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Report (Bericht) zugänglich unter
URL: http://bast.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2012/600/


Entwicklung, Verbreitung und Anwendung von Schulwegplänen

Development, spread and use of school route maps

Gerlach, Jürgen ; Leven, Tanja ; Leven, Jens ; Neumann, Annegret ; Jansen, Theo

pdf-Format:
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Freie Schlagwörter (Deutsch): Deutschland , Forschungsbericht , Inventar , Kind , Planung , Schulweg , Sicherheit; , Verbesserung
Freie Schlagwörter (Englisch): Child , Germany , Improvement , Inventory , Journey to school , Planning , Research report , Safety
Collection: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 72 Verkehrs- und Transportplanung
Institut: Sonstige
DDC-Sachgruppe: Erziehung, Schul- und Bildungswesen
Sonstige beteiligte Institution: Universität Wuppertal / Lehr und Forschungsgebiet Straßenverkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik
Dokumentart: Report (Bericht)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe M: Mensch und Sicherheit
Bandnummer: 230
ISBN: 978-3-86918-258-2
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 28.11.2012
Bemerkung: Weiterhin beteiligt: Büro für Forschung, Entwicklung und Evaluation, Wuppertal; Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH, Koordinierungsstelle Mobilitätsmanagement/Verkehrssicherheit
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieses Forschungsprojektes war es, eine bundesweite Analyse von Schulwegplänen durchzuführen. Dabei wurden sowohl der Entstehungsprozess als auch die Verbreitung und Nutzung betrachtet. Im Ergebnis sollten daraus Handlungsempfehlungen für eine zukünftige Ausrichtung abgeleitet werden. Dazu wurden umfangreiche Erhebungen und Analysen durchgeführt. Neben einer Befragung der zuständigen Länderministerien für Kultus, Inneres und Verkehr zur Erlasslage und weiteren landesweiten Hintergründen erfolgte eine bundesweite Bestandsaufnahme von Schulwegplänen in Kommunen und Schulen. Hierzu wurde eine repräsentative, geschichtete Zufallsstichprobe von 1.178 Kommunen gebildet. Es lagen aus 377 Kommunen und 1.646 Schulen auswertbare Antworten vor. Insgesamt wurden in diesem Zusammenhang 622 Schulwegpläne zur Verfügung gestellt, deren Inhalte systematisch klassifiziert und entsprechend aufbereitet wurden. Ergänzend zu diesem Gesamtüberblick erfolgten Detailanalysen zu knapp 100 Schulwegplänen. Hierzu wurden neben der Verwaltung der Kommunen erneut die Schulen und zusätzlich die Polizei befragt. Im Rahmen von Elternbefragungen an 16 Schulen wurden Erkenntnisse zur Nutzung, Bedeutung und Bewertung von Schulwegplänen gesammelt. Abschließend erfolgte für 26 Schulwegpläne eine Überprüfung ausgewählter Inhalte im Rahmen von Vor-Ort-Begehungen. Die aus diesen Erhebungen und Analysen abgeleiteten Handlungsempfehlungen wurden auf einem Workshop mit Experten aus Praxis und Wissenschaft diskutiert, um zu gewährleisten, dass diese möglichst praxis- und bedarfsgerecht sind. Im Ergebnis konnten für 17 Problembereiche Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, die übersichtlich dargestellt und mit konkreten Beispielen ergänzt sind. Zudem wurden Hinweise formuliert, die zukünftig bei der Erarbeitung von Schulwegplänen berücksichtigt werden sollten. Schulwegpläne sind ein bekanntes und angenommenes Instrument zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auf Schulwegen. Dies zeigen die Ergebnisse in Bezug auf den Verbreitungsgrad, zumindest für einige Bundesländer. Aber obwohl es zahlreiche sehr gute Beispiele von Schulwegplänen, Radschulwegplänen, Schulwegratgebern und Kinderstadt(teil)plänen gibt, wird es für erforderlich gehalten, die gewonnenen empirischen Erkenntnisse in zukünftigen Empfehlungen und Hinweisen zur Erstellung von Schulwegplänen stärker zu berücksichtigen. Dies ist notwendig, da sich der Bedarf aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen in den Kommunen und Schulen – z. B. im Hinblick auf das Mobilitätsverhalten der Kinder – bereits zeigt. Die Frage, was ein guter Schulwegplan ist und was dieser enthalten soll, hängt von den Problemen und Zielen ab, die vor Ort beschrieben und konkretisiert werden müssen. Den "einen optimalen Schulwegplan" kann es daher nicht geben. Ein guter Schulwegplan ist grundsätzlich ein Hilfsmittel, um sowohl allgemein übliche als auch vor Ort konkretisierte Ziele zu erreichen. Grundlage eines guten Schulwegplanes ist neben der Unfallanalyse die Berücksichtigung der örtlichen Rahmenbedingungen und der Bedürfnisse der Kinder und Eltern auf den Schulwegen. Die Überprüfung der Schulwegpläne hat ergeben, dass die Empfehlungen oft fehlerhaft sind. Häufige