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Report (Bericht) zugänglich unter
URL: http://bast.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2011/190/


Maßnahmen gegen die psychischen Belastungen des Personals des Straßenbetriebsdienstes

Counter measures in order to cope with mental stress of road maintenance service personnel

Fastenmeier, Wolfgang ; Eggerdinger, Christa ; Goldstein, Charlotte

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Arbeitsbedingungen , Berufsausübung , Betriebshof , Bewertung , Deutschland , Erziehung , Forschungsbericht , Gesundheit , Krankheit , Management , Personal , Risiko , Sicherheit , Stress , Unfall , Unfallverhütung , Unterhaltung , Verbesserung
Freie Schlagwörter (Englisch): Accident , Administration , Depot (transp) , Education , Evaluation , Germany , Health , Illness, Improvement , Intermodal terminals , Maintenance , Occupation , Personnel , Prevention , Research report , Risk , Safety , Stress (psychol) , Working conditions
Collection 1: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 84 Personenschäden
Collection 2: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 60 Unterhaltung
Institut: Sonstige
DDC-Sachgruppe: Soziale Probleme, Sozialarbeit
Sonstige beteiligte Institution: Mensch-Verkehr-Umwelt, Institut für Angewandte Psychologie <München>
Dokumentart: Report (Bericht)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe V: Verkehrstechnik
Bandnummer: 175
ISBN: 978-3-86509-877-1
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 30.09.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Straßenbetriebsdienstpersonal unterliegt nicht nur einem im Vergleich zu anderen Berufen stark erhöhten Unfallrisiko, sondern verschiedene Aspekte der Tätigkeit im Straßendienst deuten auch auf eine hohe psychische Belastung der Beschäftigten hin, mit negativen Folgen für Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden. Bei dem Bemühen, Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten am Arbeitsplatz zu fördern, verlangt der Gesetzgeber daher – zum Beispiel im Arbeitsschutzgesetz (§ 3-5 ArbSchG) – von betrieblichen Entscheidungsträgern, auch psychische Belastungen zu ermitteln, zu beurteilen und entsprechende Schutzmaßnahmen abzuleiten. So sollen mögliche Gefährdungen der physischen und psychischen Gesundheit vermieden werden. Auf dieser Grundlage wurde das hier beschriebene Forschungsprojekt mit zwei Themenschwerpunkten initiiert: zunächst Erfassung und Analyse der Belastungssituation im Straßenbetrieb und daraus abgeleitet ein Umsetzungskonzept zur Integration des Themas "psychische Belastung" in das betriebliche Arbeits- und Gesundheitsschutz-Management. Zunächst wurde neben Literaturanalysen eine Reihe von halbstrukturierten Interviews mit Experten sowie Führungskräften geführt. In einem weiteren Arbeitsschritt wurde mittels eines Verfahrens zur subjektiven Arbeitsanalyse die Belastungssituation im Straßenbetrieb ermittelt. Die Ergebnisse dieser Arbeitsanalysen, die in zwei unterschiedlich strukturierten Autobahnmeistereien im Bereich der Autobahndirektion Südbayern mit n = 51 Straßenwärtern sowie 5 Straßenmeistern durchgeführt wurden, konnten in nachfolgenden Gruppendiskussionen mit den Mitarbeitern vertieft werden. Zusammenfassend liegen folgende Belastungsschwerpunkte bei Straßenwärtern vor: - Winterdienst, - Unfallgeschehen (Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Mitarbeitern), - eher geringer Handlungsspielraum, - hohe Anforderungen an Konzentration und Aufmerksamkeit, - hoher Zeitdruck und hohes Arbeitspensum, - hohe Anforderungen an das Einhalten von Verhaltensvorschriften sowie an Risikoeinschätzung, - zu wenig Erholungszeiten nach Unfällen und im Winterdienst, - schweres Heben und Tragen, - negative Arbeitsumgebungsbedingungen wie Lkw-Verkehr, schnell vorbeifahrende Verkehrsteilnehmer, Lärm, Abgase, sowie Beschimpfungen durch Verkehrsteilnehmer. Die Studie liefert deutliche Hinweise, dass die unmittelbaren Vorgesetzten der Straßenwärter – also die Straßenmeister – in ihrer Schlüsselrolle gesondert zu betrachten sind, sowohl hinsichtlich der besonderen Belastungen als auch der Entwicklung ihrer Führungskompetenz. Zusätzlich wurden auch Verkehrsteilnehmer (n = 120 Pkw-Fahrer) mittels eines Kurzfragebogens an entsprechenden Kontaktplätzen im Umfeld von Bau- und Arbeitsstellen kurzer Dauer (AkD’s) unter explorativen Gesichtspunkten befragt. Die Befragungsergebnisse verweisen auf ein insgesamt mangelndes Gefahrenbewusstsein der Verkehrsteilnehmer insbesondere