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Report (Bericht) zugänglich unter
URL: http://bast.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2011/289/


Brandverhalten der Innenausstattung von Reisebussen

Fire behaviour of coach interiors

Egelhaaf, Markus ; Berg, F. Alexander ; Staubach, Hans-Otto ; Lange, Thomas

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Baustoff , Deutschland , Fahrzeuginnenraum , Feuer , Forschungsbericht , Gas , Kunststoff , Prüfverfahren , Reisebus , Schulweg , Toxizität , Verbrennung , Verhalten
Freie Schlagwörter (Englisch): Behavior , material (constr) , Coach , Combustion , Fire , Gas , Germany , Interior (veh) , Journey to school , Plastic , Research report , Test method , Toxicity
Collection 1: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 80 Unfallforschung
Collection 2: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 91 Fahrzeugkonstruktion
Institut: Sonstige
DDC-Sachgruppe: Ingenieurwissenschaften
Sonstige beteiligte Institution: DEKRA Automobil GmbH <Stuttgart>
Dokumentart: Report (Bericht)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe F: Fahrzeugtechnik
Bandnummer: 51
ISBN: 3-86509-161-X
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 07.10.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Brände in Reisebussen stellen ein sehr seltenes Ereignis dar. Das daraus resultierende Gefahrenpotenzial übersteigt aber das eines Pkws bei weitem, da von einer größeren Zahl betroffener Personen ausgegangen werden muss. Bauartbedingt ist mit erschwerten Bedingungen bei der Evakuierung von Bussen zu rechnen, insbesondere bei Sichtbehinderung durch Rauch in Verbindung mit Panikreaktionen der Fahrgäste. Derzeit gültige Richtlinien für Anforderungen an das Brandverhalten von Werkstoffen der Innenausstattung von Reisebussen geben reale Brände als prüftechnisches Szenario nur näherungsweise wieder. Dabei wird dem Einbauort der Materialien zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Bezüglich Brandausbreitung (Übergang auf andere Baugruppen, brennendes Abtropfen) sind neue Kriterien erforderlich, welche die Zulassung des Werkstoffes beeinflussen können. Hinsichtlich der Toxizität der beim Verbrennen oder bei thermischer Belastung der Werkstoffe, insbesondere der Kunststoffe, entstehenden Rauchgase gibt es bis heute für den Reisebussektor nur unzureichende Vorschriften. In diesem Zusammenhang ist vor allem das gleichzeitige Brennen mehrerer unterschiedlicher Materialien im Innenraum von Reisebussen zu berücksichtigen. Zur Weiterentwicklung des bestehenden Regelwerks für die Zulassung von Reisebussen in Hinblick auf eine Optimierung der Brandvermeidung und der Brandeingrenzung mittels praxisnaher Prüfverfahren sollten im Rahmen dieses Projektes bestehende Regelwerke dargestellt und Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Der vorliegende Abschlussberichts stellt die bisher gewonnenen Erkenntnisse dar. Besonderer Wert wurde dabei auf die Auswertung des realen Brandgeschehens von Reisebussen gelegt. Primär sind hierbei die Brandentstehung sowie die Ausbreitungswege analysiert worden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Darstellung von Brand-Detektionsverfahren. Forderungen aus dem Eisenbahnbereich in Bezug auf den Brandschutz in Personenzugwagen werden wiedergegeben, die Übertragbarkeit auf Reisebusse wird diskutiert. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden in einem Lastenheft zusammengestellt, wobei die Orientierung an bestehenden Regelungen erfolgt. Neben der Prävention mittels Prüfverfahren wird besonderer Wert auf die Organisation sowie die Bereitstellung von Löschmitteln für effektive Erstmaßnahmen im Brandfall gelegt. Die Empfehlungen wurden im Rahmen eines Fachgesprächs mit Experten von Reisebusherstellern, mit Busunternehmern und mit Feuerwehrleuten diskutiert, Brandversuche wurden durchgeführt. Bei den vorgeschlagenen Prüfverfahren erfolgte eine Orientierung an den für das deutsche Eisenbahnwesen relevanten Normen. Zur Kostenreduktion werden für einige Bauteile alternative Prüfverfahren zugelassen. Mangels Reproduzierbarkeit, nur geringer Aussagekraft und unverhältnismäßig hoher Kosten wurden Full-Scale-Tests nicht in die Empfehlungen aufgenommen. Als