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Report (Bericht) zugänglich unter
URL: http://bast.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2012/602/


Kinderunfallatlas : Regionale Verteilung von Kinderverkehrsunfällen in Deutschland

Atlas of traffic accidents involving children

Neumann-Opitz, Nicola ; Bartz, Rita ; Leipnitz, Christine

pdf-Format:
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Freie Schlagwörter (Deutsch): Deutschland , Forschungsbericht , Fussgänger , Gebiet , Insasse , Karte , Kind , Radfahrer , Statistik , Tödlicher Unfall , Unfall , Unfallhäufigkeit , Verletzung
Freie Schlagwörter (Englisch): Accident , Accident rate , Children , Cyclist , Fatality , Germany , Injury , Map , Pedestrian , Region , Research report , Statistics , Vehicle occupant
Institut: Abteilung Verhalten und Sicherheit im Verkehr
DDC-Sachgruppe: Soziale Probleme, Sozialarbeit
Dokumentart: Report (Bericht)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe M: Mensch und Sicherheit
Bandnummer: 232
ISBN: 978-3-86918-276-6
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 17.12.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Mit diesem Bericht wird der zweite Kinderunfallatlas der Bundesanstalt für Straßenwesen vorgelegt, in dem die Verkehrsunfallsituation von Kindern für alle Kreise, Städte und Gemeinden in Deutschland abgebildet wird. Während der erste Kinderunfallatlas die regionale Verteilung der Kinderverkehrsunfälle von 2001 bis 2005 analysierte, fokussiert der vorliegende Kinderunfallatlas auf die Situation für die naechsten fünf Jahre. Dadurch ist es wieder möglich, die Verkehrssicherheitssituation von Kindern vor Ort mit der in anderen Kreisen und Gemeinden gleicher Größe zu vergleichen und somit einen Hinweis darüber zu erhalten, ob und wie sich die Situation vor Ort von anderen unterscheidet. Zudem ist es wichtig zu wissen, ob und wie sich die Unfallsituation von Kindern in den folgenden Jahren weiterentwickelt hat. Daher wurden nicht nur für den Folgezeitraum 2006 bis 2010 die Kinderunfalldaten nach dem gleichen Prinzip ausgewertet, zusätzlich wurde berechnet, ob die Situation jedes Kreises/kreisfreien Stadt im Trend der bundesdeutschen Gesamtentwicklung liegt, ob die Verkehrsunfälle vor Ort überdurchschnittlich zurückgegangen sind oder ob sich in den letzten Jahren im Vergleich zur gesamtdeutschen Entwicklung wenig getan hat. Diese Analysen wurden auch im Rahmen des Städtevergleiches angestellt. Da die Zuständigkeit für die Durchführung von Verkehrssicherheitsmaßnahmen in weiten Bereichen bei den Ländern liegt, wurde das Konzept erweitert und für jedes Bundesland eine Sonderauswertung der Daten vorgenommen, sodass die Verantwortlichen auf Landesebene für ihre Verwaltungseinheit zusätzlich die Information erhalten, wie die Kreise landesintern zueinander stehen. Ergebnis ist, dass Kinderverkehrsunfälle in der Bundesrepublik nicht gleichmäßig verteilt sind, vielmehr belegt die bevölkerungsbezogene Analyse auf Kreisebene ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Die Analyse nach Art der Verkehrsteilnahme ergab, dass Kinder als Fußgänger besonders häufig in Nordrhein-Westfalen und großen Städten der Bundesrepublik verunglücken, während Kinder als Radfahrer in Kreisen und kreisfreien Staedten in Schleswig-Holstein, Niedersachen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg besonders gefährdet sind. Als Mitfahrer in Pkw verunglücken die meisten Kinder in den ländlichen Regionen Bayerns und den östlichen Regionen der Bundesrepublik. Insbesondere für den Osten der Bundesrepublik und das östliche Bayern konnte durch den Vergleich der Daten der Kinderverkehrsunfälle von 2001 bis 2010 nachgewiesen werden, dass der deutliche Rückgang der Kinderverkehrsunfälle über den allgemeinen bundesdeutschen positiven Trend hinausgeht. Es wurde allerdings auch festgestellt, dass in manchen Kreisen bereits 1984 (Unfallatlas Heinrich/Hohenadel) hohe Unfallbelastungen zu beobachten waren. Diese Ergebnisse der Kreisanalyse finden sich auch auf Gemeindeebene wieder. Danach steigt das auf die Altersgruppe bezogene Risiko für Fußgänger mit der Größe einer Stadt, während Radfahrer in sogenannten Mittelstädten besonders häufig verunglücken. Als Mitfahrer in Pkw tragen Kinder in sehr kleinen Orten unter 10.000 Einwohnern ein deutlich erhöhtes Risiko. Die Analyse der Unfallentwicklung in den Städten berücksichtigte ebenfalls den bundesdeutschen Trend. Fuer die 15 Großstädte konnte so nachgewiesen werden, dass sich in der Mehrzahl der Großstädte die Unfallkennziffern zwischen 2003-2005 und 2008-2010 positiv im bundesdeutschen Trend entwickelten. In sieben Großstädten lagen die Werte sogar darüber. Während die Vergleiche der mittleren und großen Kreise und Gemeinden auf einer stabilen Berechnungsbasis erfolgten, sind bei den sehr kleinen Kreisen und Gemeinden aufgrund geringer Bevölkerungsdichte Verzerrungen möglich. Daher sollten insbesondere bei hohen Unfallbelastungen keine voreiligen Schlüsse gezogen werden, vielmehr ist eine sorgfältige Interpretation angezeigt. So ist beispielsweise insbesondere in vom Tourismus geprägten Gebieten eine erhöhte Unfallbelastung identifiziert worden, die allerdings aufgrund der erhöhten Anzahl von Kindern, die sich nur vorübergehend in den Gebieten aufhalten und nicht gemeldet sind, relativiert werden muss. Die Analyse und Erklärung spezifischer Verkehrsunfallsituationen vor Ort sollte daher die gesamte Bandbreite möglicher Zusammenhänge einbeziehen. Denn nur, wenn die wirklichen Probleme und Zusammenhänge erkannt sind, können sinnvolle Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit von Kindern eingeleitet werden.