hinsichtlich Geschwindigkeiten und Abständen im Arbeitsstellenbereich. Die gewonnenen Erkenntnisse führten zur Ableitung von Handlungsfeldern. Das Umsetzungskonzept selbst benennt zunächst Maßnahmen auf der Ebene der Gesamtorganisation (zum Beispiel Erarbeitung von Leitlinien, Definition strategischer Ziele, Schaffung von Rahmenbedingungen und Ressourcen zur Umsetzung). Anschließend werden spezifische Module auf der Ebene von Straßenmeistern und Straßenwärtern, wie zum Beispiel Art und Inhalt der Organisations- und Personalentwicklungsmaßnahmen (OE- und PE-Maßnahmen) sowie der Schulungsmaßnahmen beziehungsweise weitere unterstützende Maßnahmen, aufgeführt. Um den beteiligten Stellen sowohl die Aufwandsschätzung zu erleichtern als auch ein praktisches Vorgehen zu demonstrieren, ist abschließend eine Pilotanwendung skizziert. Dies schließt die Auswahl der Beteiligten, die Ausarbeitung und Erprobung ausgewählter Maßnahmen mit abschließender Evaluierung des Pilotversuches sowie die entsprechende Anpassung/Modifikation des Gesamtkonzeptes nach den Erfahrungen des Pilotprojektes mit ein.
Kurzfassung auf Englisch: Research indicates evidence that road maintenenance service personnel not only has a significantly increased accident risk but also suffers from high mental stress with negative consequences for safety, health and well-being. By promoting work place health and safety, legislation demands from occupational decision makers both an investigation of employees mental stress and the derivation of respective measures. This also forms the basis for the twofold purposes of the study presented here: first of all analysis of mental stress conditions of road maintenance service personnel , following the development of an implementation concept in order to integrate the topic of "mental stress" into an operational safety and health management system. Starting point of the project – besides a literature survey – were half-structured interviews with experts, middle managers and chief executives of various road construction and maintenance departments in Germany. Then, a job analysis of the employees was conducted by using a person-related method, observing two maintenance areas with different characteristics, including highway workers (n=51) and highway surveyors (n = 5). This was completed by arranging various group discussions with highway workers. Summarizing the results the most crucial mental stress factors are as follows: - winter road maintenance, - traffic accidents concerning highway workers (themselves or colleagues), - low degrees of freedom in their working activities, - high demands concerning normative working behaviours and the assessment of risks, - insufficient recreation time following both accidents and winter road maintenance, - frequent lifting and carrying of heavy loads, - negative work environment circumstances such as passing lorry traffic, fast passing vehicles, noise/high sound pressure levels, emissions, insults by traffic participants. The study also indicates that highway surveyors have to be treated separately: they hold a key role, both concerning their mental stress and the development of their leadership competences. Additionaly, an explorative investigation of traffic participants (n=120), which had to answer a questionnaire after having passed highway work sites, revealed a deficient risk perception especially concerning speed, headways and lateral distances while passing work sites. Overall, the results brought about a compilation of desired fields of activities. In the imple-mentation concept itself (integrating the topic of "mental stress" into an operational safety and health management system) first of all measures have been attached to the level of the chief executives and middle managers at road construction and maintenance departments (exempli gratia development of guidelines, definition of strategic objectives, establishment of frameworks and resources for the implementation). Subsequently specific training modules are listed concerning the level of highway workers and highway surveyors (including type and contents of organisational and human resources development measures, training and qualification modules and further supporting measures). In order both to facilitate the calculation of the required time, money and personnel and to demonstrate a possible proceeding, finally a pilot project is shortly described. It includes the selection of participants, the preparation and testing of selected measures and the evaluation of the pilot phase.