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Report (Bericht) zugänglich unter
URL: http://bast.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2011/186/


Verbesserung der Sicherheit des Betriebspersonals in Arbeitsstellen kürzerer Dauer auf Bundesautobahnen

Improving the safety of operating staff at short-term work sites on federal motorways

Roos, Ralf ; Zimmermann, Matthias ; Riffel, Sven B. ; Cypra, Thorsten

pdf-Format:
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Freie Schlagwörter (Deutsch): Aktives Sicherheitssystem , Autobahn , Baustelle , Berufsausübung , Beschilderung , Betriebshof , Bewertung , Deutschland , Elektronische Fahrhilfe , Fahrzeug , Forschungsbericht , Passives Sicherheitssystem , Personal , Risiko , Sicherheit , Unfall , Unfallverhütung , Unterhaltung , Verbesserung , Verkehrssteuerung , Verletzung , Warnung
Freie Schlagwörter (Englisch): Accident , Active safety system , Advanced vehicle control system , Construction site , Evaluation , Freeway , Germany , Improvement , Injury , Intermodal terminals , Maintenance , Occupation , Passive restraint system , Personnel , Prevention , Research report , Risk , Safety , Signalization , Traffic control , Vehicle safety , Vehicle , Warning systems
Collection 1: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 82 Unfall und Verkehrsinfrastruktur
Collection 2: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 84 Personenschäden
Collection 3: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 73 Verkehrsregelung
Collection 4: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 81 Unfallstatistik
Institut: Sonstige
DDC-Sachgruppe: Soziale Probleme, Sozialarbeit
Sonstige beteiligte Institution: Institut für Straßen- und Eisenbahnwesen <Karlsruhe>
Dokumentart: Report (Bericht)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe V: Verkehrstechnik
Bandnummer: 170
ISBN: 978-3-86509-809-2
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 30.09.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Auf der Grundlage von 951 Unfallprotokollen aus den Jahren 1997 bis 2005, bei denen Bedienstete, Fahrzeuge oder Geräte der Straßenbauverwaltungen in Arbeitsstellen kürzerer Dauer (AkD) auf Autobahnen zu Schaden kamen, wurden relevante Unfallmuster herausgearbeitet. So konnte im Wesentlichen der Lkw als Hauptunfallverursacher mit einem Anteil von knapp 60 % am Gesamtunfallaufkommen identifiziert werden. Hauptsächlich sind AkD bei Sperrung des rechten Fahrstreifens oder des Standstreifens betroffen. Ein "Anprall von hinten" auf dem rechten Fahrstreifen und ein "seitliches Streifen" auf dem Standstreifen von zum Beispiel Absperrtafeln oder Fahrzeugen treten mit etwa gleichen Anteilen am häufigsten auf. Ferner zeigen die Auswertungen, dass 2/3 aller Unfälle bei stationären AkD aufgetreten sind. Besonders auffällig ist, dass fast 80 % der verunglückten Mitarbeiter in ihrem Fahrzeug zu beklagen sind, nur ca. 20 % der Verunglückten waren beim Unfall außerhalb der Fahrzeuge. Beim Ein- und Aussteigen sind nur 4 Unfälle dokumentiert, diese allerdings mit je zwei Getöteten und Verletzten. Hinsichtlich der relevanten Unfallmuster wurden Maßnahmen abgeleitet, die zum einen die Unfallvermeidung und zum anderen die Unfallfolgenminderung zum Ziel haben. Im Rahmen einer Abschätzung wurden diese Maßnahmen bewertet und das erwartete Reduzierungspotenzial, einerseits bezogen auf die Anzahl vermeidbarer Unfälle und andererseits auf die Vermeidung von Verletzten, abgeleitet. Die Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit des Betriebsdienstpersonals in AkD wurden hinsichtlich ihrer Wirkungsweise (optisch, akustisch, haptisch) auf den Verkehrsteilnehmer bewertet. Aufgrund der haptischen Wirkungsweise auf die Verkehrsteilnehmer beim Überfahren von Warnschwellen könnte bei stationären AkD ein relativ großes Reduzierungspotenzial zu erreichen sein. Gleiches gilt auch beim Einsatz des Unfall-Vorwarn-Systems (UVS). Das größte Potenzial zur Vermeidung von Unfällen stellt die aktive Fahrzeugsicherheit bei den unfallverursachenden Verkehrsteilnehmern dar. Würden Lkw, die als Hauptunfallverursacher in Relation zu ihrer Fahrzeuganzahl deutlich überrepräsentiert sind, mit radarbasierten Fahrgeschwindigkeitsreglern und Spurassistenzsystemen ausgestattet, könnte mit relativ geringem Aufwand ein hohes Maß an Sicherheit erzielt werden. Nutznießer einer solchen Pflichtausstattung wären darüber hinaus natürlich auch alle anderen Verkehrsteilnehmer, die bei Auffahrunfällen etc. davon profitieren würden. Auf die Installation von aktiven Sicherheitssystemen in Fahrzeuge kann nur durch entsprechende Vorgaben des Gesetzgebers Einfluss genommen werden. Empfehlenswert erscheint außerdem der Einsatz von Unfalldatenschreibern (UDS) inklusive der Dokumentation des Fahrerverhaltens wie zum Beispiel Festhalten des Lenkrades, um den Unfallhergang im Nachhinein rekonstruieren zu können. Insgesamt bieten passive Schutzsysteme in den Betriebsdienstfahrzeugen wegen der