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Report (Bericht) zugänglich unter
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Verkehrserziehungsprogramme in der Lehreraus-/Fortbildung und deren Umsetzung im Schulalltag : Am Beispiel der Moderatorenkurse "Eva", "XpertTalks", "sicherfahren" und "RiSk"

Traffic education in teacher training and advanced training and its implementation in the school routine

Neumann-Opitz, Nicola ; Bartz, Rita

pdf-Format:
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Freie Schlagwörter (Deutsch): Akzeptanz , Berufsausübung , Bewertung , Deutschland , Erziehung , Fahranfänger , Forschungsbericht , Interview , Jugendlicher , Personal , Schule , Sicherheit , Verfahren , Verkehr
Freie Schlagwörter (Englisch): Adolescent , Attitude (psychol) , Education , Evaluation (assessment) , Germany , Interview , Method , Occupation , Personnel , Recently qualified driver , Research report , Safety , School , Traffic
Collection: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 83 Unfall und Mensch
Institut: Abteilung Verhalten und Sicherheit im Verkehr
DDC-Sachgruppe: Erziehung, Schul- und Bildungswesen
Dokumentart: Report (Bericht)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe M: Mensch und Sicherheit
Bandnummer: 216
ISBN: 978-3-86918-105-9
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 27.08.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Verkehrserziehung an weiterführenden und beruflichen Schulen findet bislang nicht in dem Maße statt, wie es in den Empfehlungen der Kultusministerkonferenz (KMK) für Verkehrserziehung von 1994 beschrieben ist. Gründe für die eher schleppende Umsetzung sind unter anderem das Fehlen eines "Basiswissens" verkehrserzieherischer Inhalte sowie mangelhafte Kenntnisse hinsichtlich methodischer Möglichkeiten. Mit den Projekten "EVA" (Bayern), "XpertTalks" (NRW), "sicherfahren" (Sachsen) und "RiSk" (Hessen) besteht für Lehrer erstmals die Möglichkeit, sich in der Ausbildung, im Referendariat und in der Fortbildung systematisch mit dem Thema der besonderen Verkehrsunfallgefährdung junger Fahrer zu befassen. Neben theoretischem Hintergrundwissen werden in diesen Lehrgängen verschiedene Moderationstechniken und Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Dritten erarbeitet. In diesem Zusammenhang wurde untersucht, wie Lehrer und andere mit der Thematik befasste Personen, die auf die oben beschriebene Weise Kontakt mit Fragen der Verkehrserziehung hatten, diese Programme grundsätzlich einschätzen und ob sie langfristig bereit sind, das Thema im Unterricht der weiterführenden Schulen zu bearbeiten, oder ob nach Einkehr des Unterrichtsalltages Fragen der Verkehrserziehung kaum noch berücksichtigt werden. Im Rahmen einer Langzeitstudie wurden Lehrer sowohl unmittelbar nach der Ausbildung als auch einige Jahre später befragt. Die Befragung der Moderatoren unmittelbar nach der Ausbildung belegt, dass alle vier Programmvarianten insgesamt sehr positiv gesehen werden. Dabei werden insbesondere die neu erlernten methodischen Ansaetze (Dilemmaspiel, Reden über Dritte) befürwortet, die auch den Kern des Ansatzes der personalen Kommunikation darstellen. Diese Methoden überzeugten, weil die Jugendlichen selbst die gewünschten Ergebnisse erarbeiten und der Moderator nicht moralisieren muss. Eine zweite Befragung der Moderatoren, die einige Jahre nach der Ausbildung durchgeführt wurde, zeigt, dass die Programme "EVA", "sicherfahren" und "XpertTalks" in einem ganz beachtlichen Umfang im beruflichen Alltag umgesetzt werden. Die Gründe derjenigen, die selten oder nicht als Moderatoren aktiv wurden, sind eher organisatorischer als inhaltlicher Art. Anhand der Befragungen konnte zudem nachgewiesen werden, dass unabhängig von den Programmen der fächerübergreifenden Fragestellung der Verkehrserziehung von den Moderatoren eine deutlich höhere Bedeutung beigemessen wird, als bei Lehrern sonst üblich. Die Bedeutung der Programme "EVA", "sicherfahren", "RiSk" und "XpertTalks" geht zudem über das Thema der Verkehrssicherheit hinaus, da die Programme eine allgemeine Methodenkompetenz vermitteln. Die ausgebildeten Moderatoren übertrugen die Methoden sehr häufig auch auf Themenfelder wie Gewalt, Alkohol und Drogen, Sozialverhalten, Kriminalität etc. Insofern tragen die Veranstaltungen zur Verbesserung der Methodenkompetenz von Lehrern und Polizeibeamten sowie zur grundlegenden Handlungs- und Risikokompetenzförderung Jugendlicher und Heranwachsender bei. Das kommt nicht nur der Verkehrssicherheit zugute.
Kurzfassung auf Englisch: Traffic education at advanced and vocational schools is currently not performed to the extent specified in the recommendations for traffic education issued by the Education Ministers' Conference (KMK) in 1994. The reasons for this rather slow implementation are the lack of "basic knowledge" concerning traffic education and lack of knowledge concerning suitable training methods. For the first time, the projects "EVA" (Bavaria), "XpertTalks" (North-Rhine Westphalia), "Drive Safely" (Saxony) and "RiSk" (Hesse) provide teachers with the option of dealing with the special accident risks of young drivers in a systematic manner during the theoretical and practical part of their studies and their continued education. These courses provide basic background knowledge and develop different presentation methods and possibilities in cooperation with third parties. It was investigated how teachers and other persons who are involved in this issue and were exposed to questions of traffic education in the way described above rated these programmes in principle, on whether they were prepared to deal with this issue in the long run as part of the instruction at advanced schools or whether traffic education is bound to be neglected during the normal school routine. Teachers were questioned immediately after training and a few years later as part of a long-term study. The survey among presenters immediately after training proved that the overall rating for all four programme versions was very positive. The newly taught methods (dilemma game, talking about third parties), which formed the core of the new approach to personal communication, found particular approval. These methods were convincing, because the adolescents developed the desired results on their own and the presenter did not have to sound patronising. The second survey among the presenters was preformed several years after training and showed that the programmes "EVA", "Drive Safely" and "XpertTalks" had been integrated into the professional routine to a considerable degree. Teachers who never or rarely acted as presenters tended to give organisational rather than content-related reasons. The surveys showed that presenters assigned a much higher importance to interdisciplinary issues in traffic education than teachers normally do. This effect was independent of the programmes. The importance of the programmes "EVA", "Drive Safely", "RiSk" and "XpertTalks" exceeds the scope of traffic safety, as the programmes provide skills in a general method. The presenters trained often transferred these methods to other areas such as violence, drugs, social behaviour, crime, etc. The programmes therefore increase the knowledge of methods among teachers and police officers as well as the basic development of life and risk-handling skills among adolescents. This provides benefits beyond the scope of traffic safety.