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Unfallgeschehen auf Landstraßen 2024 - Eine Auswertung der amtlichen Straßenverkehrsunfallstatistik

Accidents on rural roads in 2024 - An evaluation based on official road traffic accident statistics

  • Im vorliegenden Bericht wird das Unfallgeschehen auf Landstraßen auf Basis der amtlichen Straßenverkehrsunfallstatistik analysiert. Neben der zeitlichen Entwicklung seit 2010 werden für das Jahr 2024 die Unfallstruktur und für die verschiedenen Verkehrsbeteiligungsarten dominierende Unfallkonstellationen aufgezeigt. 2024 ereigneten sich auf Landstraßen 68.912 Unfälle mit Personenschaden. Dabei wurden 96.493 Personen verletzt und 1.571 getötet. Mit 23 Getöteten je 1.000 Unfälle mit Personenschaden war die Unfallschwere mehr als doppelt so hoch wie die durchschnittliche Unfallschwere auf allen Straßenklassen (10 Getötete je 1.000 Unfälle mit Personenschaden). Seit dem Jahr 2010 ist die Anzahl der Landstraßenunfälle mit Personenschaden um 6 % zurückgegangen, die der Getöteten bei diesen Unfällen um 29 %. Der mit Abstand größte Anteil Getöteter entfiel mit 845 Personen auf Nutzende von Pkw. An zweiter Stelle folgten Nutzende von Krafträdern mit amtlichem Kennzeichen (Krad maK) mit 383 Getöteten. Nutzende von Krad maK und Gehende werden – gemessen an ihrem geringen Beteiligungsanteil – überdurchschnittlich häufig bei Unfällen auf Landstraßen getötet. Pkw Die für das Unfallgeschehen auf Landstraßen bedeutendste Gruppe der Pkw-Unfälle wird geprägt durch einen hohen Anteil von sogenannten Fahrunfällen, die durch einen Kontrollverlust über das Fahrzeug ausgelöst werden, ohne dass andere Verkehrsteilnehmende dazu beigetragen haben. Fahrunfälle geschehen oft in Kombination mit Abkommen von der Fahrbahn. Sie sind besonders häufig auf eine nicht angepasste Geschwindigkeit (64 % dieser Unfälle) bzw. Alkoholeinfluss (16 %) zurückzuführen. Mehr als jeder dritte dieser Unfälle wurde von 18-24-Jährigen verursacht. Krafträder mit amtlichem Kennzeichen Bei den 8.511 Unfällen mit Personenschaden mit Hauptverursachenden auf Krad maK handelt es sich ebenfalls überwiegend um Fahrunfälle mit Abkommen von der Fahrbahn. Bei dieser Unfallkonstellation wurden 1.714 Personen getötet oder schwer verletzt. Eine nicht angepasste Geschwindigkeit war in 71 % der Unfälle ursächlich. Sie ereigneten sich überwiegend in Kurven, auf trockener Fahrbahn und am Tag. Krad maK weisen auf Landstraßen den höchsten Anteil an Alleinunfällen auf. Dabei ist seit 2010 die Anzahl der Alleinunfälle von Krad maK auf Landstraßen stark angestiegen, während die Anzahl der Unfälle mit mehreren Beteiligten im gleichen Zeitraum nur leicht zunahm. Ein weiterer Schwerpunkt sind Unfälle im Längsverkehr mit Kollisionen mit Gegenverkehr, die zwar nicht so häufig vorkommen, jedoch durch eine überdurchschnittliche Unfallschwere auffallen. Güterkraftfahrzeuge Unfälle mit Güterkraftfahrzeugen (Gkfz) sind vergleichsweise selten Alleinunfälle. Sie finden häufig am Tag und unter der Woche statt. Darüber hinaus sind Fahrende von 18 bis 24 Jahren unterdurchschnittlich häufig vertreten. Im Vergleich zu den anderen Verkehrsbeteiligungsarten sind „Alkohol“ und „Geschwindigkeit“ seltener Ursachen des Unfalls – „Geschwindigkeit“ ist jedoch auch hier die häufigste Unfallursache. Bei von Gkfz verursachten Unfällen treten Unfälle im Längsverkehr, bei denen es zu einem Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden oder vorausfahrenden Fahrzeug kommt, am häufigsten auf. Ursachen sind hier oft falsche Straßenbenutzung bzw. ein zu geringer Sicherheitsabstand. Fahrräder Unfälle mit Fahrrädern ereignen sich überwiegend in den Sommermonaten sowie sonntags. Senioren ab 65 Jahren stellen die größte Gruppe der Hauptverursachenden. Fast die Hälfte der Fahrradunfälle mit hauptverursachenden Radfahrenden sind Fahrunfälle. Wenn eine Art des Zusammenstoßes angegeben ist, geschieht dieser dabei meistens beim Abkommen nach rechts oder links. Dabei spielen eine nicht angepasste