hohen Anteile von Verunglückten in den Fahrzeugen das größte Potenzial zur Vermeidung von Verletzungen. So könnten bereits durch die generelle Empfehlung zum Anlegen des Sicherheitsgurtes, auch bei der Absicherung von Arbeitsstellen oder Kurzfahrten, rund 30 % der zu erwartenden verletzten Fahrzeuginsassen vermieden werden. Zur Unterstreichung dieser Maßnahme sollte in entsprechenden Sicherheitsunterweisungen auf die Unfallgefahr hingewiesen werden. Diese sollten nicht nur das jederzeit gegenwärtige Gefährdungsrisiko ins Bewusstsein rufen, sondern auch die Eigensicherung, wie zum Beispiel erhöhte Aufmerksamkeit beim Ein- und Aussteigen, das Anlegen der Sicherheitsgurte, die korrekte Sitzposition sowie die persönliche Kopfstützeneinstellung betreffen. Ein sehr großes Vermeidungspotenzial insbesondere von HWS-Verletzungen bieten zum Beispiel Nackenairbags, aber auch Kopfstützensysteme in Verbindung mit Gurtstraffern mit zu erwartenden Reduzierungen von über 80 % der Verunglückten in den Fahrzeugen.
Kurzfassung auf Englisch: Based on 951 accident reports from the years 1997 to 2005, where in short term work zones (AkD) on motorways staff, vehicles or devices of the highway department were suffered, accident patterns were compiled. In 60% of the accidents lorry drivers are the main accident causer. Principally short term work zones on the right lane and the emergency lane are affected. The main accident patterns (with the same percentage) are the rear end impact on the right lane and the lateral collision on the emergency lane. The evaluation also shows, that 2/3 of all accidents happened at stationary work zones. Result of the analysis of the workers position at the time of the accident is, that with nearly 80 % a surprisingly high percentage of the staff is injured while placed in their vehicle, the smaller 20 % were operating in the work zone outside the vehicle. At boarding or deboarding of the vehicle only 4 accidents were documented. In relation to the 951 accidents their number is small, but with two killed and two injured people these situations indicate a high accident severity. Concerning the relevant accident patterns arrangements were deduced both to avoid accidents and to increase crashworthiness. The measures were evaluated and their potential for the reduction of accidents and crashworthiness have been deducted. The measures to increase safety of the maintenance personnel in short term work zones were differentiated in regard to their mode of operation concerning all road users (optical, acoustic, haptic). The best solutions to avoid accidents are active driving safety systems installed in the vehicles of the road users. Lorries as the main causes of accidents are over-represented in relation to their participation in traffic. If these were equipped with radar-based cruise control and a lane assistance system, safety at work zones would be much higher with comparatively little effort. Beneficiary of an obligated installation of these systems would be also all other road users, example exempli gratia concerning rear end impacts. However, only the legislator can influence an obligated installation of active safety systems. Even if the accidents at work zones only represent a very small part of all accidents on motorways, this result should be used to campaign for an obligation of driving assistance systems in lorries. Also advisable seems to be the installation of automatic accident recorders including some additional aspects like the position of the steering wheel. If the driver recognises, that the driving behaviour is recorded at all times and also at crash situations, he will probably pay more attention to the traffic and be less distracted from driving. Altogether, passive systems in vehicles of the maintenance personnel are providing the highest potential to avoid severe injuries. The general request to use a seat belt also as a driver of safety trailers in mobile work zones can reduce the number of injured passengers by 30 %. As the seat belt usage rate at work zones is very low, a significant increase of the usage rate is only possible with the installation of seat belt warning systems. To underline the demand to attach the seat belt, this specific risk of accident should be pointed out in safety instructions. Thereby not only the general hazard should be pointed out but also all aspects of personal securing like higher attention during on- and de-boarding, the correct seating position or the individual headrest adjustment. A combination of higher attention of the maintenance personnel, better technology in vehicles and safety measurements can reduce the accident risk in work zones. Active head restraining systems and neck airbags are providing the highest potential (80 %) to avoid whiplash-injuries in particular. Upgrading the maintenance vehicles with head-restraining systems and seat belt warning systems is a relatively cheap way to upgrade vehicles and to increase crashworthiness significantly.