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Report (Bericht) zugänglich unter
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Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit von Kleintransportern

Road safety measures for light commercial vehicles

Roth, Jens-Jochen

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Deutschland , Effizienz , Fahrerassistenzsystem , Fahrerweiterbildung , Fahrstabilität , Forschungsbericht , Kleintransporter , Ladungssicherung , Sicherheit , Unfallverhütung
Freie Schlagwörter (Englisch): Accident prevention , Delivery vehicle , Driver assistance system , Driver training , Efficiency , Germany , Load fastening , Research report , Safety , Vehicle handling
Collection 1: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 91 Fahrzeugkonstruktion
Collection 2: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 83 Unfall und Mensch
Institut: Sonstige
DDC-Sachgruppe: Soziale Probleme, Sozialarbeit
Sonstige beteiligte Institution: Steinbeis-Innovationszentrum Logistik und Nachhaltigkeit
Dokumentart: Report (Bericht)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe M: Mensch und Sicherheit
Bandnummer: 221
ISBN: 978-3-86918-191-2
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 12.06.2012
Kurzfassung auf Deutsch: In der öffentlichen Berichterstattung und in einschlägigen Gremien ist das Thema "Kleintransporter" immer wieder Gegenstand der Behandlung. Kleintransporter vereinen die Kapazität von kleinen Güterkraftfahrzeugen mit der Flexibilität und Leistungsfähigkeit von Pkw. Zum Führen dieser Fahrzeuge wird dabei lediglich die normale Pkw-Fahrerlaubnis benötigt. Obwohl das Unfallrisiko von Kleintransportern immer noch höher ist als das für Pkw, kann festgestellt werden, dass sich der starke Anstieg der Unfallanzahlen dieser Fahrzeuge trotz weiterhin steigender Bestandszahlen nicht weiter fortgesetzt hat. Mit dem hier durchgeführten Forschungsvorhaben wurde das Ziel verfolgt, die Maßnahmen und Qualifizierungsprogramme zur Erhöhung der Verkehrssicherheit von Kleintransportern in den zurückliegenden Jahren und auch solche Maßnahmen, die zukünftig geplant sind, umfassend zu erheben. Für solche Maßnahmen, die bereits realisiert worden sind, sollte festgestellt werden, inwiefern und in welchem Maße sie Anwendung finden. Die Grundlage des Forschungsvorhabens bildeten neben einer Literaturrecherche insbesondere empirische Untersuchungen. Diese wurden in Form von mündlich-persönlichen Befragungen mit Fahrern, Maßnahmenträgern, Unternehmen, Fahrzeugherstellern und Vermietunternehmen geführt. Insgesamt konnten im Rahmen des Vorhabens 116 Personen befragt werden. Wie die Fahrerbefragung gezeigt hat, verfügen die Befragten im Allgemeinen über keine spezifische Qualifikation in Bezug auf das Führen eines Kleintransporters. Die Ausgangsbasis bildet in aller Regel die Fahrerlaubnis der Klasse B bzw. Klasse 3 (alt). In den vergangenen fünf Jahren hat lediglich jeder zweite Fahrer eine Schulung besucht. Mit einem Anteil von rund 40% sind Übertretungen von Verkehrsvorschriften durch zu schnelles Fahren der häufigste Grund von Beanstandungen. Weitere Defizite wurden in Zusammenhang mit dem Thema Ladungssicherung deutlich. Aus Sicht von Maßnahmenträgern sind die Gründe für die insgesamt geringe Teilnahme von Fahrern an Weiterbildungsmaßnahmen unterschiedlich. So ist festzustellen, dass im Bereich des Kurier-, Express und Post/Paketdienstes aufgrund der engen Einbindung des Fahrpersonals in den logistischen Leistungsprozess häufig keine Freiräume bleiben, dem Fahrpersonal eine Schulung zu ermöglichen. Hinzu kommen wirtschaftliche Zwänge der Branche. Dennoch werden von Unternehmen des Kurier-, Express- und Post/Paketdienstes verschiedene Seminare angeboten und durchgeführt. Es hat sich gezeigt, dass vor allem der Ladungssicherung ein besonderer Stellenwert beigemessen wird. Hier sehen die Unternehmen einen wichtigen Ansatzpunkt für Verbesserungsmaßnahmen, wobei es hier in erster Linie um die Senkung der Schadensquote bezogen auf das Packstück geht, d.h. die Vermeidung bzw. Senkung von Kundenreklamationen, und weniger um den Aspekt der Verkehrssicherheit. Auch im Handwerk sind Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit von Kleintransportern in Angriff zu nehmen. Die Fahrzeugsicherheit ist aus Sicht der Hersteller von zentraler Bedeutung. So hat sich die sicherheitsbezogene Ausstattung der Kleintransporter in den vergangenen Jahren stetig verbessert. Kleintransporter verfügen heute bereits serienmäßig über eine Vielzahl an allgemeinen sicherheitsbezogenen Ausstattungskomponenten. In Bezug auf die laderaumbezogene Sicherheitsausstattung werden insbesondere kundenspezifische Wünsche berücksichtigt. Auch die Durchführung von Kundenschulungen ist für die Hersteller ein wichtiges Anliegen. Betrachtet man die Zahlungsbereitschaft der Kunden, so hat sich gezeigt, dass in vielen Fällen die Kunden allerdings nicht bereit sind, für die fahrzeugspezifische Verkehrssicherheit einen höheren Kaufpreis zu entrichten. Ungeachtet dessen wird