Ergebnis steht die Forderung, dass alle Vorschläge im Falle einer Umsetzung europaweit gelten müssen. Die Brandfrüherkennung durch automatische Brandmeldeanlagen wurde für den Motorraum sowie in Teilen für den Innenraum befürwortet; dagegen werden automatische Löschanlagen aus wirtschaftlichen Gründen nicht gefordert werden. Beim mitgeführten Löschgerät sind Änderungen der bestehenden Regelung erforderlich, da sich diese auf abgelöste Normen beziehen, die Kombination von Pulver- und Schaumlöscher hat sich als Optimum herauskristallisiert. Besonders wichtig ist eine Information der Fahrgäste vor Fahrtantritt über die im Bus verwendeten Sicherheitseinrichtungen und deren Funktion. Bislang scheiterte die konsequente Umsetzung an der Vielzahl unterschiedlicher Funktionsprinzipien der Sicherheitseinrichtungen. Hier besteht Handlungsbedarf.
Kurzfassung auf Englisch: Fires in coaches are a very rare occurrence. However, the dangers posed by such fires far outweigh those posed by passenger cars, due to the larger number of persons normally concerned. Due to design-related factors, buses are also generally more difficult to evacuate, especially if vision becomes impaired by smoke and the bus passengers start to panic. Presently applicable guidelines concerning the fire behaviour of materials forming the interior of coaches are based on technical tests which only roughly approximate real fires. Too little attention is paid here to material installation points. Fire propagation (transmission to other assembly groups, blazing fluid) needs to be governed by new criteria regarding material approval. Present regulations for coaches are inadequate as concerns the toxicity of fumes arising during combustion and thermal stressing of materials, especially plastics. In this context, particular consideration needs to be paid to a simultaneous burning of different materials inside coaches. This project was intended to examine existent bodies of rules regarding approvals of coaches and explore possibilities of improving these rules with a view toward optimizing fire protection and restriction measures by means of practical test techniques. This final report describes the findings obtained so far. Special importance has been attached to evaluations of real fire situations involving coaches, origin and propagation of fire being the focuses of analysis here. Emphasis has also been placed on a description of fire detection procedures. Railway specifications concerning fire protection in passenger train carriages are provided and their applicability to coaches is discussed. The obtained findings have been compiled in a set of product specifications based on existent regulations. In addition to prevention by means of test techniques, special priority is given to organization and supply of extinguishing agents as part of effective initial fire-fighting measures. Recommendations were discussed in technical meetings with experts from the coach manufacturing industry, bus operating companies and fire-fighting departments; this was accompanied by a conduction of fire tests. The recommended test techniques are derived from standards of relevance to the German railway network. To lower costs, alternative test techniques have been approved for certain components. Due to a lack of reproducibility, low degree of usefulness and disproportionately high costs, full scale tests have not been included in the recommendations. This has resulted in a requirement for all implemented proposals to be applicable throughout Europe. Early fire detection by means of automatic systems has been recommended for engine compartments and a number of interior components; for financial reasons, however, automatic extinguishing systems are not specified. Being based on outdated standards, existent regulations concerning on-board extinguishing equipment need to be modified; a combination of extinguishing powder and foam has proven ideal in this context. It is particularly important to notify passengers, prior to commencement of a journey, about the safety facilities and mechanisms present on their bus. Numerous operational incompatibilities between different safety facilities have prevented rigorous implementation so far. Action is required here.