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Das Fahrerlaubnisprüfungssystem und seine Entwicklungspotenziale - Innovationsbericht 2009/2010

System of driving licence testing and its development potential – Innovation report 2009/2010

pdf-Format:
Dokument 1.pdf (6.754 KB) ((Bericht deutsch, barrierefrei)) Dokument 2.pdf (4.030 KB) ((Bericht englisch))

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Bewertung , Deutschland , Entwicklung , Fahranfänger , Fahrgeschicklichkeit , Fahrprüfung , Forschungsbericht , Messung , Modell , Prüfverfahren , Qualitätssicherung , Verbesserung , Visualisierung , Wahrnehmung
Freie Schlagwörter (Englisch): Development , Driving test , Evaluation (assessment) , Germany , Improvement , Measurement , Model (not math) , Perception , Quality assurance , Recently qualified driver , Research report , Skill (road user) , Test method , Visualisation
Collection: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 83 Unfall und Mensch
Institut: Sonstige
DDC-Sachgruppe: Ingenieurwissenschaften
Sonstige beteiligte Institution: TÜV-DEKRA arge tp 21
Dokumentart: Buch (Monographie)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe M: Mensch und Sicherheit
Bandnummer: 239
ISBN: 978-3-95606-035-9
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 17.09.2013
Kurzfassung auf Deutsch: Innovationsberichte dienen dem Ziel, alle zwei Jahre über die mit der mittel- und langfristigen Weiterentwicklung des Fahrerlaubnisprüfungssystems zusammenhängenden Forschungs- und Entwicklungsprozesse zu informieren. Mit Hilfe der Innovationsberichte können somit Qualität, Planmäßigkeit und wissenschaftliche Absicherung der Weiterentwicklung der Fahrerlaubnisprüfung beurteilt werden. Der vorliegende Innovationsbericht beschreibt die Hauptschwerpunkte der Tätigkeit der TÜV | DEKRA arge tp 21 im Hinblick auf die Theoretische Fahrerlaubnisprüfung für den Berichtszeitraum 2009/2010. Diese lagen in (1) Arbeiten zur Modellierung von Fahrkompetenz, (2) der Evaluation und Weiterentwicklung der traditionellen Aufgabenformate und der Prüfungsmethodik, der (3) Durchführung von Forschungsarbeiten zur Verwendung computergenerierter dynamischer Fahrszenarien und der (4) Erschließung innovativer Aufgabentypen zur Prüfung bislang nicht ausreichend geprüfter Fahrkompetenzkomponenten im Bereich des Handlungswissens. Zu (1): Unter Berücksichtigung von inhaltlichen Anforderungsebenen des Fahrverhaltens (z.B. DONGES, 2009) und Aneignungsstufen von Fahrkompetenz (z. B. GRATTENTHALER, KRUEGER & SCHOCH, 2009) wurde ein "Fahrkompetenzstrukturmodell" entworfen, um inhaltliche Komponenten der Fahrkompetenz einzuordnen und die Prüfungsaufgaben strukturieren zu können. Weiterhin lassen sich damit prototypische Anforderungssituationen zur Operationalisierung von Prüfungsinhalten erarbeiten sowie die Inhalts- und Fahrkompetenzbereiche beschreiben, welche durch verschiedene Prüfungsformen abgedeckt werden können. Zu (2): Mit der Einführung der TFEP am PC wurden die technischen Rahmenbedingungen der Prüfungsdurchführung verändert und Verbesserungen zur Gewährleistung der Manipulationssicherheit umgesetzt. Die auf dem Revisionsprojekt aufbauende kontinuierliche Evaluation der Prüfungsaufgaben und Paralleltests zeigte grundsätzlich, dass die große Mehrheit der eingesetzten Prüfungsaufgaben unter Abwägung unterschiedlicher testpsychologischer Kriterien ihre Funktion zur Überprüfung der jeweiligen Kompetenzen erfüllt. Zu (3): Zur Verbesserung der Darbietungsformen bzw. Instruktionsformate wurde von der TÜV | DEKRA arge tp 21 die Softwareloesung "VICOM" entwickelt. Mit dieser Software wurden zum einen die bisher verwendeten Fotos durch computergenerierte statische Abbildungen ersetzt, die mit geringem Aufwand erstellt und variiert werden können. Zum anderen wurde dadurch die Erarbeitung von dynamischen Videosequenzen ermöglicht. Die Erprobung von Aufgaben mit dynamischer Situationsdarstellung deutet darauf hin, dass die intendierte Erfassung der Kompetenzen zur Gefahrenerkennung mit dem neuen Instruktionsformat, das keine Lösungshinweise im Abschlussbild mehr enthält, besser gelingen könnte (FRIEDEL, WEIßE & RÜDEL, 2010). Zu (4): Entwicklungspotenziale für die TFEP werden insbesondere bezüglich der Erfassung von Handlungskompetenzen im Bereich der Verkehrswahrnehmung und Gefahrenvermeidung deutlich. Diese verkehrssicherheitsrelevanten Kompetenzen können in der traditionellen "Wissensprüfung" nicht geprüft werden, da ihre Aneignung Fahrerfahrungen voraussetzt, die zum Prüfungszeitpunkt in der Regel noch nicht gegeben sind. Auch in der traditionellen Fahrprüfung ist eine Erfassung dieser Kompetenzen nur eingeschränkt möglich, weil die Anforderungssituationen im Realverkehr nicht beliebig vom Fahrerlaubnisprüfer gesteuert werden können und Gefahrensituationen aufgrund von Sicherheitserfordernissen auch nicht herbeigeführt werden dürfen. Daher erscheint es notwendig, im Rahmen der deutschen Fahrerlaubnisprüfung eine innovative Prüfungsform zu entwickeln, bei der Verkehrs- und insbesondere Gefahrensituationen realitätsnah am Computer simuliert und zur Operationalisierung der obengenannten Kompetenzkomponenten genutzt werden. Derartige "Verkehrswahrnehmungstests" (bzw. "Hazard Perception Tests") finden sich bereits in einigen Fahranfängervorbereitungssystemen im Ausland. Zur Ausschöpfung der Potenziale der Fahrerlaubnisprüfung in Deutschland muss ihre Weiterentwicklung unter Berücksichtigung des Gesamtsystems der Fahranfängervorbereitung erfolgen. Dabei sind die Qualitätssicherungs- und Entwicklungsmaßnahmen neben Input-Vorgaben wie Lehrpläne und Prüfungsrichtlinien stärker auf Output-Vorgaben wie das von den Fahranfängern zu erreichende Kompetenzniveau zu fokussieren. In festzulegenden Ausbildungsstandards müssen Niveaustufen der Fahrkompetenz, die Fahranfänger bei den Übergängen zwischen den einzelnen Phasen der Fahranfängervorbereitung mindestens erreicht haben sollen, so konkret beschrieben werden, dass sie in Prüfungsaufgaben umgesetzt und im Rahmen der Fahrerlaubnisprüfungen erfasst werden können.
