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Verkehrssicherheit von Überquerungsstellen für Fußgänger und Radfahrer über Straßenbahn- und Stadtbahnstrecken

Traffic safety of crossing points for pedestrians and cyclists via tram and light rail lines

  • Verkehrssicherheit von Überquerungsstellen für Fußgänger und Radfahrer über Straßenbahn- und Stadtbahnstrecken Unfälle zwischen Straßenbahnen und Fußgängern oder Radfahrern treten im absoluten Vergleich zu den übrigen Straßenverkehrsunfällen in Deutschland glücklicherweise relativ selten auf. Sie finden durch die in der Regel weitreichenden Folgen (teils schwere Personenschäden, längere Betriebsstörung) ein großes Medienecho. In der öffentlichen Wahrnehmung erlangt das Thema daher, auch befördert durch die mediale Berichterstattung, eine steigende Bedeutung. Die vorliegende Arbeit hatte zum Ziel, mögliche Einflüsse der Infrastruktur auf das Verhalten von Personen beim Queren der Straßenbahngleise an den dafür vorgesehenen Übergängen zu identifizieren und zu analysieren. Zur Zielerreichung wurden verschiedene Methoden angewendet. Neben einer umfassenden Analyse bisheriger Erkenntnisse zur Sicherheit an Gleisquerungen wurden folgende Arbeitsschritte durchgeführt: eine bundesweit angelegte Bestandsanalyse bezüglich der Bauform und Ausstattung von Gleisquerungen sowie eine bundesweit angelegte Analyse der Unfälle an diesen Stellen über einen Zeitraum von sieben Jahren; weiterhin eine Verkehrsbeobachtung und eine Passantenbefragung sowie Sicherheitsanalysen (Plan- und Bestandsaudits) an ausgewählten Gleisquerungen in vier Städten. Die Analyse des Bestands an Gleisquerungen in Deutschland zeigte, dass vor allem bundesweit betrachtet ein sehr heterogenes Gestaltungsbild hinsichtlich der Kombinationen von Bauform, Signalisierung und Ausstattung besteht. Die Unfallanalyse bestätigte, dass Unfälle an Gleisquerungen über besondere und unabhängige Bahnkörper der Straßenbahnen sehr seltene Ereignisse und eher Einzelereignisse sind. Systematische Zusammenhänge mit der Infrastruktur konnten nicht identifiziert werden. Diese Erkenntnis wurde durch die Verkehrsbeobachtung gestützt. Von 17.431 beobachteten Querungsvorgängen wurden auf Basis objektiver Kriterien mithilfe der Post Encroachment Time (PET) lediglich 477 ermittelt, bei denen eine detaillierte Analyse der jeweiligen Interaktion erfolgte. Es zeigte sich, dass es zwar zu klar erkennbaren Interaktionen kam, aber keiner dieser Querungsvorgänge als kritisch einzustufen war (im Sinne einer drohenden Kollision). Auch nicht bei den 48 Interaktionen mit einer PET von zwei Sekunden oder darunter. Diese Interaktionen fanden in der Regel an Gleisquerungen mit Zugang zu einem Bahnsteig statt, bei denen die Straßenbahn in der Haltestelle stand oder gerade langsam anfuhr. Auch die Sicherheitsanalyse der Gleisquerungen förderte keine systematischen Defizite zu Tage. Vielmehr als die Infrastruktur scheint das Verhalten der Personen an Gleisquerungen eine größere Rolle für Unfälle an diesen Stellen zu spielen. So wurde beispielsweise die eigene Unaufmerksamkeit als häufigster Grund für eine persönlich erlebte Gefahrensituation an einer Gleisquerung angegeben. Dass ablenkende Tätigkeiten wie die Benutzung eines Mobiltelefons die Aufmerksamkeit verringern und auch zu mehr Unfällen führen können, wurde inzwischen in verschiedenen Studien nachgewiesen. So könnte eine der Ursachen für die in Deutschland (und anderen