Datenerfassung; Deutschland; Fahrer; Fahrzeugführung; Forschungsbericht; Frequenz; Fußgänger; Pkw; Radfahrer; Smartphone; Verkehrsuntersuchung Car; Cyclist; Data acquisition; Driver; Driving (veh); Frequency; Germany; Pedestrian; Research report; Smartphone; Traffic survey; Use |
| Number of pages: | 189 |
| Comment: | Projekt-Nr.: 82.0818 Projekttitel: Erhebung der Nutzungshäufigkeit von Smartphones im Pkw-, Rad- und Fußverkehr 2024 Fachbetreuung: Martina Suing Referat: Grundlagen des Verkehrs- und Mobilitätsverhaltens |
| Institutes: | Abteilung Verhalten und Sicherheit im Verkehr |
| Dewey Decimal Classification: | 6 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 62 Ingenieurwissenschaften / 620 Ingenieurwissenschaften und zugeordnete Tätigkeiten |
| Licence (German): | BASt / Link zum Urhebergesetz |



