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Verbundprojekt "Leiser Straßenverkehr 2" : Reduzierte Reifen-Fahrbahn-Geräusche

Project "Quiet Road Traffic 2"

Projektgruppe "Leiser Straßenverkehr 2"

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Absorption , Bituminöses Mischgut , Brücke , Deutschland , Dränasphalt , Fahrbahntafel , Forschungsbericht , Fuge , Hohlraumgehalt , Kontakt Reifen Straße , Lärm , Lkw , Polymer , Reifen , Schall , Simulation , Strömung , Struktur (physikochem) , Verminderung , Versuch
Freie Schlagwörter (Englisch): Absorption , Bituminous mixture , Bridge , Bridge deck , Contact (tyre road) , Flow (fluid) , Germany , Joint (structural) , Lorry , Measurement , Noise , Polymer , Porosity , Porous asphalt , Research report , Simulation , Sound , Structure (physicochem) , Test , Tyre
Collection 1: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 91 Fahrzeugkonstruktion
Collection 2: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 15 Umwelt
Collection 3: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 23 Deckeneigenschaften
Institut: Stabstelle Presse und Öffentlichkeitsarbeit
DDC-Sachgruppe: Ingenieurwissenschaften
Dokumentart: Report (Bericht)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe S: Straßenbau
Bandnummer: 74
ISBN: 078-3-86918-183-7
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 10.08.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Eine moderne Verkehrsinfrastruktur ist die Voraussetzung für Mobilität und wirtschaftliches Wachstum. Um in Zeiten der Globalisierung den Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern und auszubauen, gilt es, flexibel auf die sich rasant ändernden Rahmenbedingungen zu reagieren. Verkehr erzeugt jedoch Lärm, den die Bevölkerung mit steigender Sensibilität wahrnimmt. Leistung, Produktivität und Lebensqualität sind durch Lärm stark beeinträchtigt. Etwa 60 % der Bevölkerung in Deutschland fühlen sich durch den Straßenverkehrslärm belästigt. Die Auswirkungen des Lärms von der Beeinträchtigung der Konzentration und Kommunikation bis hin zur möglichen Schädigung der Gesundheit sind durch umfassende Studien des Umweltbundesamtes (UBA) belegt. Im Dezember 2009 wurde nach vier Jahren Forschungsarbeit das durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderte Forschungsprojekt „Leiser Straßenverkehr 2” erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt elf Partner aus Industrie und Forschung haben gemeinsam Lösungen erarbeitet, wie der Straßenverkehrslärm dauerhaft reduziert werden kann. Die Projektkosten wurden auf ca. 4,5 Mio. EUR veranschlagt und werden jeweils zu 50 % vom BMWi und den Forschungspartnern getragen. Der Bau der Erprobungsstrecken wird aus Baumitteln finanziert. Auf diese Weise unterstützt das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) das Projekt „Leiser Straßenverkehr 2”. Einen Schwerpunkt des Projektes stellte die Entwicklung eines leiseren Lkw-Reifens für die Antriebsachse dar. In Zusammenarbeit mit dem Projektpartner Continental AG konnte im Frühjahr 2009 ein geräuschreduzierter Lkw-Reifen auf dem Markt eingeführt werden, der gegenüber dem Vorgängerprodukt um ca. 3,5 dB(A) leiser ist. Die Firma Continental AG plant, dieses neue leisere Reifenprofil auf andere Reifendimensionen zu übertragen. Darüber hinaus wurde von der Technischen Universität Hamburg-Harburg, der Leibniz Universität Hannover und der Firma Continental AG ein Berechnungsmodell zur detaillierten Simulation eines rollenden Reifens auf einer Fahrbahn, der daraus resultierenden Reifenschwingungen und der damit verbundenen Geräusche entwickelt. Erstmals steht ein derartiges Instrument für die Reifenoptimierung zur Verfügung. Eine weitere Schallreduktion wurde im Projekt angestrebt, indem die akustische Lebensdauer von offenporigen Asphalten durch Vermeidung der Verschmutzung verlängert wird. Um dies zu erreichen, wurde ein modifiziertes Bitumen entwickelt, mit dem die Schmutzanhaftung an den Hohlraumwandungen offenporiger Asphalte minimiert werden kann. Im Rahmen der Erprobung auf der Bundesautobahn A 24 bei Berlin wird derzeit geprüft, wie sich dieser modifizierte offenporige Asphalt in der Straßenbaupraxis bewährt. Darüber hinaus wurden von der Firma Müller BBM Resonatoren entwickelt, die in die offenporige Deckschicht integriert werden und aufgrund ihrer speziellen Frequenzabstimmung ein breiteres Frequenzband zur Schallreduzierung abdecken sollen. Im Juli 2009 erfolgte in einem Testabschnitt auf der Erprobungsstrecke A 24 die bautechnische