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Report (Bericht) zugänglich unter
URL: http://bast.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2011/305/


Cost-benefit analysis for ABS of motorcycles

Baum, Herbert ; Westerkamp, Ulrich ; Geißler, Torsten

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Antiblockiereinrichtung , Deutschland , Forschungsarbeit , Kosten , Kosten Nutzen Vergleich , Motorrad , Prognose , Schweregrad (Unfall, Verletzung) , Sicherheit , Tödlicher Unfall , Unfall , Unfallhäufigkeit , Verhütung , Verminderung , Wirtschaftlichkeitsrechnung
Freie Schlagwörter (Englisch): Accident , Accident rate , Anti locking device , Cost , Cost benefit analysis , Decrease , Fatality , Forecast , Germany , Motorcycle , Prevention , Research report , Safety , Severity (accid, injury)
Collection: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 91 Fahrzeugkonstruktion
DDC-Sachgruppe: Ingenieurwissenschaften
Sonstige beteiligte Institution: Institut für Verkehrswissenschaften <Köln>
Dokumentart: Report (Bericht)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe F: Fahrzeugtechnik
Bandnummer: 68
ISBN: 978-3-86509-840-5
Sprache: Englisch
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 07.10.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Anfang 2000 hat die Europäische Kommission sich als Ziel gesetzt, die Zahl der Unfallgetöteten bis zum Jahr 2010 um die Hälfte zu senken. Schwerpunkte sind dabei der Pkw- und der Lkw-Verkehr. Hier konnte eine beachtliche Senkung der Unfallzahlen erreicht werden. Ein wichtiger Bestandteil des Programms stellt die Förderung von aktiven Fahrzeugsicherheitssystemen dar. Die Sicherheit im Motorradverkehr wurde allerdings bis jetzt vernachlässigt. Seit dem Jahr 1991 ist die Zahl der getöteten Motorradfahrer pro Jahr weitgehend konstant geblieben. Im selben Zeitraum hat sich die Zahl der getöteten Pkw-Insassen mehr als halbiert. Von daher sind Initiativen zur Steigerung der Motorradsicherheit begründet. Der aktiven Sicherheitstechnik Antiblockiersystem (ABS) wird ein großes Sicherheitspotential zugesprochen. Die vorliegende Studie beleuchtet ABS für Motorräder aus der volkswirtschaftlichen Sicht. Eine Nutzen-Kosten-Analyse soll klären, ob die volkswirtschaftlichen Nutzen von ABS bei Motorrädern höher sind als die dazu notwendigen Ressourcenaufwendungen. Mittels einer Sensitivitätsanalyse werden gegebenenfalls die maximal vertretbaren Ressourcenaufwendungen berechnet, ab denen ABS volkswirtschaftlich sinnvoll ist. Anschließend wird in einer Break-even Analyse geklärt, ab welchem Preis beziehungsweise ab welcher jährlichen Fahrleistung sich ABS für den Nutzer lohnt. Hierzu wird der faire Marktpreis berechnet, den der Nutzer bereit ist zu bezahlen. Für die angenommenen Marktpreise wird ebenfalls die jährliche Fahrleistung berechnet, ab der sich ABS für den Motorradfahrer lohnt. Der Zeithorizont der Analyse erstreckt sich auf die Jahre 2015 und 2020. Für diese beiden Jahre werden die Unfallzahlen hochgerechnet. Hierbei wurde prognostiziert, dass die Unfallhäufigkeit pro Million registrierte Motorräder entsprechend dem derzeitigen Trend abnimmt. Motorradfahren wird also sicherer. Der Motorradbestand wird langsamer wachsen als die Unfallhäufigkeit pro Million registrierter Motorräder abnehmen wird. In Summe bedeutet dies, dass in den Jahren 2015 und 2020 die Unfallzahlen geringer sein werden als heute. Die Nutzen-Kosten-Analyse wird pro Jahr für jeweils vier Szenarien durchgeführt. Zwei Szenarien legen die Marktdurchdringung fest. Hier wird zwischen Trendszenario und obligatorischer Einführung ab dem Jahr 2010 unterschieden. Die beiden anderen Szenarien beschreiben das Unfallvermeidungspotential von ABS. Die Wirkpotentiale werden mittels einer Literaturrecherche bestimmt. Aufgrund der Datenlage können nur die Potentiale berechnet werden, die aus der Sturzvermeidung vor dem eigentlichen Unfall resultieren. Demnach geht die Anzahl der Unfälle um 2,4 % zurück. Die Zahl der Unfallgetöteten sinkt um 12,1 %, die Zahl der Schwerverletzten kann um 11,7 % gesenkt werden. Die Zahl der leicht Verletzten nimmt allerdings um 2,1 % zu. Diese Potentiale beziehen sich auf die Szenarien mit der höheren Wirksamkeit. Da nur die vermiedenen Sturzunfälle betrachtet werden, unterschätzen diese Zahlen das reale Wirkpotential allerdings immer noch. Die erforderlichen Ressourcenaufwendungen hängen von der produzierten Menge ab. Je mehr ABS Systeme hergestellt werden, desto geringer sind die Kosten pro System. Dies liegt an realisierten Skaleneffekten und Lernkurveneffekten. Die Systemkosten hängen somit von der Ausstattungsrate ab. Für das Trendszenario liegen die Kosten für ABS bei 120 Euro für das Jahr 2015 und bei 105 Euro für das Jahr 2020. Im Szenario mit obligatorischer Einführung werden die Kosten auf 115 Euro für das Jahr 2015 und auf 100 Euro für das Jahr 2020 geschätzt. Die Nutzen-Kosten-Verhältnisse liegen alle über der kritischen Schwelle von 1,0. ABS ist somit volkswirtschaftlich sinnvoll. Für die Szenarien mit