- search hit 1 of 1
Fortführung der Bestimmung von fahrzeugtechnischen Safety Performance Indikatoren aus der Bewertung von Euro NCAP (Jahre 2020 - 2023)
Continuation of the determination of vehicle technology-related Safety Performance Indicators based on Euro NCAP Assessment Results (years 2020 - 2023)
- Das European New Car Assessment Programme (Euro NCAP) ist ein verbraucherschutzorientiertes Programm zur Bewertung der Sicherheit von - in der Regel - neuen Kraftfahrzeugmodellen. Das Programm gibt es seit 1997, seit 2009 besteht die Bewertung aus 4 Bausteinen (1. Schutz erwachsener Insassen; 2. Schutz von Kindern im Fahrzeug; 3. Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer; 4. Ausstattung mit Fahrerassistenzsystemen). Im Projekt „Entwicklung eines Verfahrens zur Generierung eines Safety Performance Indikators aus der Bewertung von Euro NCAP“ (FE 82.0736/2019) der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen wurden die Ergebnisse der ab 2009 in Euro NCAP getesteten Modelle benutzt, um mittels deren Übertragung auf die gesamte inländische Pkw-Flotte einen Safety Performance Indikator (SPI) für den Pkw-Bestand mehrerer aufeinander folgender Jahre (2013 bis 2019) zu bilden. Das zentrale Ziel der vorliegenden Studie besteht darin, den im Rahmen der Vorgängeruntersuchung bis 2019 generierten SPI zur Fahrzeugsicherheit für die Jahre 2020 bis 2023 fortzuschreiben (pro Kalenderjahr). Darüber hinaus soll mittels statistischer Regressionsmodelle der Bezug des SPI zum realen Unfallgeschehen hergestellt und der im EU-Projekt „Baseline“ vorgeschlagene Indikator (KPI) zur Fahrzeugsicherheit berechnet und ausgewiesen werden. Das Grundkonzept bei der Generierung des SPI besteht darin, die in Euro NCAP getesteten Fahrzeugmodelle (bzw. bestimmte Generationen eines Modells) im Gesamt-Pkw-Bestand eines Jahres zu identifizieren und die Testergebnisse allen im Bestand enthaltenen Fahrzeugen dieser Modellgeneration zuzuweisen, was im Grundsatz einer Hochrechnung entspricht. Letztlich geht es also um eine Verknüpfung von Euro NCAP-Daten und den Pkw-Bestandsdaten des Zentralen Fahrzeugregisters (ZFZR) für die Jahre 2020 bis 2023. Wie im Vorläuferprojekt bestand ein wesentlicher Schritt bei der Generierung des SPI zur Fahrzeugsicherheit darin, die Euro NCAP-Testergebnisse der verschiedenen Jahre im Hinblick auf die im Zeitverlauf geänderten Testprozeduren vergleichbar zu machen. Hierfür wurde eine Projektgruppe bestehend aus Experten der BASt in den Bereichen Aktive und Passive Fahrzeugsicherheit gebildet, welche die Aufgabe hatte, je Baustein zu quantifizieren, wie sich diese Veränderungen der Testprozeduren auf die Fahrzeugbewertung auswirken. Als Referenz wurden die Testbedingungen des Jahres 2020 festgelegt. Für die Verknüpfung von Euro NCAP- und Pkw-Bestandsdaten waren zunächst die zwischen 2009 und 2019 im Rahmen von Euro NCAP getesteten Fahrzeugmodelle in den aktuell betrachteten ZFZR-Beständen (1.1.2021 bis 1.1.2024) zu identifizieren und - falls noch gültig - den im Bestand vorhandenen Fahrzeugen das jeweils erzielte (und auf das Referenzjahr 2020 normierte) Testergebnis zuzuweisen. Weiterhin mussten die - neu berechneten - Euro NCAP-Ergebnisdaten (Anteil erreichter Punkte, Anzahl Sterne) für die ab 2020 getesteten Pkw-Modelle mit den aktuellen ZFZR-Beständen (1.1.2021 bis 1.1.2024) verknüpft werden (über die ZFZR-Merkmale Fabrikatcode, Modellcode