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Report (Bericht) zugänglich unter
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Straßenbaufinanzierung und -verwaltung in neuen Formen. Referate eines Forschungsseminars der Universität des Saarlandes und des Arbeitsausschusses "Straßenrecht" am 23./24. September 2002 in Saarbrücken

New models of road financing and management

Weitere Beteiligte (Hrsg. etc.): Grupp, Klaus

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Autobahn , Deutschland , Finanzierung , Konferenz , Lkw , Organisation , Privat , Privatisierung , Straßenbau , Straßenbenutzungsgebühr , Verwaltung
Freie Schlagwörter (Englisch): Administration , Conference , Financing , Germany , Lorry , Motorway , Organization , Private , Privatization , Road construction , Road pricing
Collection: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 10 Wirtschaft und Verwaltung
Institut: Abteilung Straßenbautechnik
DDC-Sachgruppe: Wirtschaft
Dokumentart: Report (Bericht)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe S: Straßenbau
Bandnummer: 32
ISBN: 3-86509-029-X
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 14.05.2013
Kurzfassung auf Deutsch: Der Bau und die Unterhaltung öffentlicher Straßen belasten die öffentlichen Haushalte in erheblichem Maße. Deshalb wird in der Bundesrepublik Deutschland nach zunächst langem Zögern nun, ausländischen Vorbildern folgend, schon seit mehr als zehn Jahren ueber die private Finanzierung dieser Aufgabe diskutiert; teilweise sind einzelne Vorhaben bereits in neuer Form finanziert worden. Zugleich ist die herkömmliche Form, in der Aufgaben der Straßenverwaltung wahrgenommen werden, in einigen Bundesländern als unbefriedigend angesehen und daher durch neue Organisationsstrukturen ersetzt worden. Beide Entwicklungen wurden vom Arbeitsausschuss "Straßenrecht" der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen auf seinem Forschungsseminar über "Straßenbaufinanzierung und -verwaltung in neuen Formen" am 23. und 24. September 2002 an der Universität des Saarlandes ausführlich erörtert; die in diesem Band veröffentlichten vier Referate betreffen zum einen die Finanzierungsaspekte und zum anderen die organisatorischen Fragen. In seinem Beitrag über "Neue Finanzierungsformen für den Straßenbau" stellt Michael UECHTRITZ vor dem Hintergrund der bisherigen Diskussion die Grundideen der neueren Überlegungen - Nutzerfinanzierung und Privatfinanzierung sowie Organisationsprivatisierung - vor, die nach seiner Ansicht weder gemeinschaftsrechtlichen noch verfassungsrechtlichen Bedenken begegnen. Einen Einstieg in die Nutzerfinanzierung bildet die Einführung der Maut fuer schwere Nutzfahrzeuge bei der Benutzung von Autobahnen (sog. Lkw-Maut), die private Finanzierung von Fernstraßenabschnitten ist im Fernstraßenbauprivatfinanzierungsgesetz geregelt, stößt jedoch auf Anwendungsprobleme, die auch durch die kürzlich erfolgte Novellierung des Gesetzes nicht völlig behoben sind. Um diese Schwierigkeiten zu vermeiden, ist im Bundesverkehrsministerium ein Betreibermodell fuer den mehrstufigen Autobahnausbau (sog. A-Modell) entwickelt worden, bei dem der Ausbau durch Private und die Refinanzierung aus dem Aufkommen der Lkw-Maut sowie durch eine Anschubfinanzierung aus dem Bundeshaushalt erfolgen soll, doch bleibt zweifelhaft, ob das Modell sinnvoll realisiert werden kann; Gleiches gilt für die in der vorigen Legislaturperiode angestrebte Gründung einer privatrechtlich organisierten Verkehrsinfrastrukturgesellschaft. Insgesamt sind die einzelnen Elemente neuerer Finanzierungsformen zudem nicht oder nur unzureichend aufeinander abgestimmt, so dass ihre Harmonisierung wünschenswert ist. Gerhard GEYER schildert in seinem Referat über "Mischfinanzierung des Straßenbaus durch Bund, Länder und Gemeinden" Ansätze in der Praxis, eine gemeinsame Finanzierung von Bundesfernstraßen aus Bundes- und Landesmitteln - ggf. unter Beteiligung weiterer juristischer Personen des öffentlichen Rechts - zu erreichen, die er für verfassungswidrig hält. Auch ein finanzieller Interessenausgleich unterschiedlicher Baulasttraeger ist auf der Grundlage des einfachen Rechts nur in besonders gelagerten Fällen zulässig, wie sich bereits unter dem Aspekt der Straßenklassifizierung und dem Gesichtspunkt der Planrechtfertigung, aber auch aus den Bestimmungen des Kommunalrechts ergibt. Im Freistaat Bayern ist freilich ein Modell entwickelt worden, bei dem der Staat sich an dem Bau einer Staatsstraße durch die Gemeinde finanziell beteiligt, das auch der Bayerische Verwaltungsgerichtshof als zulässig angesehen hat. In der Praxis finden sich indessen mehrere Beispiele der Mischfinanzierung, vor allem in Form der Vorfinanzierung, die jedoch auf erhebliche rechtliche Bedenken stoßen. Joachim MAJCHEREK berichtet ueber die im Zuge der Verwaltungsreform in Nordrhein-Westfalen erfolgte Neuorganisation der Landesstraßenbauverwaltung durch die Überleitung der bisher von den Landschaftsverbänden wahrgenommenen Aufgaben im Bereich der Straßenbauverwaltung auf den Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen ("Straßen.NRW") und schildert die Organisation des Landesbetriebs und seine Aufgaben als Dienstleistungsunternehmen sowie die gegenüber der früheren Rechtslage eingetretenen Veränderungen, wesentliche Aspekte der Finanzierung und der voraussichtlichen künftigen Entwicklung. Im Anschluss stellt Jutta SCHMIDT den im Gefolge der Neuorganisation der rheinland-pfälzischen Bezirksregierungen geschaffenen "Landesbetrieb Straßen und Verkehr Rheinland-Pfalz (LSV)" dar. Ihr Beitrag geht näher auf die Überlegungen vor der Errichtung des Landesbetriebes, auf seine Rechtsstellung, seine innere Struktur, seine Aufgaben und Ziele sowie sein Finanzwesen und die ihm eingeräumten Mittel ein. Abschließend ist der Entwurf des "Hessischen Gesetzes über den Bau und die Finanzierung öffentlicher Straßen durch Private" nebst Begründung abgedruckt.