Geschwindigkeit, Kurven und Gefällestrecken eine große Rolle. Die höchste Unfallschwere bei Fahrradunfällen auf Landstraßen verzeichnen Unfälle beim Abbiegen und Einbiegen/Kreuzen. Das Nichtbeachten von die Vorfahrt regelnden Verkehrszeichen wird dabei am häufigsten als Unfallursache genannt. Während diese Aussagen für alle Fahrräder gelten, unterscheidet sich das Unfallgeschehen von Pedelecs in einigen wenigen Punkten von dem konventioneller Fahrräder. Dies betrifft hauptsächlich die Unfallschwere, die bei Pedelecs deutlich höher ist, das Alter und Geschlecht der Beteiligten, sowie den Anteil der Alleinunfälle. Dieser ist bei Pedelecs höher als bei konventionellen Fahrrädern. Hauptverursachende und weitere Beteiligte auf Pedelecs weisen zudem einen stärkeren Schwerpunkt bei den höheren Altersklassen auf. Gleichzeitig ist der Anteil männlicher Beteiligter bei Pedelecs geringer als bei konventionellen Fahrrädern. Fußverkehr Fußverkehrsunfälle haben auf Landstraßen eine eher untergeordnete Bedeutung, ihre Folgen sind jedoch besonders schwer (335 schwere Personenschäden je 1.000 Unfälle). Insgesamt wurden 89 Personen bei Fußverkehrsunfällen auf Landstraßen getötet – alle waren Gehende. Diese Unfälle ereignen sich vergleichsweise häufig bei Dunkelheit und haben hier darüber hinaus erheblich schwerere Folgen als bei Tageslicht. Es handelt sich typischerweise um Überschreiten-Unfälle mit einem Zusammenstoß zwischen einem Fahrzeug und querendem Fußverkehr. Insgesamt hat sich die Straßenverkehrssicherheit auf Landstraßen zwischen 2010 und 2024 deutlich verbessert. Dennoch bleiben Landstraßen – auch aufgrund der dort herrschenden Unfallschwere – ein Schwerpunkt für die Verkehrssicherheitsarbeit.
  • In this report, accidents on rural roads are analysed based on official road traffic accident statistics. It provides an overview of long-term trends from 2010 to 2024 as well as an in-depth examination of the accident structure in 2024. The five modes of transportation most frequently involved in accidents on rural roads are identified and for each of them the most prevalent accident patterns are identified and described. In 2024, there were 68,912 accidents involving personal injury on rural roads. A total of 96,493 people were injured and 1,571 were killed. The fatality rate per 1,000 accidents involving personal injury was 23, more than twice as high as the average rate across all road classes (10 fatalities per 1,000 accidents involving personal injury). Between 2010 and 2024, both accident and casualty numbers on rural roads declined: the number of accidents involving personal injury by 6 % and the number of fatalities by 29%. Car occupants accounted for the largest proportion of fatalities (845). They were followed by motorcyclists with official license plates, with 383 fatalities. These and pedestrians are killed on rural roads at above-average rates compared to their relatively low traffic shares. Passenger cars Passenger cars are the most significant mode of transportation in rural road accidents. This group is characterised by a high proportion of so-called driving accidents, which are caused by a loss of control without contributions from other road users. These frequently involved vehicles veering off the road. They were often caused by inappropriate speed (64%) or alcohol (16%). More than one third of these accidents were caused by drivers aged 18 to 24. Motorcycles with official licence plates The 8,511 accidents involving personal injury primarily caused by motorcycles mainly consisted of driving accidents in which vehicles veered off the road. In these accidents, 1,714 people were killed or seriously injured. 