Kurzfassung auf Englisch: Innovation reports provide information on the course of research and development work conducted in connection with medium- and long-term further development of the system of driving licence testing during a given two-year period. With the aid of innovation reports, it is thus possible to assess the quality, progress and scientific basis for further development of the driving licence test. The present innovation report describes the core aspects of research performed by the TÜV | DEKRA arge tp 21 working group with regard to the theoretical driving test over the report period 2009/2010. The defined priority tasks concerned (1) elaboration of a driving competence model, (2) evaluation and further development of the traditional question formats and test methodology, (3) research work on the use of computer-generated dynamic driving scenarios, and (4) elaboration of innovative test items for the testing of components of driving competence which have not been tested adequately to date in terms of action knowledge. Re (1): Taking into account the content-based demand levels of driving behaviour (e.g. DONGES, 2009), alongside levels of driving competence acquisition (e.g. GRATTENTHALER, KRÜGER & SCHOCH, 2009), a "driving competence structure model" was developed to classify content-based components of driving competence and to structure the test items. At the same time, this permits elaboration of prototypical demand situations for the operationalisation of test content, as well as description of the areas of content and driving competence which can be covered by the different forms of testing. Re (2): Following introduction of a PC-based theoretical driving test, the technical framework for test realisation was evaluated and optimisation potential suitable to reduce the susceptibility to manipulation was implemented. Building upon the results of the revision project, the continuous evaluation of test questions and parallel tests demonstrated that, in principle, the vast majority of test questions in use fulfils the intended function of competence verification in accordance with various criteria relating to psychological testing. Re (3): To improve the form of question presentation and the associated instruction formats, the TÜV | DEKRA arge tp 21 working group has developed the software solution "VICOM". With the aid of this software, the photographs used to date were replaced with computer-generated static images, which could hence be created and varied much more efficiently. Furthermore, it became possible to elaborate dynamic video sequences. The testing of questions with dynamic situation presentation suggests that the intended assessment of hazard perception competences could be better achieved by the new instruction format with no solution hints remaining visible in the final image (FRIEDEL, WEIßE & RÜDEL, 2010). Re (4): Development potential for the theoretical driving test is identified especially with regard to the assessment of action competences in the fields of traffic perception and hazard avoidance. At the time of testing, the candidate does not usually possess the driving experience which can be considered prerequisite for acquisition, and thus these safety-relevant competences cannot be addressed in the traditional "knowledge test". The possibilities for assessment within the traditional practical test are likewise limited, as the demand situations in real traffic cannot be controlled at will by the examiner, and hazardous situations also cannot be brought about deliberately for safety reasons. It appears necessary, therefore, to develop an innovative form of testing for the German driving licence test which would permit realistic computer simulations of traffic and, in particular, hazard situations, and could thus be used to operationalise the aforementioned competence components. Corresponding hazard perception tests are already in use in the systems of novice driver preparation in overseas countries. Further realisation of the optimisation potential for driving licence testing in Germany requires that its further development be placed in the context of the overall system of novice driver preparation. To raise the efficiency of novice driver preparation, the quality assurance and further development measures must be focussed not merely on input specifications such as teaching plans and examination guidelines, but instead also on output specifications such as the competence level to be achieved by the novice driver. The training standards to be defined must describe the minimum levels of driving competence which a novice driver should have achieved at the transitions between the individual phases of novice driver preparation in a sufficiently specific manner to permit translation into test items, and thus evaluation within the framework of driving licence tests.