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Report (Bericht) zugänglich unter
URL: http://bast.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2012/585/


Internationale und nationale Telematik-Leitbilder und ITS-Architekturen im Strassenverkehr

International and national guidelines for telematics and ITS-architectures in road traffic

Boltze, Manfred ; Krüger, Philip ; Reusswig, Achim

Weitere Beteiligte (Hrsg. etc.): Hillebrand, Ingo

pdf-Format:
Dokument 1.pdf (17.462 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Deutschland , Entwicklung , Europa , Forschungsbericht , Intelligentes Transportsystem , International , Richtlinien , Stand der Technik (Bericht) , Straßenverkehr , Telematik
Freie Schlagwörter (Englisch): Development , Europe , Germany , Intelligent transport system , International , Research report , Road traffic , Specifications , State of the art report , Telematics
Collection 1: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 72 Verkehrs- und Transportplanung
Collection 2: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 73 Verkehrsregelung
Institut: Sonstige
DDC-Sachgruppe: Handel, Kommunikation, Verkehr
Sonstige beteiligte Institution: Technische Universität <Darmstadt> / Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrstechnik
Dokumentart: Report (Bericht)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe F: Fahrzeugtechnik
Bandnummer: 79
ISBN: 978-3-86918-145-5
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 09.08.2012
Bemerkung: Weitere beteiligte Körperschaft: Zentrum für integrierte Verkehrssysteme an der Technischen Universität Darmstadt
Kurzfassung auf Deutsch: In Deutschland existieren bereits seit Jahren viele leistungsfähige Telematiksysteme und Referenzarchitekturen für Teilbereiche, z. B. TLS (BASt, 2002) und MARZ (BASt, 1999) zum Aufbau von Verkehrsbeeinflussungsanlagen an Bundesfernstraßen. Die Entwicklungen solcher Systeme in Deutschland gehen bis in die 1990er Jahre und davor zurück. Zum Teil wurden diese Ansätze auch von anderen Ländern übernommen und sind dort erfolgreich implementiert. Bislang fehlt aber in Deutschland ein nationaler Orientierungsrahmen für den Aufbau und die Vernetzung von Telematiksystemen, sodass viele Implementierungen als unvernetzte Insellösungen betrieben werden und mögliche Synergien ungenutzt bleiben. Die Vorteile einer übergreifenden ITS-Architektur wurden bereits durch zahlreiche Arbeiten seit den frühen 1990er Jahren belegt und sind heute unstrittig. In anderen Ländern liegen solche nationalen Orientierungsrahmen bereits seit Jahren vor. Die USA hat als erstes Land im Jahr 1996 eine nationale ITS-Architektur (NITSA) veröffentlicht, die bis heute bereits zur sechsten Version fortgeschrieben wurde. Im Rahmen dieser Entwicklungen wurde ein ganzes Netz an Zuständigkeiten und Organisationseinheiten eingerichtet, um eine effiziente und nachhaltige Nutzung der NITSA zu gewährleisten. Auch rechtliche Maßnahmen wurden ergriffen, um eine Verbindlichkeit für die Anwendung der ITS-Architektur in Teilen zu erreichen und deren Verbreitung zu sichern. Viele andere Länder ausserhalb und innerhalb Europas besitzen ebenfalls seit Jahren eigene nationale ITS-Architekturen. Auf europäischer Ebene gibt es bereits seit den frühen 1990er Jahren Forschungsprojekte zu einer europaweit harmonisierten ITS-Architektur. Mit KAREN wurde im Jahr 2000 die erste Version einer europäischen ITS-Rahmenarchitektur veröffentlicht. In den FRAME-Projekten, bis hin zum aktuellen Projekt E-FRAME, wurde und wird diese ITS-Architektur fortgeschrieben. In der europäischen Verkehrspolitik spielt die Telematik eine wesentliche Rolle. Mit dem Aktionsplan zur Einführung von ITS in Europa (KOM(2008) 886) oder dem Richtlinienvorschlag zur Festlegung eines Rahmens für die Einführung von ITS im Straßenverkehr (KOM(2008) 887) sind gezielte Maßnahmen, auch im Hinblick auf eine europäische ITS-Architektur, in Vorbereitung. Deutschland nimmt im Angesicht dieser Entwicklungen eine Sonderrolle ein, weil hier noch kein Orientierungsrahmen zum Aufbau einer nationalen ITS-Architektur geschaffen wurde. Dass solch ein Orientierungsrahmen anzustreben ist, wird von allen beteiligten Interessengruppen aus dem Bereich ITS gleichermaßen vertreten. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts wurde ein Workshop durchgeführt, der dies deutlich bestätigte. Das wesentliche Ziel dieses Forschungsprojekts bestand darin, aus den Entwicklungsprozessen und Erfahrungen in anderen Ländern und den bisherigen Erfahrungen im Inland Empfehlungen für den Aufbau einer nationalen ITS-Architektur in Deutschland abzuleiten. Dazu wurden zunächst im Rahmen einer Strukturierung Begriffsbestimmungen vorgenommen und ein Beschreibungs- und Bewertungsschema für die Analyse von ITS-Architekturen entwickelt. Ein Workshop wurde durchgeführt, um einen Eindruck über die Standpunkte der beteiligten Interessengruppen zu gewinnen und festzustellen, wie der Prozess für die Entwicklung einer nationalen ITS-Architektur in Deutschland begonnen werden könnte. Im Anschluss an diese Arbeiten wurden zum einen eine Auswahl von Beispielen für ITS-Architekturen in Deutschland und zum anderen nationale ITS-Architekturen weltweit analysiert. Aus den Analysen wurden Handlungsempfehlungen für die Entwicklung einer ITS-Architektur für Deutschland abgeleitet. Diese Empfehlungen beziehen sich zum einen auf den gesamten Prozess zur Erstellung und Fortschreibung einer nationalen ITS-Architektur und zum anderen auf die Inhalte der zu erarbeiteten Dokumente wie des nationalen ITS-Leitbilds und des nationalen ITS-Rahmenplans, der Rahmenarchitektur und der Referenzarchitekturen. Als Ergebnis dieses Forschungsprojekts wurden 40 Empfehlungen für den Aufbau einer nationalen ITS-Architektur in Deutschland formuliert.
Kurzfassung auf Englisch: In Germany, the development of ITS started even before 1990. Germany has developed guidelines and standards for the implementation of Intelligent Transportation Systems (ITS), e.g. TLS (BASt, 2002) and MARZ (BASt, 1999) for traffic management on highways. Some of these works have been transferred successfully to other countries. However, until today a national framework for the integration of ITS in Germany is missing. Currently many of Germany’s telematic systems operate without any connection to each other. The potential for synergies is not used. The advantages of the implementation of a national ITS-architecture have been examined in many research projects and are generally agreed on. In other countries, national frameworks for the implementation of ITS exist since many years. As the first country, the USA has published its National ITS-Architecture (NITSA) in 1996. Meanwhile NITSA is available in its 6th Version. In the USA, a network of responsibilities and organizational units has been implemented to ensure the efficient and sustainable use of the NITSA. For that purpose the US government has been taken legal measures to make the use of the NITSA in parts mandatory and to ensure its deployment. Beside the USA many other countries throughout Europe and other parts of the world have developed national ITS-architectures, too. Since the early 1990s and before research on a European framework architecture for ITS is funded by the European Union. The first version of a European ITS framework architecture was published in 2000 as the result of the KAREN project. This architecture has been updated in the FRAME-projects and is currently revised in the E-FRAME project. Furthermore, the use of ITS plays an important role in the European transport policy. The ITS Action plan (KOM(2008) 886) and the proposal for a guideline for the agreement on a framework for the implementation of ITS (KOM(2008) 887) contain specific measures for the implementation of ITS in Europe and a European framework architecture for ITS. Facing these activities, Germany takes on a special position because there is no national framework architecture for ITS. The need for such a national framework architecture is emphasized by the majority of stakeholders in the field of ITS. A workshop with the stakeholders of the German ITS community was conducted as part of this research project and underlined this position. The aim of this research project was to define recommendations for the implementation of a national ITS-architecture in Germany, based on the analysis of existing ITS-architectures. Several steps were taken to reach this goal. At first, the relevant terms regarding ITS were defined and an evaluation form for the analysis of ITS-architectures was developed. A workshop was carried out to clarify the positions of the ITS related stakeholders in Germany and to define the next steps for a possible development of a national ITS-architecture. Finally, a number of existing ITS-architectures in Germany and the ITS-architectures of a set of countries were analyzed. Recommendations for the development of a national ITS-architecture in Germany were defined. These recommendations can be separated into two parts. The first part refers to the process for the development, maintaining and updating of a national ITS-architecture. The second part contains recommendations regarding the national ITS strategy, the ITS framework architecture and the reference architectures. As a result of this research project, 40 recommendations for the implementation of a national ITS-architecture in Germany have been defined.