Ländern) tendenziell ansteigende Zahl der Unfälle an Gleisquerungen in derartigem Verhalten liegen. Eine in diesem Zusammenhang zunehmende Anzahl an Berichten durch die Polizei oder in der Presse lassen dies vermuten. In der Verkehrsbeobachtung im Rahmen dieses Projektes konnte diese These aufgrund der geringen Anzahl von nennenswerten Interaktionen nicht bestätigt werden. Dass diese Tätigkeiten vom Verkehrsgeschehen ablenken können, ließ sich allerdings beobachten, ohne dass es dabei zu kritischen Konflikten gekommen ist. Eine lückenlose Erhebung bezüglich solcher Ablenkungen war aufgrund datenschutzrechtlicher Vorgaben nicht möglich (nicht geeignete Bildausschnitte und Bildqualität). Auch die Unfallanalyse ließ keine weiteren Rückschlüsse über nicht angemessenes Verhalten zu, da Unfallursachen (z. B. Missachtung von Lichtsignalen) nur sehr lückenhaft erfasst wurden. Insgesamt ist festzustellen, dass es sich bei Gleisquerungen über Bahnkörper der Straßenbahn grundsätzlich um Verkehrsanlagen mit einem hohen Sicherheitsniveau handelt. Um diesen Entwurfs- Standard zu erhalten und entsprechende Vorgaben umzusetzen, sollte weiterhin eine kontinuierliche Verkehrssicherheitsarbeit angestrebt bzw. konsequent fortgeführt werden. Fester Bestandteil dieser Arbeit sollten die Verkehrsschau und das Sicherheitsaudit an Gleisquerungen sein. Beide Verfahren dienen dazu, Orte mit ihren spezifischen Eigenschaften zu analysieren und mögliche Defizite zu vermeiden bzw. schnellstmöglich zu erkennen und so mögliche Unfälle zu verhindern. Aufgrund der Erkenntnisse aus der Befragung wird Verbesserungspotenzial im Sinne einer weitergehenden Angleichung von Verkehrszeichen und Gestaltungselementen (Standardisierung) gesehen. Elemente, welche die Aufmerksamkeit an Gleisquerungen für Fußgänger und Radfahrer verbessern oder unterstützen können (z. B. Warnhinweise oder die Verlängerung von Absperrelementen zur Vermeidung von Trampelpfaden), sollten für die Passanten wahrnehmbar sein, um verkehrssicheres Verhalten aktiv zu unterstützen. Das Ziel, die Aufmerksamkeit zu verbessern, bedeutet dabei nicht automatisch mehr Technik einzusetzen (z. B. Signalisierung). Dies hat sich beispielsweise in mehreren analysierten Untersuchungen zum Einsatz sogenannter Bodenwarnleuchten gezeigt. Wenn Technik eingesetzt wird, sollte diese verlässlich sein und Situationen eindeutig kennzeichnen. Bei Gleisen in Mittellage einer Straße sollten die Gleisquerungen auch für den Kraftfahrzeugverkehr wahrnehmbar gekennzeichnet und im besten Fall für den Fuß- und Radverkehr gesichert sein. Blockierte Zugänge können zu Trampelpfaden führen bzw. das Sicherheitsgefühl der Passanten negativ beeinflussen. Weiterer Verbesserungsbedarf wird in einigen Punkten bezüglich der barrierefreien Gestaltung von Gleisquerungen gesehen. Zunächst ist festzuhalten, dass nur signalisierte Gleisquerungen für blinde Verkehrsteilnehmer barrierefrei sein können. Für Gleisquerungen fehlen in den Regelwerken bislang zudem klare Vorgaben, wie Bodenindikatoren anzulegen sind. Dies gilt vor allem im Hinblick auf eine Unterscheidung bezüglich der beiden Sicherungsarten „Sicherung durch Übersicht“ und „Technische Sicherung“. Im Rahmen der Unfallanalyse hat sich gezeigt, dass bei der Datenerfassung und Systematik sowohl bei der Polizei als auch bei Verkehrsunternehmen in einigen Punkten Verbesserungspotenzial besteht, um zukünftige Analysen zielgerichteter vornehmen zu können.
