Eingang zum Volltext in OPUS

Hinweis zum Urheberrecht

Report (Bericht) zugänglich unter
URL: http://bast.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2011/297/


Unfallverletzungen in Fahrzeugen mit Airbag

Accident injuries in vehicles equipped with airbags

Klanner, Wilfried ; Ambos, Ralf ; Paulus, Hubert ; Hummel, Thomas ; Langwieder, Klaus ; Köster, Hans-Jürgen W.

pdf-Format:
Dokument 1.pdf (2.386 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
Freie Schlagwörter (Deutsch): Airbag , Deutschland , Forschungsbericht , Ursache , Verletzung , Versuch
Freie Schlagwörter (Englisch): Airbag , Cause , Germany , Injury , Research report , Test
Collection 1: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 91 Fahrzeugkonstruktion
Collection 2: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 84 Personenschäden
Collection 3: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 80 Unfallforschung
DDC-Sachgruppe: Ingenieurwissenschaften
Sonstige beteiligte Institution: Allgemeiner Deutscher Automobil-Club
Dokumentart: Report (Bericht)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe F: Fahrzeugtechnik
Bandnummer: 53
ISBN: 3-86509-193-8
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 07.10.2011
Bemerkung: Weitere beteiligte Körperschaften: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft; Institut für Fahrzeugsicherheit, München
Kurzfassung auf Deutsch: Durch die Einführung des Airbags als zusätzliches Rückhaltesystem zum Sicherheitsgurt hat sich die Sicherheit für die Fahrzeuginsassen weiter erhöht. Die Airbagtechnologie wird nunmehr seit mehr als zehn Jahren serienmäßig verbaut. Nach wie vor berichten die Autofahrer aber immer wieder auch über Probleme mit dieser Technologie. Ziel dieser Arbeit ist es, geeignetes Datenmaterial aus dem realen Unfallgeschehen zu sammeln und daraus aktuelle Aussagen zur Schutzwirkung der Airbag-Technologie zu gewinnen. Darüber hinaus sollen aus dem Material auch Erkenntnisse über die Art, Häufigkeit und Ursachen der Probleme abgeleitet und damit Vorschläge für weitere Verbesserungen entwickelt werden. Die Datenbeschaffung erfolgt über eine Umfrage in den Zeitschriften der europäischen Automobilclubs. Zusammen mit dem Airbagmaterial der Versicherer stehen insgesamt 692 Fälle für die Auswertung zur Verfügung. Es ergibt sich, dass bei schweren Frontalkollisionen der Anteil an schweren bis tödlichen Verletzungen sowohl für den Fahrer als auch für den Beifahrer um gut 20 % niedriger ist als bei vergleichbaren Unfällen ohne Airbag. Auch die Seiten- und Kopfseiten-Airbags zeigen in Einzelfällen eine gute Schutzwirkung. Wegen der geringen Fallzahlen ist aber noch keine allgemeingültige Aussage möglich. Das Datenmaterial beinhaltet 78 Problemfälle im Zusammenhang mit der Airbag-Auslösung. Es handelt sich zum einen um ungerechtfertigte Auslösungen ohne Unfall oder bei geringer Unfallschwere, und zum anderen um Nichtauslösungen bei hoher Unfallschwere. Besonders auffällig sind hier die Nichtauslösungen beim Unterfahrunfall. Im Rahmen dieser Arbeit wurde auch ein Unterfahr-Test entwickelt, der in Zukunft im Rahmen der Airbag-Optimierung mit eingesetzt werden sollte. Im Datenmaterial befinden sich auch 92 Problemfälle mit Airbag-Aggressivität. Der häufigste Fall ist hier der Gehörschaden und zwar durch die Auslösung der Front-Airbags. Über gezielte Maßnahmen zur Schallpegelreduzierung bei der Airbag-Entfaltung, durch mehrstufige Airbagauslössung in Abhängigkeit von der Unfallschwere sowie durch Sitzbelegungserkennung könnten hier Verbesserungen erreicht werden. Zur Minimierung des Out-of-Position-Risikos sollte der FMVSS 208-Test mit 5 % Dummy in der vordersten Sitzposition bei die Airbag-Abstimmung eingesetzt werden. Die Airbag-Technologie hat die Insassensicherheit nachhaltig erhöht. Es ist aber noch ein großes Entwicklungspotential für weitere Verbesserungen vorhanden.
Kurzfassung auf Englisch: The use of the airbag as an additional restraint system to supplement the seat belt has brought further improvements in the safety of vehicle occupants. Airbag technology has been fitted in cars as standard equipment for more than ten years. Nevertheless, motorists continue to report airbag-related problems. The aim of this project is to collect relevant data material from real-life accidents in order to gain up-to-date information on the protection provided by airbags. Another aim is to gain insights into the type, frequency and causes of airbag-related problems and to develop proposals for further improvements. The data were collected via a survey in the club magazines of European automobile clubs. The data from this survey and the airbag-related material supplied by insurance companies provided a total of 692 cases for evaluation. The data show that in severe head-on crashes, the driver and front-seat passenger suffer approximately 20% fewer serious to fatal injuries than in comparable accidents without an airbag. Side airbags and side head airbags have also been shown to provide good protection in some cases. Due to the small number of cases, however, it is not yet possible to present definitive results. The data material covers 78 problem cases which occurred in connection with airbag activation. These include unjustified activation in situations where there is no or only a minor accident, as well as non-activation in serious accidents, and in particular non-activation in underride accidents. An underride test was therefore developed during the project to be used in future airbag optimisation. The data material also includes 92 cases of airbag aggressiveness. The most common form of airbag aggressiveness involved hearing impairments caused by front airbag activation. Targeted action to reduce noise levels associated with airbag deployment, staged airbag deployment according to accident severity, and seat occupancy detection could help to resolve these problems. To minimise the out-of-position risk, the FMVSS 208 test with a 5 % dummy in the frontmost seating position should be used in airbag development. Airbag technology has made a lasting contribution to the enhancement of passenger safety. However, there is still great potential for further improvement.