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Buch (Monographie) zugänglich unter
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Grundlagen streckenbezogener Unfallanalysen auf Bundesautobahnen

Fundamentals of roadway-section analysis of accidents on federal autobahns

Pöppel-Decker, Martin ; Schepers, Andreas ; Koßmann, Ingo

pdf-Format:
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Freie Schlagwörter (Deutsch): Autobahn , Unfall , Unfallhäufigkeit , Berechnung , Verkehrsstärke , Stunde , Jahr , Mittelwert , Schweregrad (Unfall, Verletzung) , Kosten
Freie Schlagwörter (Englisch): Motorway , Accident , Accident rate , Calculation , Traffic concentration , Hour , Year , Average , Severty (accident, injury) , Cost
Collection 1: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 73 Verkehrsregelung
Collection 2: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 81 Unfallstatistik
Collection 3: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 82 Unfall und Verkehrsinfrastruktur
Institut: Abteilung Verhalten und Sicherheit im Verkehr
DDC-Sachgruppe: Soziale Probleme, Sozialarbeit
Dokumentart: Buch (Monographie)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe M: Mensch und Sicherheit
Bandnummer: 153
ISBN: 3-86509-066-4
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 17.06.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Wohnungswesen führt die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) "Streckenbezogene Unfallanalysen auf BAB” durch. Für detaillierte Unfallanalysen einzelner BAB-Abschnitte sind Kenntnisse über den Zusammenhang zwischen (stündlicher) Verkehrsstärke und Unfallgeschehen von grundsätzlicher Bedeutung. Im Mittelpunkt der vorliegenden Untersuchung steht die Analyse des Zusammenhangs zwischen der Verkehrsstärke und dem Unfallgeschehen. Zum besseren Verständnis werden zusätzlich die Daten und Berechnungsgrundlagen sowie Rahmenbedingungen (z.B. zeitliche Einflüsse) thematisiert. Diese Punkte sind wesentliche Grundlagen streckenbezogener Unfallanalysen. Der Zusammenhang zwischen (stündlicher) Verkehrsstärke und Unfallgeschehen wurde unter Zuhilfenahme von stündlich und richtungsgetrennt vorliegenden Verkehrsstärkedaten der Dauerzählstellen auf BAB analysiert. Bei Verwendung von stündlichen Verkehrsstärken als Berechnungsgrundlage für die Unfallraten ergaben sich deutliche funktionale Zusammenhänge. Neben der Verkehrsstärke zeigen sich weitere Einflussfaktoren wie z.B. die zeitliche Verteilung der Unfälle. Besonders im Tagesverlauf nach der Unfallstunde ist ein deutlicher Zusammenhang zwischen Verkehrsstärke und Unfallrate zu beobachten. Im Rahmen der streckenbezogenen Unfallanalysen wird für die Berechnung von Raten der für alle Abschnitte verfügbare Querschnitts-DTV auf beide Fahrtrichtungen aufgeteilt. Dies erfolgt unter der Annahme, dass sich der Verkehr im Jahresmittel gleichmäßig auf beide Fahrtrichtungen verteilt. Durch Auswertung der fahrtrichtungsgenau vorliegenden DTV-Werte der Dauerzählstellen konnte nachgewiesen werden, dass bei 95% der Dauerzählstellen die Abweichung des fahrtrichtungsgenauen vom halben Querschnitts-DTV unter +/-5% liegt und somit die Unfallrate nur geringfügig verzerrt wird. Besonders hohe Abweichungen von +/-10% und mehr zeigten sich lediglich an 5 Zählstellen. In Abschnitt 7 werden die Grundlagen der Ermittlung signifikanter Unfallhäufungen beschrieben. Eine Voraussetzung für die statistische Ermittlung von Unfallhäufungen ist die Annahme, dass die berechneten Unfallraten weitestgehend unabhängig vom DTV sind. Diese Annahme wurde unter Zuhilfenahme richtungsgetrennt vorliegender Verkehrsstärkedaten der Dauerzählstellen auf BAB geprüft. Bei Verwendung von DTV-Werten (als Jahresmittelwerten) war eine Abhängigkeit zwischen Unfallraten und DTV lediglich bei sehr geringen DTV-Werten zu beobachten. Die geforderte Linearitätsbedingung ist bei Verwendung von DTV-Werten damit erfüllt. Ein weiteres Verfahren für die Ermittlung von auffälligen Bereichen im Straßennetz ist in den "Empfehlungen für die Sicherheitsanalyse von Straßennetzen-ESN" beschrieben. Neben der Fahrleistung wird bei diesem Verfahren zusätzlich die Schwere der Unfälle einbezogen, indem die Unfälle mittels Unfallkostensätzen bewertet werden. Durch den Vergleich der tatsächlichen Unfallkostendichte mit einer Grundunfallkostendichte werden als Ergebnis Abschnitte mit hohem Sicherheitspotential identifiziert. In der vorliegenden Untersuchung wurde das Verfahren erstmals bundesweit angewendet und mit den Ergebnissen der Ermittlung "Signifikanter Unfallhäufungen" verglichen. Erwartungsgemäß führen die unterschiedlichen Zielsetzungen der beiden Ansätze zu Unterschieden bei den identifizierten BAB-Abschnitten, die in den differierenden methodischen Ansätzen begründet liegen.