  • Accidents between trams and pedestrians or cyclists are fortunately relatively infrequent in Germany compared to road traffic accidents overall. Those accidents are often widely reported due to the extensive consequences (to some extent serious or fatal personal injury, longer operational disruptions). Insofar public awareness of the subject is becoming more significant, also furthered by reports in the media. The present work has the objective of identifying and analysing the possible effects of infrastructure on the behaviour of people crossing tram tracks at the intended crossings. To achieve the goal, different methods have been used. In addition to a comprehensive analysis of previous findings on safety at track crossings, the following work steps were carried out: a nationwide analysis of existing track crossings regarding the design and equipment as well as a nationwide analysis of accidents at these sites over a period of seven years. Furthermore, a traffic monitoring and survey as well as security analyses (safety audits of plans and sites) at selected track crossings in four cities. The analysis of the stock of track crossings in Germany showed that, above all, nationwide a very heterogeneous design with regard to the combinations of construction form, signaling and equipment exists. The accident analysis confirmed that accidents at track crossings over separated and independent tracks of tramlines are very rare events and rather isolated incidents. No systematic relationship with the infrastructure could be identified. This finding was supported by the traffic observation. Of 17,431 observed crossings only 477 were determined on the basis of objective criteria using the post encroachment time (PET), where a detailed analysis of the respective interaction took place. It appeared that although there were clearly identifiable interactions, none of these crossings were considered as critical (in terms of an impending collision). Even not in the 48 interactions with a PET of two seconds or below. These interactions usually took place on track crossings with access to a platform in case of a tram in the station or just starting slowly. The safety analysis of the track crossings also did not reveal systematic deficits. Rather than the infrastructure, the behaviour of people at track crossings seems to play a greater role for accidents at these locations. For example, own inattention at track crossings was given as the most frequent reason for personally experienced danger situations. The fact that distracting activities such as the use of a mobile electronic device can reduce attention and also lead to more accidents has been proven in various investigations. Such behaviour could be one of the reasons for the increasing number of accidents on track crossings in Germany (and other countries). This suggests an increasing number of announcements by police or press reports in this context. Within the scope of the traffic observation of the project, this thesis could not be confirmed due to the small number of significant interactions. However, it was possible to determine that these activities could distract from the traffic situation, without the fact that there have been critical conflicts. A complete survey of such distractions was not possible due to data protection regulations (not suitable image details and image quality). The accident analysis also did not reveal any further conclusions about inappropriate behaviour, because accident causes (e. g. disregard of light signals) were only very incomplete. Overall, it should be noted that track crossings at tramlines have a high safety level. In order to maintain this design standard an apply it properly, continuous traffic safety work should be applied or consequently continued. The Verkehrsschau (council traffic safety review) and road safety audits at track crossings should be a fixed part of this work. Both procedures serve to analyse locations with their specific properties and to avoid deficits, or at least to detect them as quickly as possible to avoid accidents. Based on the findings from the survey, further need for improvement is seen in a further standardisation of traffic signs and design elements. Elements that can improve or support the attention of pedestrians and cyclists at tracks crossings (e. g. warning signals or the elongation of barriers to avoid unintended paths) should be perceivable for the users to actively support traffic-safe behaviour. The aim of achieving higher attention must not automatically lead to an extended use of technology (e. g. traffic signalling). This was demonstrated, for example, in several investigations analysing the use of so-called ground-level traffic lights. When technology is used, it should be reliable and clearly correlate to a situation. In the case of tracks in the middle of a road, the track crossings should also be perceivable for motorists. In in the best case they should be secured for pedestrians and cyclists. Blocked crossings or accesses can lead to unintended paths or a lack of feeling safe in this areas. Further need for improvement is also seen in a few points concerning the accessible design of track crossings. It can firstly be noted that only signalled track crossings are fully accessible for blind pedestrians.Regarding to Tramways there is a lack of clear regulations for the installation of tactile ground surface indicators. This especially applies to the differentiation between track crossings with or without traffic lights. Within the scope of traffic accidents at track crossings it became apparent, that there is potential for improvement relating to data recording and data analysis (classification) – both at the police and transport companies. Improvement could help to enhance the quality of future analyses.

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Metadaten
Author:Dirk Boenke, Julia Nass, Jürgen Gerlach, Manuel Beyen, Felix Franke
URN:urn:nbn:de:hbz:opus-bast-24356
Subtitle (German):FE 82.0613/2014 : Schlussbericht
Publisher:Bundesanstalt für Straßenwesen
Place of publication:Bergisch Gladbach
Document Type:Report
Language:German
Date of Publication (online):2020/09/02
Date of first publication:2020/09/02
Publishing institution:Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
Release Date:2020/09/02
Number of pages:100
Licence (German):License LogoBASt

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