Defizite auf empfohlenen Schulwegen sind zu hohe zulässige Geschwindigkeiten, mangelnde Sichtbeziehungen und zu weite, nicht akzeptierte Umwege. Daher sind bei der Erstellung eines Schulwegplanes Vor-Ort-Begehungen unerlässlich, um derartige Fehler und falsche Wegeempfehlungen zu vermeiden. Gefahrenstellen sind mindestens textlich, am besten mittels Bildern zu erläutern und es sollten Handlungsoptionen für die Bewältigung der Gefahrenstellen angegeben werden. Zudem können didaktische Hilfestellungen für Eltern zum Einüben der Schulwege sinnvoll sein. Ein weiteres Ergebnis dieses Forschungsvorhabens ist ein Leitfaden, der Schritt für Schritt auch für "Laien" die Erstellung von Schulwegplänen beschreibt und dabei die Erkenntnisse dieses Projektes berücksichtigt. Inhaltliche Schwerpunkte dieses Leitfadens sind neben Beispielen die Bestandsaufnahmen und Schulweganalysen mittels Checklisten und die Bereitstellung aller notwendigen Vorlagen und Grafiken.
Kurzfassung auf Englisch: Aim of the research project was to nationwide analyse school route maps. In this context, the process of development as well as the spread of school route maps and its use were examined. As a result, recommendations for a future orientation should be deduced. For this, purpose, comprehensive enquiries and analysis were organised. Besides an interview of the responsible State Ministries of culture, interior and traffic about the situation of corresponding state decrees and further statewide backgrounds corresponding to this topic, a nationwide stock taking of school route maps in councils and schools took place. For this, a representative, stratified random sample of 1,178 councils was generated. Analysable answers arrived from 377 councils and 1,646 schools. In this context, 622 school route maps were allocated of which the contents were systematically classified and appropriately edited. In addition to the entire overview, about 100 school route maps were analysed in detail by interviews of the urban administrations, the schools and additionally the police. In the context of interviewing the parents at 16 schools, conclusions about use, importance and valuation of school route maps were drawn. Finally an audit for selected content of 26 school route maps was carried out within an onsite inspection. The recommendations resulting from these surveys and analysis were discussed by experts from practice and science to ensure that they are at most adequate and practice-orientated. As a result, recommendations could be deduced for 17 fields which are clearly arranged and complemented with examples. Furthermore, advices were developed to be considered as part of the developing of school route maps in the future. School route maps are a known and accepted tool to increase road safety on routes to schools. This is shown by the results concerning the diffusion rate at least in some states. Although many very good examples exist for these maps as well as for school route maps for cyclists, school route guides and children’s city maps, it is necessary to consider the empirical results more in future recommendations This is necessary since the demand exists already because of social changes in municipalities and schools e.g. with respect to the mobility behaviour of the children. The definition of a good school route map and its contents depends on problems and aims which have to be described and specified locally. Thus, the "ideal school route map" cannot exist. A good school route map is basically a tool to reach common as well as locally specified aims. Basis of a good school route map is – besides the accident analysis – the consideration of local conditions and needs of children and parents on their ways to school. The examination of the school route maps showed that recommendations are often incorrect. Common deficiencies of recommended routes to school are excessive permitted speed limits, lacking lines-of-sight and too long and not accepted detours. Therefore on-site-visits are necessary during the development of a school route map to avoid such mistakes and wrong recommendations for routes. Dangerous spots have to be explained at least textually, at best using photographs. Courses of action should be provided to manage dangerous spots. Moreover, didactic guidances for parents can be useful for practising the way to school. Another research result is a step-by-step guideline describing the development of school route guides in layman’s terms under consideration of these project results. Focal points of the guideline’s content are, besides exemplary planning results, checklist-based status-quo- and school route analysis and the provision of all necessary templates and graphics.