Kurzfassung auf Englisch: The Federal Highway Research Institute (Bundesanstalt für Straßenwesen - BASt) is currently conducting an investigation on "roadway-section analysis of accidents on federal autobahns” under commission to the Federal Ministry for Transport, Building and Housing. Knowledge about the connection between (hourly) traffic volumes and accident occurrence is of fundamental importance for detailed analysis of accidents on individual sections of the federal autobahns. This investigation concentrates on analysing the connection between traffic volumes and accident occurrence. The data pools, calculation methods and general conditions (e.g. time-related influences) are investigated as well in order to improve understanding of this subject. These are the essential elements for roadway-section accident analysis. The connection between (hourly) traffic volumes and accident occurrence was analysed with the assistance of existing data on hourly traffic volumes, broken down into the direction of travel, which had been recorded by the permanent counting stations on federal autobahns. The use of hourly traffic volumes as a basis for calculating accident rates resulted in clear functional connections. There are other influencing factors apart from the traffic volume, for instance the distribution of accidents over time. Analysing accident occurrence over the day, based on the number of accidents per hour, shows a clear link between traffic volumes and accident rates. To calculate accident rates for road-section accident analysis, the cross-section average daily traffic rates, which are available for all sections, are divided into two to take into account the two directions of travel. This is carried out based on the assumption that traffic, taken over a year, is distributed equally between the two directions. A calculation of average daily traffic levels from the permanent counting stations, which are broken down to take into account the direction of travel, showed that the direction-specific data deviated from the cross-section average daily traffic levels, divided into two as stated above, by under +/-5% for 95% of the permanent counting stations; the accident rate is consequently only slightly distorted. Particularly high deviations of +/-10% and more were only seen at 5 counting stations. Section 7 describes the fundamentals for determining significant accident blackspots. One prerequisite for recording accident black-spots statistically is the assumption that the accident rates calculated are largely independent of the average levels of daily traffic. This assumption was checked using existing traffic volume data, broken down to take into account the direction of traffic, which had been recorded by the permanent counting stations on federal autobahns. Using the average daily traffic data (as annual averages), there only appeared to be a relationship between accident rates and average daily traffic in the case of very low average daily traffic levels. Using average daily traffic data does therefore meet the required condition of linearity. Another procedure for determining conspicuous areas in the roadway network is described in the "Recommendations for the safety analysis of road network”. As well as the distance travelled, this procedure also uses the severity of the accidents by evaluating the accidents using accident cost rates. Comparing actual accident-cost density with a base accident-cost density enables sections with high safety potential to be identified. This investigation applied the procedure nationwide for the first time and the results compared with those attained by the investigation on "significant accident black-spots". As expected, the different aims of the two approaches lead to differences in the identified federal autobahn sections; these differences are due to the differing methodological approaches.