Auswirkungen von Überflutungen auf die Verfügbarkeit von Bundesfernstraßen

Effects of flooding on the availability of federal trunk roads

  • Das Forschungsprojekt war als Fallstudie konzipiert, in der am Beispiel der Hochwasserereignisse des Jahres 2021 untersucht werden sollte, wie sich derartige Ereignisse auf die Verfügbarkeit von Bundesfernstraßen auswirken. Davon ausgehend sollten Empfehlungen für ein bauliches Verfügbarkeitsmanagement abgeleitet werden. Dazu wurde basierend auf Informationen der Baulastträger und Ergebnissen von Experteninterviews zunächst der Zustand nach den Ereignissen und der Verlauf des Wiederaufbaus rekonstruiert. Danach wurden die Verkehrszustände vor und nach den Ereignissen sowie zu ausgewählten Stichtagen in einem Verkehrsmodell simuliert und die jeweiligen Wirkungen berechnet. Anschließend wurde die Möglichkeit eines beschleunigten Wiederaufbaus im Autobahnnetz untersucht. Außerdem wurde in Hinblick auf eine hypothetische Priorisierung bei nicht ausreichenden Ressourcen verglichen, wie sich die Freigabe einzelner Streckenabschnitte auf die Verfügbarkeit ausgewirkt hätte. Daneben wurde am Beispiel ausgewählter Ahrtalbrücken eine Risikobewertung zur Identifikation kritischer Infrastrukturobjekte durchgeführt. Außerdem wurden der Nutzen der Wiederherstellung bzw. Freigabe von Brücken und dazugehörenden Streckenabschnitten bewertet. Die Untersuchung ergab, dass bei der Wiederherstellung des Autobahnnetzes keine harte Priorisierung aufgrund unzureichender Ressourcen vorgenommen werden musste. Eine deutliche Beschleunigung des Wideraufbaus wäre deshalb auch bei Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen nicht realistisch gewesen. Quantitativ wurden die verkehrlichen Wirkungen durch die Verfügbarkeitseinschränkungen im Autobahnnetz bestimmt. Hier konnten die wichtigsten Schäden bis Ende 2021 beseitigt werden und aus Nutzersicht war das Netz Mitte 2022 voll verfügbar. Demgegenüber bestehen im nachgeordneten Netz noch immer Einschränkungen. Bezogen auf ein Verfügbarkeitsmanagement lassen sich keine allgemeinen Regeln für die Priorisierung von Maßnahmen angeben, da der relative Nutzen immer vom Gesamtzustand des Netzes abhängt. Allerdings kann der Nutzen von Alternativen modellbasiert abgeschätzt und so ein objektiver Priorisierungsprozess unterstützt werden.
  • The research project was designed as a case study in which the flood events of 2021 were to be used as an example to investigate how such events affect the availability of federal trunk roads. Based on this, recommendations for structural availability management were to be derived. Based on information from the road authorities and the results of expert interviews, the first step was to reconstruct the situation after the events and in the course of reconstruction. The traffic conditions before and after the events and on selected key dates were then simulated in a traffic model and the effects on selected KPIs were calculated. Afterwards, the possibility of an accelerated reconstruction of the highway network was examined. Then, with regard to a hypothetical prioritization in the event of insufficient resources, a comparison was made of how the opening of individual sections of road would have affected availability. In addition, a risk assessment was carried out using the example of bridges in the Ahr valley to identify critical infrastructure objects. Finally, the benefits of opening bridges and associated route sections were evaluated. The investigation revealed that the restoration of the highway network did not have to be prioritized due to insufficient resources. A significant acceleration of the reconstruction would therefore not have been realistic even if additional resources had been made available. In quantitative terms, the traffic effects were determined by the availability restrictions on the highway network. Here, the most important damage was repaired by the end of 2021 and, from a user perspective, the network was fully available by the middle of 2022. In contrast, there are still restrictions in the secondary network. With regard to availability management, no general rules can be specified for prioritizing measures, as the relative benefit always depends on the overall condition of the network. However, the benefit of alternatives can be assessed with the help of transport models, thus supporting an objective prioritization process.

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Metadaten
Author:Andreas Stadler, Ann-Kathrin Lieven, Nicolas Mellinger
DOI:https://doi.org/10.60850/bericht-s238
ISBN:978-3-95606-952-9
ISSN:0943-9323
Series (Serial Number):Berichte der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen, Reihe S: Straßenbau (238)
Publisher:Fachverlag NW in der Carl Ed. Schünemann KG
Place of publication:Bremen
Document Type:Book
Language:German
Date of Publication (online):2026/08/26
Date of first publication:2026/08/26
Publishing institution:Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)
Release Date:2026/08/26
Tag:Asset Management; Bau; Bewertung; Deutschland; Extremes Wetterereignis; Fallstudie; Fernverkehrsstraße; Forschungsbericht; Straßennetz; Verfügbarkeit (Asset); Verkehr; Verkehrsinfrastruktur; Vorrang; Wiederherstellung; Wirkungsanalyse; Überschwemmung
Asset management; Availability (asset); Case study; Construction; Evaluation (assessment); Extreme weather event; Flooding; Germany; Impact study; Priority (gen); Repair; Research report; Road network; Traffic; Transport infrastructure; Trunk road
Number of pages:167
Comment:
Projekt-Nr: 01.0207
Projekttitel: Auswirkungen von Überflutungen auf die Verfügbarkeit von Bundesfernstraßen
Fachbetreuung: Miriam Krebs
Referat: Nachhaltiges Bauen und Erhalten von Straßen
Institutes:Abteilung Straßenbautechnik
Dewey Decimal Classification:6 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 62 Ingenieurwissenschaften / 620 Ingenieurwissenschaften und zugeordnete Tätigkeiten
Licence (German):License LogoBASt / Link zum Urhebergesetz

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