Kurzfassung auf Englisch: This report is a presentation of the second atlas of traffic accidents involving children from the German Federal Highway Research Institute, in which one is able to gain a picture of the traffic accident situation involving children for all districts, cities and municipalities in Germany. Whereas the first atlas of traffic accidents involving children analysed the regional distribution of traffic accidents involving children, this one focuses on the situation in the subsequent five-year period. This again makes it possible to compare the traffic safety situation concerning local children with those in other districts and municipalities of the same size and thereby discern information concerning whether the local situation differs from that in other areas, and if so the extent to which this is the case. It is important to know whether and how the accident situation involving children has developed in the ensuing years. Therefore, not only was the data on accidents involving children analysed for the subsequent period 2006-2010, adopting the same principle, but additional analyses were carried out in order to determine whether the situation in each district/autonomous municipality follows the trend which prevails in the overall development in Germany whether the number of local traffic accidents has been reduced to an above-average extent or whether there have not been many changes in recent years, when compared to the overall development in Germany. These analyses were also conducted within the scope of a comparison among cities. As the responsibility for the implementation of traffic safety measures mainly lies with the federal states, the concept has been expanded with a special data analysis being carried out for each federal state, enabling those responsible at state level to be provided with additional information for their administrative unit, concerning how the districts compare with the respective state. The result is that traffic accidents involving children are not evenly distributed throughout the Federal Republic of Germany; on the contrary, the population-based analysis at district level provides clear evidence of a north-south divide. When basing the analysis on the type of traffic participation, it became apparent that children were especially involved in accidents as pedestrians in North Rhine-Westphalia and large cities in the Federal Republic of Germany, whilst children as cyclists were especially at risk in districts and autonomous municipalities in Schleswig-Holstein, Lower Saxony, Mecklenburg-Western Pomerania and Brandenburg. Most children are involved in accidents as vehicle passengers in the rural areas of Bavaria and in the eastern regions of the Federal Republic of Germany. It was especially the case in the east of the Federal Republic of Germany and in Bavaria, that the comparison of data concerning traffic accidents involving children for the years 2001 to 2010, resulted in the determination that the considerable reduction in the number of traffic accidents involving children exceeded the positive trend which prevails in the Federal Republic of Germany. It was however determined that a high number of accidents could already be observed in some districts in 1984 (Unfallatlas (Atlas of accidents), Heinrich/Hohenadel). These results of the district analysis are also mirrored on the municipality level. The age group in this analysis shows that the age group-related risk for pedestrians increases with the size of a city, whilst cyclists in what are referred to as medium-sized towns and cities are involved in most of the accidents. As car passengers, children in very small towns with less than 10,000 inhabitants, face a considerably higher risk. The analysis conducted on the accident development in towns and cities also takes the German trend into account. It was therefore possible to prove that as far as the 15 cities are concerned, the statistical accident data for the years 2003-2005 and 2008-2010 developed positively within the German trend. The values were even higher in seven cities. Whereas the comparisons between the medium-sized and large districts and municipalities were made on a stable calculation basis, distortions are possible for the very small districts and municipalities due to the low population density. Therefore in the case of a high accident prevalence, no hasty conclusions should be drawn, this requires careful interpretation. It is the case for example that areas where there a large number of tourists have been determined to have a large number of accidents, but this has to be put into perspective due to the increased number of children who are only in the area temporarily so that they are not registered there. The analysis and explanation of specific local traffic accident situations should therefore take the entire spectrum of possible correlations into account. After all, meaningful measures for improving the traffic-related safety of children can only be implemented after real problems and correlations have been discerned.