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Report (Bericht) zugänglich unter
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Verhaltensbezogene Ursachen schwerer Lkw-Unfälle

Behaviour-related causes of severe truck accidents

Evers, Claudia ; Auerbach, Kerstin

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Autobahn , Deutschland , Forschungsbericht , Lkw , Statistik , Tödlicher Unfall , Unfall , Ursache , Verhalten
Freie Schlagwörter (Englisch): Accident , Behaviour , Cause , Fatality , Freeway , Germany , Lorry , Research report , Statistics
Collection 1: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 83 Unfall und Mensch
Collection 2: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 81 Unfallstatistik
Collection 3: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 80 Unfallforschung
Institut: Abteilung Verhalten und Sicherheit im Verkehr
DDC-Sachgruppe: Soziale Probleme, Sozialarbeit
Dokumentart: Report (Bericht)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe M: Mensch und Sicherheit
Bandnummer: 174
ISBN: 3-86509-412-0
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 30.09.2011
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Untersuchung wurden im Rahmen einer dreimonatigen bundesweiten Totalerhebung verhaltensbezogene Ursachen von schweren Lkw-Unfällen untersucht. Gegenstand der Analysen waren Unfälle auf Bundesautobahnen mit Beteiligung mindestens eines Güterkraftfahrzeuges mit mehr als 7,5 t zulässigem Gesamtgewicht, bei denen mindestens eine Person getötet oder schwer verletzt wurde. Die Erhebung wurde in den Monaten Juli bis September 2003 in Zusammenarbeit mit der Polizei durchgeführt. Der Schwerpunkt der Analyse lag auf einer Klärung des Einflusses von Aufmerksamkeitsdefiziten (Müdigkeit, Ablenkung) auf die Entstehung schwerer Lkw-Unfälle. Insgesamt wurden im Untersuchungszeitraum 219 Unfälle registriert, die den definierten Kriterien entsprachen. Von diesen Unfällen wurden 58 % von einem Lkw über 7,5 t verursacht. "Übermüdung" stellte die zweithäufigste Unfallursache dar: Insgesamt wurde in 19 % der Fälle "Übermüdung" als Unfallursache angegeben, war ein Lkw über 7,5 t Hauptverursacher lag der Anteil bei 16 %. Für die Hälfte der registrierten Unfälle wurden Einschätzungen zum Aufmerksamkeitsstatus des Hauptverursachers vorgenommen. Demnach wurde rund jeder siebte Hauptverursacher als "abgelenkt" oder "in Gedanken gewesen" eingestuft. Werden der durch die Polizeibeamten festgestellte Aufmerksamkeitsstatus und die Unfallursachen herangezogen, so steht etwa ein Drittel der untersuchten Unfälle mit Müdigkeit bzw. Unaufmerksamkeit am Steuer in Zusammenhang. Das in der Untersuchung festgestellte Ausmaß von Müdigkeitsunfällen deckt sich mit Befunden aus der Literatur und weicht deutlich von der Häufigkeit der in der amtlichen Unfallstatistik berichteten Unfallursache "Übermüdung" ab. Ansatzpunkte für Gegenmaßnahmen umfassen unter anderem bessere Möglichkeiten zur Überwachung und Detektierung von Übermüdung, Ansätze zur Fahrerzustandserkennung sowie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Sozialvorschriften. Da die Einflussfaktoren auf das Unfallgeschehen im Lkw-Verkehr vielfältiger Natur sind, sollten auch entsprechende Gegenmaßnahmen sinnvoll miteinander vernetzt werden. Eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung eines abgestimmten Maßnahmenbündels ist das Zusammenwirken aller an der Sicherheit im Lkw-Verkehr beteiligten Akteure.
Kurzfassung auf Englisch: In this study behaviour-related causes of severe truck accidents were investigated by means of a total survey in the Federal Republic of Germany for the duration of three months. The objective of the survey were accidents on German motorways in which at least one truck with a gross vehicle weight rating (GVWR) of more than 7.5 t was involved and in which at least one person was killed or severely injured. The survey was carried out from July to September 2003 in co-operation with the police. The emphasis of the analysis was to clarify the influence of attention deficits (fatigue, distraction) on severe truck accidents. In total 219 accidents of the defined criteria were registered during the period of the survey. 58 % of these accidents were caused by a truck with a GVWR of more than 7.5 t. "Fatigue" was in the second place of the accident causes: In 19 % of all cases "fatigue" was mentioned as an accident cause, if the main responsible was a truck over 7.5 t GVWR the percentage was 16 %. For half of the registered accidents there was also information on the status of attention of the main responsible. Accordingly, every seventh main responsible was assessed as being "distracted" or "lost in thoughts". When considering the status of attention assessed by the police and the accident causes, about one third of the accidents are related to fatigue or inattention. The extent of fatigue-related accidents in this study is in accordance to the report literature and diverges strongly from the frequency of this accident cause reported in the official accident statistics. Countermeasures relate to improvements of the enforcement and detection of fatigue, a better use of technologies to monitor driver fitness and improvements of the work conditions and social regulations. As factors influencing truck accidents are numerous, appropriate countermeasures should be networked. The collaboration of all Parties involved in truck safety is an important prerequisite for the development of a co-ordinated bundle of countermeasures.