und - zur Abbildung der Modellgeneration - Jahr der Erstzulassung). Im Ergebnis konnte im Durchschnitt über die hier betrachteten 4 Bestandsjahre (Stichtage: 1.1.2021 bis 1.1.2024) von den neueren Fahrzeugen (Erstzulassungsjahr ab 2009) über 81 % eine Euro NCAP-Bewertung zugeordnet werden. Bei Pkw ohne Bewertung wurde ein Imputationsverfahren angewandt. Analog zur Vorgängerstudie wurden insgesamt vier (bausteinspezifische) Safety Performance Indikatoren gebildet, die auf den neu berechneten und vereinheitlichten Fahrzeugbewertungen aus Euro NCAP basieren. Bei den genannten Indikatoren handelt es sich um Durchschnittswerte der Sicherheitsbewertung der im ZFZR erfassten Pkw. Aus diesen vier Indikatoren wurde dann noch ein Safety Performance Gesamtindikator mittels gewichtetem Mittelwert berechnet. Aufgrund der identischen Berechnungsweise und der Normierung aller Euro NCAP-Testergebnisse auf das Referenzjahr 2020 konnten die für 2013 bis 2019 vorliegenden Zeitreihen der vier bausteinspezifischen SPI-Werte sowie des SPI-Gesamtwerts konsistent auf den Zeitraum bis 2023 erweitert werden. Im Ergebnis setzen die im aktuellen Vorhaben erzeugten Indikatorwerte für die Jahre 2020 bis 2023 die - im Vorgängerprojekt ermittelten - steigenden Trends fort. In allen Jahren erzielt Baustein 2 (Schutz von Kindern im Fahrzeug) die beste und Baustein 4 (Assistenzsysteme) die niedrigste Bewertung, verzeichnet dafür aber im Zeitverlauf die stärksten Zuwächse. Aufgrund der Normierung der Testergebnisse auf das Referenzjahr 2020 manifestiert sich darin ein realer Zuwachs an Fahrzeugsicherheit in der Pkw-Flotte. Gliedert man die Indikatoren nach Pkw-Segment, so nehmen SUV’s und Geländewagen fast durchgängig die vorderen Plätze ein, wobei es sich bei diesen beiden Segmenten um diejenigen mit dem geringsten Anteil an „Altfahrzeugen“ (Erstzulassung vor 2009) handelt. Die größte Dynamik hinsichtlich der zeitlichen Entwicklung der SPI‘s findet sich bei Fahrzeugen der Oberklasse. Im Rahmen der Unfallanalyse wurden log-lineare Regressionsmodelle gerechnet, um den Einfluss der vier SPI auf die jeweils entsprechenden Unfallmerkmale (verunglückte Pkw-Insassen, Fußgänger und Radfahrer, unfallbeteiligte Pkw) zu ermitteln. Darüber hinaus wurde der Zusammenhang zwischen dem SPI-Gesamtwert und den resultierenden monetären volkswirtschaftlichen Unfallkosten analysiert. Die entsprechenden Auswertungen zeigten in allen Fällen, dass ein höherer Wert des Safety Performance Indikators mit einer geringeren Zahl an verunglückten Personen bzw. unfallbeteiligten Pkw einhergeht. Zu berücksichtigen ist, dass dieser positive Sicherheitsbeitrag des jeweiligen SPI zwar überwiegend, aber nicht in allen Fällen statistisch signifikant ist. Ergänzend zu dem im Vorgängerprojekt entwickelten nationalen SPI zur Fahrzeugsicherheit wurde im aktuellen Forschungsvorhaben erstmals auch der in den EU-Projekten „Baseline“ bzw. „Trendline“ vorgeschlagene Key Performance Indicator (KPI) zur Fahrzeugsicherheit auf Basis der Euro NCAP- und ZFZR-Daten berechnet und ausgewiesen. Dieser basiert auf dem Anteil an Neufahrzeugen (Pkw), bei denen das entsprechende Modell im Euro NCAP-Test 5 oder mindestens 4 Sterne (2 Varianten) erreicht hat. Im Jahr 2026 ist eine grundlegende Revision des Euro NCAP-Testprogramms geplant. Es wird empfohlen, frühzeitig zu untersuchen, wie die SPI-Zeitreihe konsistent weitergeführt werden kann.