71 % were caused by inappropriate speed. These accidents occurred predominantly on bends, on dry roads and during daylight. Motorcycles account for the highest proportion of single-vehicle accidents on rural roads. Between 2010 and 2024, the number of single-vehicle accidents involving motorcycles on rural roads has increased sharply, the number of multi vehicle accidents only slightly. Collisions with oncoming traffic in longitudinal traffic are less frequent but stand out due to their above-average fatality rate. Goods vehicles Accidents involving goods vehicles are rarely single vehicle accidents. They typically occur during daylight and on weekdays. Drivers aged 18 to 24 are underrepresented. Alcohol and speed were less frequently causes than for other modes of transportation, although speed remains the most common cause within this group. In accidents involving personal injury caused by goods vehicles, accidents in longitudinal traffic were the most common. These involve a collision with an oncoming or preceding vehicle and are often caused by incorrect road positioning or insufficient following distance. Bicycles Accidents involving bicycles occur predominantly in the summer months and on Sundays. Adults aged 65 and over are the largest group primarily responsible for these accidents. Almost half of all bicycle accidents primarily caused by cyclists were single vehicle accidents. When a type of collision was specified, it usually occurred when veering to the right or left. Inappropriate speed, bends and downhill gradients play a major role in this. The most serious bicycle accidents on rural roads were those involving turning or crossing manoeuvres, most often due to failure to observe right of way regulations. While these observations apply to all bicycles, accident statistics for pedelecs (bicycles with pedal assist and an electric auxiliary drive with a maximum continuous rated power of 0.25 kW) differ in several respects: Pedelecs have a significantly higher fatality rate and proportion of single-vehicle accidents than conventional bicycles. They also involve a higher share of older riders and a lower share of male riders than conventional bicycles. Pedestrians Pedestrian accidents are relatively rare on rural roads, but their consequences are particularly severe (335 serious injuries per 1,000 accidents). A total of 89 people were killed in pedestrian accidents on rural roads – all of them pedestrians. These accidents occurred more frequently during darkness, where the fatality rate was also higher than during daylight. Collisions typically take place between vehicles and pedestrians crossing the road. Overall, the safety on rural roads has improved significantly between 2010 and 2024. Nevertheless, rural roads remain a focus of road safety work due to their high accident severity.

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Metadaten
Author:Nadja Färber, Marie Kühn
DOI:https://doi.org/10.60850/bericht-m364
ISBN:978-3-95606-924-6
ISSN:0943-9315
Series (Serial Number):Berichte der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen, Reihe M: Mensch und Sicherheit (364)
Publisher:Fachverlag NW in der Carl Ed. Schünemann KG
Place of publication:Bremen
Document Type:Book
Language:German
Date of Publication (online):2026/03/09
Date of first publication:2026/03/09
Publishing institution:Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)
Release Date:2026/03/09
Tag:Analyse (math); Deutschland; Entwicklung; Forschungsbericht; Fußgänger; Insasse; Landstraße; Lkw; Motorradfahrer; Pkw; Radfahrer; Schweregrad (Unfall, Verletzung); Statistik; Tödlicher Unfall; Unfall; Verletzung
Accident; Analysis (math); Car; Cyclist; Development; Fatality; Germany; Injury; Lorry; Motorcyclist; Pedestrian; Research report; Rural road; Severity (accid, injury); Statistics; Vehicle occupant
Number of pages:124
Comment:
Projekt-Nr.: 4225001
Projekttitel: Unfallgeschehen auf Landstraßen 2024
Referat: Unfallanalyse, Unfallstatistik
Institutes:Abteilung Verhalten und Sicherheit im Verkehr
Dewey Decimal Classification:6 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 62 Ingenieurwissenschaften / 620 Ingenieurwissenschaften und zugeordnete Tätigkeiten
Licence (German):License LogoBASt / Link zum Urhebergesetz

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