Kurzfassung auf Englisch: The construction and maintenance of public roads place considerable strain on the public finances. For this reason, after long initial hesitation, the private financing of these tasks has now been under discussion for more than ten years in the Federal Republic of Germany following examples from abroad; some individual projects have already been financed using a new model. At the same time, some federal states view the conventional model used to consider the tasks of road management as unsatisfactory, and have therefore replaced it with new organisational structures. Both these developments were discussed at length by the "Road Legislation" working committee of the Research Association for Road and Traffic Systems at its research seminar on "Road Construction Financing and Management" on 23rd and 24th September 2002 at Saarland University. The four seminar papers published in this volume deal with the financing aspects on the one hand, and organisational questions on the other. In his article on "New Financing Models for Road Construction", Michael UECHTRITZ presents, against the backdrop of current discussion, the basic ideas of recent considerations - user financing and private financing, as well as organisation privatisation -, which in his view do not encounter either community or constitutional legal concerns. The introduction of the toll for heavy commercial vehicles for the use of motorways (so-called heavy goods vehicle toll) represents the start of user financing. The private financing of sections of trunk roads is regulated in the trunk road construction private financing law, which is however encountering application problems that have not been fully resolved by the recent amendment of the law. In order to avoid these difficulties, the Federal Ministry for Traffic has developed an operating model for the multi-levelled expansion of motorways (so-called A model), whereby expansion is to be financed privately and through refinancing from the revenue of the heavy goods vehicle toll, as well through start-up financing from the federal budget. It nevertheless remains doubtful whether the model can be sensibly implemented. The same applies for the formation of a privately organised traffic infrastructure association that was planned in the previous legislative period. In addition, the individual elements of recent financing models are not or insufficiently coordinated overall and should be harmonized. In his paper on "Mixed Financing of Road Construction Through Federal Government, States and Local Authorities" Gerhard GEYER outlines practical approaches for the joint financing of federal trunk roads using federal and state resources, and where necessary involving other statutory legal bodies; this he considers unconstitutional. Reconciling the interests of different contracting authorities financially is also only permitted based on basic law in exceptional circumstances, as already results with respect to road classification and in terms of project justification but also from communal law regulations. Admittedly in the Free State of Bavaria, a model has been developed, whereby the state contributes financially to the construction of a state road by the local authority. The Bavarian Administrative Court considered this permissible. In practice there are many examples of mixed financing, particularly as pre-financing. These however encounter considerable legal concerns. Joachim MAJCHEREK reports on the reorganisation of rural road construction management that took place as part of the management reform in North Rhine Westphalia and involved the transfer of road construction management functions from the regional authorities to the Regional Enterprise for Road Construction of North Rhine Westphalia ("Straßen.NRW"). He also outlines the organisation of the regional enterprise and its functions as a service company, as well as the changes to the legal situation, core aspects of financing and anticipated future development. Finally, Jutta SCHMIDT presents the "Regional Enterprise for Roads and Traffic of Rhineland Palatine (LSV)", which was created following the reorganisation of the district authorities of Rhineland Palatine. Her article goes into detail on considerations prior to the establishment of the regional enterprise, its legal standing, its internal structure, its functions and objectives, as well as its financial system and allocated resources. The draft of the "Hessian Law on the Private Construction and Financing of Public Roads" and the reasoning behind it are also included finally.