der höheren Wirksamkeit von ABS liegen die Werte in der Spanne zwischen 4,6 und 4,9 und damit sogar über der Schwelle von 3,0. Die Break-even Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass ABS für den Nutzer ebenfalls sinnvoll ist. Die angenommenen Marktpreise von 400 Euro im Jahr 2015 und von 300 Euro im Jahr 2020 liegen deutlich unter den berechneten fairen Marktpreisen in Höhe von 701 Euro für das Jahr 2015 und 622 Euro für das Jahr 2020. Damit ist ABS für Motorradfahrer wirtschaftlich sinnvoll, die mehr als 2.200 km pro Jahr (für das Jahr 2015) beziehungsweise mehr als 1.900 km pro Jahr (für das Jahr 2020) zurücklegen. Ein Motorradfahrer legt im Durchschnitt jährlich 3.900 km zurück. Somit lohnt sich ABS für die meisten Motorradfahrer. Auch hier sind nur die Ergebnisse für die Szenarien mit dem höheren Wirkpotential angegeben.
Kurzfassung auf Englisch: At the beginning of the year 2000 the European Commission set the goal to halve the number of road deaths till the year 2010. The main focus are passenger car and lorry traffic. A significant reduction of the accident data could be reached in these groups. The advancement of active vehicle safety systems is an important issue of the programme. The safety of the motorcycle traffic has been disregarded till now. Since 1991 the number of killed motorcycle riders per year has been constant. The number of killed passenger car occupants has been more than halved in the same period. This is why initiatives are caused for the increase of the motorcycle safety. A great safety potential is expected for the Antilock Brake System (ABS). ABS for motorcycles is considered from the economic view in this study. A cost-benefit analysis shall clarify whether the economic benefit of ABS for motorcycles is greater than the consumed resources. Moreover, a sensitivity analysis will determine the maximal justifiable consumption in resource for which ABS is worthwhile. After the sensitivity analysis is done a break-even analysis will determine the market price respectively the annual mileage from which on ABS is worthwhile on user level. For this the fair end consumer market price is calculated which the user is ready to pay. For the considered market prices the annual mileage is determined from which on ABS is worthwhile for the user. The considered time horizon for this analysis are the years 2015 and 2020. For each of these years the accident data is forecasted. At this, it is assumed that the frequency of having an accident per million registered motorcycles decreases based on the present trend. Thus, riding motorcycle gets safer. Hence, the accident data in the years 2015 and 2020 is lower than the accident data today. The cost-benefit analysis is done for each year for four scenarios. Two scenarios handle the market penetration. The first one is the trend scenario, the second one is the mandatory equipment from the year 2010 on. The other scenarios describe the effectiveness of ABS. The effectiveness rates are determined by a literature review. The only potential which can be considered due to the available data is the potential due to an avoiding of the downfall just before the real accident happens. According to this the number of accidents will decrease by 2.4 %. The number of fatalities will decrease by 12.1 %. The number of severe injuries decreases by 11.7 %. However, the number of slight injuries increases by 2.1 %. The mentioned effectiveness rates are valid for the scenarios with the high effectiveness. Even these figures underestimate the actual effectiveness because there are only considered the avoided accidents with downfall. The necessary consumption in resources depends on the produced volume. The more ABS systems are produced, the lower are the costs per system. This is due to realised effects of scale and effects out of learning curves. The system costs depend on the penetration rate. In the trend scenario the system costs for ABS are 120 Euro for the year 2015 respectively 105 Euro for the year 2020. In the mandatory scenario the system costs are 115 Euro for the year 2015 respectively 100 Euro for the year 2020. The benefit-cost ratios are all over the critical barrier of 1.0. Thus, ABS is worthwhile on economic level. In the scenarios with high effectiveness the benefit-cost ratios range between 4.6 and 4.9. Thus, the values are even above the barrier of 3.0. The result of the break-even analysis is that ABS is worthwhile on user level. The considered market prices are 400 Euro in 2015 and 300 Euro in 2020. They are clearly below the determined fair end consumer market prices. The fair end consumer price for the year 2015 is 701 Euro respectively 622 Euro for the year 2020. Thus, ABS is worthwhile for motorcycle riders with an annual mileage higher than 2,200 km (year 2015) respectively 1,900 km (year 2020). The annual mileage of a motorcycle rider is 3,900 km on average. Thus, ABS is worthwhile for most of the motorcycle riders. The mentioned results are valid for the high effectiveness scenarios.