- The European New Car Assessment Program (Euro NCAP) is a consumer protection-oriented program for assessing the safety of - generally - new motor vehicle models. The program has been in existence since 1997, and since 2009 the assessment has consisted of 4 Boxes (1. adult occupant protection; 2. child occupant protection; 3. vulnerable road user protection; 4. safety assistance systems). In the project “Method Development Study on Generating a Safety Performance Indicator based on Euro NCAP assessment results” (FE 82.0736/2019) of the Federal Highway and Transport Research Institute, the results of the car models tested in Euro NCAP from 2009 onwards were used to generate a Safety Performance Indicator (SPI) for the German passenger car fleet of several consecutive years (2013 to 2019) by transferring them to the entire domestic passenger car fleet. The central objective of this study is to update the SPI on vehicle safety generated in the previous study up to 2019 for the years 2020 to 2023 (per calendar year). In addition, statistical regression models will be used to establish the relationship between the SPI and real-life accidents and the indicator (KPI) for vehicle safety proposed in the EU “Baseline” project will be calculated and reported. The basic concept for generating the SPI is to identify the vehicle models (or specific generations of a model) tested in Euro NCAP in the total passenger car population of a year and to assign the test results to all vehicles of this model generation in the population, which in principle corresponds to an extrapolation. Ultimately, it is about linking Euro NCAP data and passenger car fleet data from the Central Vehicle Register (ZFZR) for the years 2020 to 2023. As in the previous project, a key step in generating the SPI on vehicle safety was to make the Euro NCAP test results from different years comparable with regard to the changes in test procedures over time. For this purpose, a project group consisting of BASt experts in the areas of active and passive vehicle safety was formed, whose task it was to quantify the impact of these changes in test procedures on the vehicle assessment for each Box. The test conditions for 2020 were defined as a reference. First, for the linking of Euro NCAP and passenger car inventory data, the vehicle models tested between 2009 and 2019 as part of Euro NCAP had to be identified in the currently considered ZFZR inventories (1.1.2021 to 1.1.2024) and - if still valid - the respective test result achieved (and standardized to the reference year 2020) had to be assigned to the vehicles in the inventory. Furthermore, the - newly cal-culated - Euro NCAP result data (percentage of points achieved, number of stars) for the passenger car models tested from 2020 onwards had to be linked to the current ZFZR stocks (1.1.2021 to 1.1.2024) (via the ZFZR characteristics make code, model code and - to approximate the model generation - year of first registration). As a result, an Euro NCAP rating could be assigned to over 81% of the newer vehicles (first registration year from 2009) over the 4 inventory years considered here (reference dates: 1.1.2021 to 1.1.2024). An imputation procedure was used for passenger cars without a rating. As in the previous study, a total of four (Box-specific) safety performance indicators were created based on the newly calculated and standardized vehicle ratings from Euro NCAP. These indicators are average values of the safety ratings of the passenger cars included in the ZFZR. An overall safety performance indicator was then calculated from these four indicators using a weighted average. Due to the identical calculation method and the standardization of all Euro NCAP test results to the reference year 2020, the time series of the four Box-specific SPI values and the overall SPI value available for 2013 to 2019 could be consistently extended to the period up to 2023. As a result, the indicator values generated in the current project for the years 2020 to 2023 continue the rising trends identified in the previous project. In all years, Box 2 (child occupant protection) achieves the best rating and Box 4 (safety assistance system) the lowest, but shows the strongest growth over time. Due to the standardization of the test results to the reference year of 2020, this manifests a real increase in vehicle safety in the passenger car fleet. If the indicators are broken down by passenger car segment, SUVs and off-road vehicles almost consistently occupy the top positions, with these two segments having the lowest proportion of “old vehicles” (first registration before 2009). The greatest dynamics in terms of the development of SPI's over time can be found in luxury class vehicles. As part of the accident analysis, log-linear regression models were calculated in order to determine the influence of the four SPIs on the respective accident characteristics (injured car occupants, pedestrians and cyclists, accident involved cars). In addition, the relationship between the overall SPI value and the resulting monetary economic accident costs was analysed. The statistical evaluations showed in all cases that a higher value of the Safety Performance Indicator is associated with a lower number of casualties or cars involved in accidents. It should be taken into account that this positive safety contribution of the respective SPI is statistically significant in most cases, but not in all cases. In addition to the national SPI for vehicle safety developed in the previous project, the Key Performance Indicator (KPI) for vehicle safety proposed in the EU projects “Baseline” and “Trendline” was also calculated and reported for the first time in the current research project on the basis of the Euro NCAP and ZFZR data. This is based on the proportion of new vehicles (passenger cars) in which the corresponding model has achieved 5 or at least 4 stars (2 variants) in the Euro NCAP test. A fundamental revision of the Euro NCAP test program is planned for 2026. It is recommended to examine at an early stage how the SPI time series can be continued consistently.
| Author: | Marcus Bäumer, Manfred Pfeiffer |
|---|---|
| DOI: | https://doi.org/10.60850/bericht-f176 |
| ISBN: | 978-3-95606-926-0 |
| ISSN: | 0943-9307 |
| Series (Serial Number): | Berichte der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen, Reihe F: Fahrzeugtechnik (176) |
| Publisher: | Fachverlag NW in der Carl Ed. Schünemann KG |
| Place of publication: | Bremen |
| Document Type: | Book |
| Language: | German |
| Date of Publication (online): | 2026/03/11 |
| Date of first publication: | 2026/03/11 |
| Publishing institution: | Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) |
| Release Date: | 2026/03/11 |
| Number of pages: | 67 |
| Comment: | Projekt-Nr.: 86.0098 Projekttitel: Fortführung der Bestimmung von fahrzeugtechnischen Safety Performance Indikatoren aus der Bewertung von Euro NCAP Fachbetreuung: Adrian Hellmann Referat: Aktive Fahrzeugsicherheit und Fahrerassistenzsysteme |
| Institutes: | Abteilung Fahrzeugtechnik |
| Dewey Decimal Classification: | 6 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 62 Ingenieurwissenschaften / 620 Ingenieurwissenschaften und zugeordnete Tätigkeiten |
| Licence (German): | BASt / Link zum Urhebergesetz |



