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Risikogruppen im VZR als Basis für eine Prämiendifferenzierung in der Kfz-Haftpflicht

Risk groups in the Central Traffic Register (Verkehrszentralregister - VZR) as a basis for premium differentiation in liability insurance

Heinzmann, Hans-Jürgen ; Schade, Franz-Dieter

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Deutschland , Fahrer , Fahrzeug , Forschungsbericht , Führerschein Punktesystem , Gesetzgebung , Prognose , Risiko , Unfall , Versicherung
Freie Schlagwörter (Englisch): Accident , Driver , Forecast , Germany , Insurance , Legislation , Point demerit system , Research report, Risk , Vehicle
Collection 1: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 81 Unfallstatistik
Collection 2: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 80 Unfallforschung
Institut: Sonstige
DDC-Sachgruppe: Soziale Probleme, Sozialarbeit
Sonstige beteiligte Institution: Kraftfahrt-Bundesamt
Dokumentart: Report (Bericht)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe M: Mensch und Sicherheit
Bandnummer: 159
ISBN: 3-86509-108-3
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 30.09.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Das gegenwärtige Bonus-Malus-System der Kfz-Haftpflichtversicherung ist fahrzeug- und nicht fahrerbezogen und allein an der Unfallzahl orientiert. Nur der Halter, nicht aber der Fahrer erfährt so den für die Verkehrssicherheit wichtigen finanziellen Anreiz, sein Risiko zu mindern. Möglicherweise sind in einem fahrerbezogenen Versicherungssystem die Eintragungen des Verkehrszentralregisters (VZR) besser geeignet, Anreize für ein sicherheitsorientiertes Fahren zu schaffen. Die zentrale Frage lautet: Besitzen VZR-Eintragungen einen Prognosewert für die Schlussfolgerungen auf ein erhöhtes Verkehrsrisiko? Anhand von Bevölkerungs- und VZR-Daten werden Pkw-Fahrer klassifiziert unter anderm nach den Prädiktormerkmalen Geschlecht, Alter und Vorbelastung im VZR. Das Prognosekriterium "Verkehrsrisiko" wird aus den VZR-Eintragungen des Folgejahres ermittelt: Neben der schuldhaften Unfallbeteiligung als Hauptkriterium wird auch grobes Fehlverhalten gegenüber konkreten Verkehrspartnern und grob gefährdendes Verhalten durch Fahren mit Alkohol sowie eine grob missbräuchliche Kfz-Nutzung gewertet. Wie die Auswertung zeigt, erlaubt die Zahl der zu einer Person eingetragenen Verkehrsverstöße den Schluss auf das zukünftige Verkehrsrisiko. Diese Risikodifferenzierung anhand der Zahl der VZR-Eintragungen geht über die bereits starke Risikodifferenzierung nach Geschlecht und Alter erheblich hinaus. Die Kenntnis über Unfallbeteiligungen in der Vergangenheit dagegen erhöht bei gegebenem Geschlecht und Alter die Prognosegenauigkeit nicht. Die anhand der drei Prädiktoren Geschlecht, Alter und Zahl der Verkehrsverstöße – alles ohnehin vorliegende "Aktenmerkmale" – erzielte Differenzierung der Verkehrsrisiken ist beachtlich: So besitzen 18- bis 25-jährige Pkw-Fahrer mit mehr als drei VZR-Verstößen gegenüber 41- bis 60-jährigen Pkw-Fahrerinnen ohne Eintragungen ein 25-faches Risiko, in den kommenden zwölf Monaten schuldhaft in einen Unfall verwickelt zu werden. Der vorliegende Forschungsbericht ist eines von zwei Projekten zur risikoorientierten Prämiendifferenzierung in der Kfz-Haftpflichtversicherung und behandelt vor allem die Risikoprofile von im VZR erfassten Verkehrsverstößen. Das Begleitprojekt, das von der Technischen Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Lüneburg durchgeführt wurde, befasst sich im Wesentlichen mit einschlägigen Erfahrungen im Ausland und Perspektiven dieses Ansatzes für Deutschland, prüft die Möglichkeiten der Ausgestaltung der Prämiendifferenzierung in der Kfz-Haftpflichtversicherung und die Anknüpfung der Prämienzuschläge an die Auffälligkeit im Verkehrszentralregister. Diese Untersuchung ist in der Schriftenreihe der Bundesanstalt für Straßenwesen als Heft M 160 veröffentlicht.
Kurzfassung auf Englisch: The current system in liability insurance of granting dividends or charging extra premiums is related to vehicles and not to drivers and is based solely on the number of accidents. Consequently it is only the registered user, and not the driver, who has the financial incentive to reduce risk, an incentive which is important for road safety. The entries in the Central Traffic Register (Verkehrszentralregister - VZR) might possibly, in a driver-related insurance system, be better suited for creating incentives to drive safely. The central question is: are VZR entries of value for predicting higher traffic risks? There are a number of ways in which car drivers are classified , these include using the predictive parameters of sex, age and previous charges in the VZR, which are based on population data and VZR data. The predictive criterion of "traffic risk" is determined from the VZR entries of the following year: in addition to the main criterion of culpable accident involvement, other criteria evaluated include gross misconduct to specific fellow road users, grossly dangerous conduct through driving while under the influence of alcohol and grossly wrongful use of a car. As the evaluation shows, the number of the traffic infringements registered for a person does allow conclusions to be drawn with regard to future traffic risk. This differentiation of risk according to the number of VZR entries goes well beyond the already large differentiation of risk according to sex and age. The knowledge about accident involvement in the past, however, does not increase the accuracy of predictions for a given sex and age. The differentiation in accident risks achieved through the three predictive criteria of sex, age and number of traffic infringements - all of which are already existent "file parameters" - is considerable: the risk that 18-25 year-old male car drivers with more than three VZR infringements will be culpably involved in an accident in the coming twelve months is 25 times higher than that of 41-60 year-old female drivers without any entries in the VZR. This research report is one of two projects on risk-orientated premium differentiation in liability insurance and deals above all with the risk profiles of traffic infringements recorded in the VZR. The second project, which was conducted by the Technical University of Berlin, the Humboldt University of Berlin and the University of Lüneburg, deals mainly with relevant experience gained abroad and with prospects for using this approach in Germany, as well as assessing the possibilities for structuring premium differentiation in liability insurance and examining the linking of extra premiums to incidence in the Central Traffic Register. This investigation was published as volume M 160 in the Federal Highway Research Institute's publication series.