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Report (Bericht) zugänglich unter
URL: http://bast.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2011/256/


Städtischer Liefer- und Ladeverkehr : Analyse der kommunalen Praktiken zur Entwicklung eines Instrumentariums für die StVO

Urban commercial activities - an analysis of communal practices in developing a standardising body of the German Road Traffic Act (StVO)

Böhl, Berthold ; Mausa, Ingrid ; Kloppe, Uwe ; Brückner, Beata

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Analyse (math) , Entwicklung , Gesetzgebung , Gütertransport , Güterverkehr , Halteverbot , Lieferfahrzeug , Lieferung , Rechtsprechung , Stadt , Verbot
Freie Schlagwörter (Englisch): Analysis (math) , Case law , Delivery service , Delivery vehicle , Development , Freight traffic , Freight transportation , Legislation , No stopping , Prohibition , Urban area
Collection 1: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 73 Verkehrsregelung
Collection 2: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 72 Verkehrs- und Transportplanung
Institut: Sonstige
DDC-Sachgruppe: Handel, Kommunikation, Verkehr
Sonstige beteiligte Institution: Planungshaus Südstadt <Köln>
Dokumentart: Report (Bericht)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe V: Verkehrstechnik
Bandnummer: 151
ISBN: 978-3-86509-622-7
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 05.10.2011
Bemerkung: Weitere beteiligte Körperschaft: Kloppe Verkehrsplanung, Düsseldorf
Kurzfassung auf Deutsch: Ein zentrales Problem für den innerstädtischen Wirtschaftsverkehr stellt die Bereitstellung von Flächen für Be- und Entladevorgänge dar. Die ausgewiesenen Ladebereiche werden häufig zugeparkt, sodass der Lieferverkehr gezwungen ist, in der zweiten Reihe zu halten. Insbesondere im Zuge von Hauptverkehrsstraßen führt das Halten in zweiter Reihe zu erheblichen Behinderungen des fließenden Verkehrs und Beeinträchtigungen der Verkehrssicherheit. Probleme für den Wirtschaftsverkehr ergeben sich teilweise auch durch ein unzureichendes Angebot an Lieferverkehrsflächen. Auch sind die Spediteure häufig nicht bereit, längere Wege in Kauf zu nehmen und die ausgewiesenen Ladebereiche zu nutzen. Für die Beschilderung von Liefer- und Ladebereichen sieht die StVO das Zeichen 286 "Eingeschränktes Haltverbot" vor. Durch entsprechende Zusatzzeichen wird die Nutzung der Verkehrsfläche für bestimmte Nutzergruppen oder für bestimmte Zeiten eingeschränkt. Ein wesentlicher Nachteil dieser Beschilderung besteht in der Definition der zugelassenen Haltvorgänge mit der Folge, dass die mit Zeichen 286 StVO gekennzeichneten Bereiche häufig als "Kurzparkplätze" fehlgenutzt werden. Angesichts dieser Problematik haben inzwischen einige deutsche Städte von der StVO abweichende Regelungen getroffen und Ladebereiche mit Zeichen 283 StVO "Haltverbot" mit entsprechenden Zusatzzeichen ausgewiesen. Zum Einsatz kommen darüber hinaus verschiedene Markierungselemente, die die Funktion der Ladezonen auch optisch verdeutlichen sollen. Ziel des Forschungsvorhabens war es, zu untersuchen, welche der bereits angewendeten Maßnahmen zur Kennzeichnung der Liefer- und Ladebereiche sich in der Praxis bewährt haben, und darauf aufbauend, Empfehlungen für ein geeignetes Instrumentarium für die StVO auszuarbeiten. Die Untersuchung hat gezeigt, dass durch eine auffällige und eindeutige Kennzeichnung der Ladebereiche, die deren Funktion durch Beschilderung und/oder Markierung unmissverständlich darstellt, die Akzeptanz der Ladebereiche erhöht werden kann. Folgende Anforderungskriterien muss eine Beschilderung erfüllen: - Die Beschilderung muss für die Verkehrsteilnehmer allgemein verständlich sein. - Entgegen der "aufgeweichten" Wirkungsweise von Zeichen 286 StVO "Eingeschränktes Haltverbot" muss aus der Beschilderung eindeutig hervorgehen, dass nur Be- und Entladevorgänge zugelassen sind. - Die Beschilderung muss implizieren, dass das Parken in Ladebereichen möglicherweise stärker sanktioniert wird. - Die Beschilderung muss eine einfache Überwachung ermöglichen. - Das Kollektiv der zugelassenen Fahrzeuge muss eingegrenzt werden können. Die Bedeutung der Markierung der Ladebereiche liegt in der optischen Verdeutlichung der zugewiesenen Funktion und hat sich in Pilotprojekten bewährt. Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass die bessere Akzeptanz der Ladezonen eher der deutlichen Kennzeichnung der Ladebereiche als der Überwachung zuzuschreiben ist. Die Überwachung muss zwar gewährleistet sein, der Aufwand kann jedoch aufgrund der guten Akzeptanz auf das "ortsübliche" Maß reduziert werden. Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Aspekt für die Akzeptanz der Ladebereiche ist deren räumliche Anordnung und die Anpassung der Lieferzeitfenster an den örtlichen Bedarf. Als Ergebnis der Untersuchung der Praxisbeispiele wird empfohlen, ein neues Verkehrszeichen "Ladebereich" zur Kennzeichnung der Ladebereiche in Analogie zum Zeichen 229 StVO "Taxenstand" in die StVO einzuführen, das mit einem Sinnbild eines Ladevorgangs versehen sein soll. Darüber hinaus sollen zur optischen Verdeutlichung der Ladebereiche auch Markierungen in Form einer weißen Umrandung der Fläche oder unter Verwendung des Zeichens 299 StVO (Zick-Zack-Linie) zum Tragen kommen. Die Markierung der Ladebereiche soll jedoch keine zwingende Vorschrift sein, sondern von den Städten situationsabhängig eingesetzt werden können.
Kurzfassung auf Englisch: Lack of access to loading space for delivery vehicles turns out to be a major problem to urban commercial activities. Identified loading space is often obstructed by other road users , hence delivery vehicles are forced to park in second line. Parking or stopping in second line - especially on arterial roads - impedes traffic flow and impairs road safety. In some cases commercial traffic must also cope with small numbers of offered loading zones. In addition forwarding merchants often refuse to drive longer distances to use designated loading areas. The German road traffic regulation (StVO) stipulates symbol 286 "Limited Stopping Restriction" to identify loading and unloading areas. Additional symbols restrict the availability of these areas for particular traffic users or for definite time schedules. This sign-posting is disadvantageous, since it implies the definition of tolerated parking procedures which result in misusing areas identified by symbol 286 StVO as short term parking lots. Considering this problem some German cities decided to use regulations divergent from the StVO. Loading and unloading areas identified with symbol 283 StVO "Stopping Restriction" were marked with additional symbols. A variety of marking elements displaying the distinctive function of loading areas were brought into action. This study aimed at examining previously applied successful methods in symbolizing loading/unloading areas and to develop recommendations for instruments which can serve as a platform for the StVO. The study revealed that noticeable and unmistakable identifying of loading/unloading zones which demonstrated their purpose clearly either by sign-posting and/or marking increased the acceptance of these areas. Sign-posting must meet the following requirements: - Signs must be comprehensible to all road users. - In contrast to the "spongy" definition of symbol 286 "Limited Stopping Restriction", signs must indicate the unmistakable message that only loading and unloading is authorized. - Sign-posting must imply that parking in these areas might lead to increased sanctions. - Sign-posting must allow a facilitated monitoring. - The collective of licensed vehicles must be restricted. The general acceptance of marked loading/unloading zones is caused by the illustrative accentuation of the assigned function, which has been proved in pilot projects. Practical experiences showed that an increased acceptance of loading/unloading areas is rather due to the illustrative accentuation than to monitoring. Monitoring is still essential, but the effort can be reduced to local standards, because of the positive reaction of road users achieved by distinctive marking. One further important aspect influencing the acceptance of loading / unloading space is spatial structure and adaptation of delivery schedules to local requirements. Following the result of this study it is recommended to create a new traffic sign "Loading/Unloading Area" in order to mark respective zones with reference to symbol 229 StVO. This newly established traffic sign should display the symbol of a loading procedure. In addition white lines marking the space of loading / unloading areas or symbol 299 StVO (zigzag line) should also be used to emphasize the purpose of these areas. However the marking of loading/unloading zones should not be a compelling rule, instead it can be applied by municipal authorities to meet urban requirements.