sich nach Einschätzung der Fahrzeughersteller die Verkehrssicherheit in Zukunft durch neue technische Lösungen weiter erhöhen. Aus Sicht der Vermietunternehmen hat sich die aktive und passive Sicherheitsausstattung der Kleintransporter in den vergangenen 10 Jahren stark verbessert, was sich zum Teil auch auf die Kaufentscheidung der Vermietunternehmen ausgewirkt hat. So sind bspw. bei der Kaufentscheidung neben den Anschaffungskosten durchaus Attribute wie Fahrzeugsicherheit und Langlebigkeit von zunehmender Bedeutung. Als problematisch wird das Privatkundengeschäft eingestuft. Für diesen Personenkreis ist die sicherheitsbezogene Ausstattung von Kleintransportern bislang ohne Bedeutung. Eine Verbesserung der Verkehrssicherheit von Kleintransportern ist in Zukunft nur dann zu erreichen, wenn allen Akteuren bewusst wird, dass das Fahren mit einem Kleintransporter nicht unmittelbar vergleichbar ist mit dem Fahren eines Pkw. Insgesamt ist festzustellen, dass Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit von Kleintransportern langfristig anzulegen sind und insbesondere auf Ebene des Fahrpersonals noch ein erheblicher Nachholbedarf zu verzeichnen ist.
Kurzfassung auf Englisch: Both in the public reporting as well as in relevant scientific panels, the topic "light commercial vehicles (LCV)" is frequently the subject of discussions. LCVs combine the capacity of goods vehicles with the flexibility and performance ability of passenger cars. Furthermore, those vehicles of up to 3.5 tonnes can be driven by any person with a driving licence for a passenger car. Although the accident risk for these vehicles is still considerably high, it can be noticed that their number of accidents has not continued to increase as fast as before while the vehicle stock is still increasing. The aim of this research project is to gather and evaluate road safety measures and programmes for LCVs and the players involved. On the one hand measures that have already been implemented are analysed and their mode and extend of application is assessed. On the other hand possible future measures are gathered. The principal part of the project consisted of personal interviews with drivers, training offerers, logistics companies, vehicle manufacturers and rental companies. In total 116 people took part in the surveys. The project was complemented by a workshop for experts in the field of LCVs from the above mentioned groups. The main results can be summarized as follows: The drivers generally have no specific qualification regarding LCVs. They usually only possess the driving license class B or class 3 (old) for passenger cars. In the past five years, only half of the drivers have attended some kind of training. With a share of about 40% of all violations of traffic rules by those drivers speed is stated as the most common traffic violation. Further deficits are frequently associated with cargo securing. According to training offerers the reasons for the low participation in training measures are diverse. It is stated that drivers of courier, express and post/parcel services do not have much time to take part in driving courses because of their close integration in the logistic service process. Apart from that economic barriers for taking part in qualifying measures were named. Nevertheless, companies in the courier, express and post/parcel service are offering several workshops. However, most of the workshops offered do not mainly focus on the improvement of road safety of the vehicles but on customer satisfaction. Hence, cargo securing is stated as one of the most important topics by the majority of these companies. For manufactures vehicle safety is very important. According to them, the safety level of LCVs has improved considerably and is nowadays comparable with that of passenger cars. A special challenge for manufacturers is the increasing number of up to 450 equipment options for LCVs. Nevertheless, LCV manufacturers indicate that most of their clients are not prepared to spend additional money for surplus vehicle safety. However, they still maintain that the traffic safety of LCVs will increase further due to new technical and software solutions. From the perspective of the rental business, the active and passive safety features of LCVs have improved considerably. Concerning the purchase decision of rental companies not only the price is relevant but also attributes such as vehicle safety and long life cycle have become more and more important. Contrary to business clients private customers who rent LCVs only irregularly are seen as problematic as this group of clients often rates road safety as not important. Overall, it becomes clear that the improvement of road safety of LCVs in the past mainly originates from the technical developments of these vehicles and that measures aiming at the individuals involved are still lagging behind. On the whole, an improvement in road safety of LCVs can be best achieved if all players realize that driving an LCV is not directly comparable to driving a passenger car.