Umsetzung der Ergebnisse in die Praxis. Ein weiterer Schwerpunkt im Projekt war die akustische Optimierung von Lamellen-Fahrbahnübergängen für lange Brücken. Umfangreiche Untersuchungen wurden dabei im Prüfstand Fahrzeug/Fahrbahn der BASt durchgeführt. Im Juli 2009 wurden die neuen lärmarmen Oberflächen auf einem Fahrbahnübergang auf der A 10 bei Phoeben/Havelbrücke eingebaut und zeigten im Vergleich zum Lamellen-Fahrbahnübergang ohne Rautenelemente eine lärmreduzierende Wirkung von ca. 5 dB(A). Insgesamt zeigen die Forschungsergebnisse Entwicklungspotenziale zur weiteren Schallreduktion auf. Ein zentrales Ziel weiterführender Forschungskonzepte wird es sein, neuartige lärmarme Fahrbahnbeläge zu entwickeln und technische Lösungen für die Anwendung in der Straßenbaupraxis zu finden. Darüber hinaus sollen die Simulationsmodelle erweitert und optimiert werden, damit unter Berücksichtigung verschiedener Einflüsse aus Reifen und Fahrbahn Geräuschprognosen schnell und zuverlässig möglich sind.
Kurzfassung auf Englisch: A modern transport infrastructure is the precondition for mobility and economic growth. In order to maintain and to continuously develop Germany’s competitiveness it is of significant importance to react in a flexible way to the rapidly changing conditions. However, traffic generates noise which is perceived with increasing sensibility by the population. Capability, productivity, and lifequality are highly affected. Around 60% of the population in Germany feel harassed by traffic noise. The effects of noise such as concentration and communication impairment as well as possible damages to health are verified by detailed studies of the Federal Environment Agency (UBA). In December 2009, the project Quiet Road Traffic 2 was successfully concluded after four years of research financially supported by the Federal Ministry of Economics and Technology (BMWi). In close collaboration, eleven associates from industry and research have developed solutions how traffic noise could permanently be reduced. The project budget was about 4.5 million Euro, in equal parts funded by the BMWi and the project associates respectively. The realisation of test tracks was provided by construction funds. In this manner, the Federal Ministry of Transport, Building and Urban Development (BMVBS) supported the project. One focus of the project was the development of a quieter truck tire for the driving axle. In cooperation with the company Continental AG, a noise-reduced truck tire could finally be put on the market in spring 2009. Compared to the predecessor this tire is approximately 3.5 dB(A) quieter. The company Continental AG is going to apply the new, quieter profile to other tire dimensions as well. Additionally, the Technical University Hamburg-Harburg, the Leibniz University Hannover and the company Continental AG have developed a calculation model for the detailed simulation of a rolling tire on a road surface and the determination of the tire vibrations and the resulting noise emission. This is the first time that an instrument for the optimisation of tires is made available. Further reduction of noise emission was tackled by increasing the acoustic life-time of porous asphalt which was done by preventing contamination of the pores. For this purpose, modified bitumen has been developed to minimise the adhesion at the cavity walls in the porous asphalt. The modified asphalt is currently being tested on the Highway A 24 near Berlin. Besides, the company Mueller BBM has developed resonators which are integrated into the porous topping. They cover a broad frequency band for noise reduction due to their specific frequency tuning. The implementation in practice took place on the Highway A 24 in July 2009. Furthermore, expansion joints for long bridges have been acoustically optimised. Therefore, detailed studies were carried out in the vehicle-pavement interaction test facility at the BASt. The new surfaces have been implemented on an expansion joint on the A 10 near Phoeben/Havelbruecke in July 2009. They showed a reduction of noise emission by approximately 5 dB(A) compared to the expansion joint without rhombus-elements. In conclusion, the research results point out further potential for noise reduction. A central goal of future research will be to develop novel, silent road pavement and to find technical solutions for the adaption of the former in practice. Additionally, the simulation models have to be optimised in order to provide a fast and reliable tool for sound prognoses.