Unterhaltung und Sanierung des Straßennetzes

  • S. KREUTER diskutiert in seinem Beitrag, unter welchen Voraussetzungen Maßnahmen zur Erneuerung von Straßen genehmigungspflichtig sind und wann im Gegensatz dazu noch von einer verfahrensfreien Erneuerung bzw. Unterhaltung gesprochen werden kann. Er behandelt die Abgrenzung der Unterhaltung und der Änderung von Straßen und verdeutlicht, dass auch die verfahrensfreie Unterhaltung einer Straße rechtlichen Bindungen unterliegt. Die Frage, ob eine noch verfahrensfreie Unterhaltung vorliegt, spielt auch eine Rolle dafür, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden muss. Bauunterhaltungsmaßnahmen können grundsätzlich Genehmigungsvorbehalten unterliegen, dienen jedoch vielfach auch der Bewältigung von Gefahrensituationen. In Gefahrenlagen wiederum trifft die Ordnungsbehörde die erforderlichen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und handelt damit meist genehmigungsfrei. D. HÖNIG untersucht dementsprechend, welche Handlungsoptionen für den Straßenbaulastträger aufgrund der derzeitigen Rechtslage bestehen und zeigt zusätzlichen Regelungsbedarf auf. Dabei wird vor allem auf die Rechtslage im Bundesfernstraßengesetz Bezug genommen, aber auch Regelungsbedarf bei Landesstraßengesetzen belegt. A. VON WESCHPFENNIG verweist auf den vielfach prekären Zustand der Straßen in Deutschland und stellt vor diesem Hintergrund dar, dass bereits das geltende Straßenrecht Möglichkeiten eröffnet, für die Benutzung von Straßen Kostenersatz zu verlangen oder Abgaben zu erheben. Fraglich ist bei alledem jedoch, ob und unter welchen Voraussetzungen Kosten privatisiert werden dürfen und inwieweit verallgemeinerungsfähige Maßstäbe für eine Nutzerfinanzierung entwickelt werden können. Insgesamt gelangt er zu dem Befund, dass eine Straßensanierung unter finanzieller Beteiligung des Schwerlastverkehrs zwar rechtlich zulässig, praktisch jedoch nur schwer umsetzbar ist. Der abschließende Beitrag von K. FASSBENDER behandelt die Verfassungsänderung im Jahr 2017, die zu einer grundlegenden Neuordnung der deutschen Straßenverwaltung führen wird. Er kommt zu dem Ergebnis, dass die teilweise harsche Kritik, die im Schrifttum vereinzelt gegen die zentralen Neuregelungen des Art. 90 GG ins Feld geführt wird, so nicht gerechtfertigt ist. Unter diesen Einwänden verbleiben lediglich die Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Doppelstruktur, die aus dem Nebeneinander von Bundesverwaltung bei den Bundesautobahnen und Bundesauftragsverwaltung bei den sonstigen Bundesfernstraßen resultiert. Ob es am Ende gelingt, mit den neu geschaffenen Strukturen den Bau und die Erhaltung der Autobahnen effektiver zu gestalten, ist in der Tat in erster Linie eine Frage der Umsetzung.
  • In his contribution, S. KREUTER discusses under which conditions measures for the renewal of roads are subject to approval and when, in addition, a process- free renewal or maintenance can be expected. It deals with the distinction between the maintenance and modification of roads and makes it clear that even the procedure-free maintenance of a road is subject to legal obligations. The question of whether procedural maintenance is still available also plays a role in whether an environmental compatibility test must be carried out. Construction maintenance measures can in principle be subject to approval, but often also serve to cope with dangerous situations. In dangerous situations, in turn, the regulatory authority takes the necessary measures to avert danger and usually acts without a permit. Accordingly D. HÖNIG examines which options for action exist for the road builder on the basis of the current legal situation and points out the need for additional regulations. In particular, reference is made to the legal situation in the Federal Highway Act, but there is also evidence of a need to regulate state road laws. A. VON WESCHPFENNIG refers to the often precarious state of the roads in Germany and shows against this background that the applicable road law already opens up possibilities to demand reimbursement of costs for the use of roads or to impose levies. It is questionable, however, whether and under what conditions costs may be privatised and to what extent generalisable standards for user financing can be developed. All in all, he comes to the conclusion that road rehabilitation with financial participation of heavy goods vehicles is legally permissible, but difficult to implement in practice. The final contribution by K. FASSBENDER deals with the constitutional amendment in 2017, which will lead to a fundamental reorganisation of the German road administration. He comes to the conclusion that the sometimes harsh criticism, which is occasionally voiced in the literature against the central new provisions of Article 90 GG, is not justified in this way. Under these objections remain only the doubts about the meaningfulness of the double structure, which results from the juxtaposition of the federal administration for the federal motorways and federal order administration for the other federal highways. Whether the newly created structures will ultimately succeed in making the construction and maintenance of motorways more effective is in fact first and foremost a question of implementation.

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Metadaten
URN:urn:nbn:de:hbz:opus-bast-21881
ISBN:978-3-95606-476-0
Subtitle (German):Referate eines Forschungsseminars des Arbeitskreises „Straßenrecht“ am 17. und 18. September 2018 in Bonn
Title Additional (German):Maintenance and rehabilitation of the road network
Series (Serial Number):Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe S: Straßenbau (139)
Publisher:Fachverlag NW in der Carl Ed. Schünemann KG
Place of publication:Bremen
Editor:Wolfgang Durner
Document Type:Book
Language:German
Date of Publication (online):2019/10/01
Date of first publication:2019/10/01
Publishing institution:Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
Contributing corporation:Arbeitskreis Straßenrecht
Release Date:2019/10/01
Number of pages:49 Seiten
Institutes:Sonstige
Dewey Decimal Classification:3 Sozialwissenschaften / 34 Recht / 340 Recht
Licence (German):License LogoBASt

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