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Buch (Monographie) zugänglich unter
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Verkehrswahrnehmung und Gefahrenvermeidung – Grundlagen und Umsetzungsmöglichkeiten in der Fahranfängervorbereitung : Innovationsbericht zum Fahrerlaubnisprüfungssystem 2011-2014

Traffic perception and hazard avoidance – Foundations and possibilities for implementation in novice driver preparation

Weitere Beteiligte (Hrsg. etc.): Bredow, Bianca ; [und 13 andere]

pdf-Format:
Dokument 1.pdf (10.422 KB) (Bericht, barrierefrei) Dokument 2.pdf (4.504 KB) (Bericht, englisch)

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Collection: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 83 Unfall und Mensch
Institut: Sonstige
DDC-Sachgruppe: Ingenieurwissenschaften
Sonstige beteiligte Institution: TÜV DEKRA Arge tp 21
Dokumentart: Buch (Monographie)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe M: Mensch und Sicherheit
Bandnummer: 273
ISBN: 978-3-95606-333-6
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 12.10.2017
Kurzfassung auf Deutsch: Der vorliegende Innovationsbericht beschreibt die Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte der TÜV | DEKRA arge tp 21 im Hinblick auf das Fahrerlaubnisprüfungssystem für den Zeitraum 2011 - 2014. Diese lagen (1) in der Aufbereitung wissenschaftlicher Grundlagen zur Vermittlung und Erfassung von Kompetenzen im Bereich der Verkehrswahrnehmung und Gefahrenvermeidung bei Fahranfängern, (2) in der Evaluation und Weiterentwicklung der Theoretischen Fahrerlaubnisprüfung und (3) in Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur Optimierung der Praktischen Fahrerlaubnisprüfung sowie (4) in der Beschreibung des fahrzeugtechnischen Wandels und seiner Bedeutung für die Fahrausbildung und Fahrerlaubnisprüfung. Zu (1): Kompetenzdefizite von Fahranfängern gegenüber erfahrenen Fahrern in der Verkehrswahrnehmung und Gefahrenvermeidung sind durch eine Vielzahl empirischer Studien belegt. Die systematische Vermittlung und Aneignung entsprechender Fähigkeiten im Vorfeld der selbständigen Verkehrsteilnahme erscheint deshalb vielversprechend für die Verringerung fahranfängertypischer Unfallrisiken. Der Entwicklung diesbezüglicher Ausbildungs- und Prüfungskonzepte muss jedoch zunächst eine Beschreibung der zugrunde liegenden psychologischen Konstrukte vorausgehen. Im Berichtszeitraum wurden dazu die relevanten wahrnehmungs- und verkehrspsychologischen Grundlagen aufgearbeitet. Weiterhin wurden die international im Fahrerlaubniswesen bereits praktizierten innovativen PC-basierten Prüfungsansätze wie auch experimentelle Untersuchungen aus der "Hazard Perception"-Forschung analysiert. Schließlich wurden Lehr-Lernangebote für Fahranfänger recherchiert. Mit den im Bericht vorgelegten Ergebnissen wurde der theoretische Grundstein für die künftige Verankerung der Verkehrswahrnehmung und Gefahrenvermeidung in der Fahranfängervorbereitung gelegt. Hieran wird nun die Erarbeitung innovativer Lernangebote und Prüfungsaufgaben für Fahranfänger anschließen. Zu (2): Die Arbeiten zur Theoretischen Fahrerlaubnisprüfung umfassten die Evaluation von Prüfungsaufgaben und Paralleltests sowie auch weiterführende empirische Untersuchungen zur Bearbeitung anlassbezogener Fragestellungen (u. a. Modellrechnungen zur Erarbeitung von empirisch gestützten Empfehlungen für eine optimierte Prüfungsbewertung). Weiterhin wurden 2014, d. h. zum Ende des Berichtszeitraums, erstmals Aufgaben mit dynamischen Situationsdarstellungen eingesetzt. Die vorbereitenden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten werden im Bericht überblicksartig dargestellt. Nicht zuletzt werden erste Ergebnisse der empirischen Erprobung innovativer Aufgabenformate diskutiert, bei denen neuartige Formen der Antworteingabe (Tastendruck, Pedal) und der Leistungsbewertung (Reaktionszeit) verwendet wurden. Die skizzierten Forschungsarbeiten lassen erkennen, dass seit einigen Jahren die Vorteile des Prüfmediums "Computer" erfolgreich genutzt werden. Sie zeigen jedoch auch, dass die PC-gestützte Prüfung weitere Potentiale – insbesondere im Bereich der Aufgabenentwicklung und Testkonstruktion – birgt, die es zukünftig auszuschöpfen gilt. Zu (3): Die Arbeiten zur Praktischen Fahrerlaubnisprüfung waren im Wesentlichen durch drei verbundene Projekte gekennzeichnet: Das BASt-Projekt "Optimierung der Praktischen Fahrerlaubnisprüfung" diente der Erarbeitung methodischer Grundlagen (es begann 2008 und endete im ersten Jahr des Berichtszeitraumes). Als zweites folgte eine von der TÜV | DEKRA arge tp 21 durchgeführte Machbarkeitsstudie (2011 bis 2012) zur Untersuchung der Praktikabilität einer elektronischen Prüfungsdokumentation ("e-Prüfprotokoll"). Das BASt-Projekt "Revision zu einer optimierten Praktischen Fahrerlaubnisprüfung" stellt schließlich das dritte Projekt dar (es begann im Jahr 2013 und wird über den Berichtszeitraum hinaus bis 2015 fortgeführt). Es dient dazu, die Inhalte, Verfahren und Abläufe der Prüfung (einschließlich Verfahrensweisen zu einer kontinuierlichen Evaluation) bis hin zur Einsatzreife weiterzuentwickeln und in ausgewählten Modellregionen zu erproben. Mit einer bundesweiten Implementierung der erarbeiteten Standards würde gewährleistet, dass die Entscheidung über die Zulassung zum motorisierten Straßenverkehr künftig auf einer differenzierten Fahrkompetenzeinschätzung basiert und festgestellte Kompetenzdefizite systematisch erfasst und zurückgemeldet werden – dies lässt eine verbesserte Sicherheitswirksamkeit der Praktischen Fahrerlaubnisprüfung erwarten. Zu (4): Fahrzeugtechnische Innovationen – seien es Fahrerassistenzsysteme, Antriebskonzepte ("e-Mobilität") oder das (teil-)automatisierte Fahren – kommen in immer kürzeren Abständen auf den Markt. Diese Entwicklungen sind mit veränderten Anforderungen an das Fahren verbunden und haben daher maßgeblichen Einfluss auf den Erwerb, die Überpruefung und den Erhalt von Fahrkompetenz. Im Bericht werden die daraus resultierenden zukünftigen Aufgabenstellungen für die Technischen Prüfstellen skizziert.
Kurzfassung auf Englisch: The present innovation report describes key topics addressed in the relevant research and development activities of the TÜV | DEKRA arge tp 21 working group during the report period from 2011 to 2014. Such essential aspects were (1) presentation of the scientific foundations for development and assessment of novice driver competence relating to traffic perception and hazard avoidance, (2) evaluation and further development of the theoretical driving test, (3) research and development work aimed at optimisation of the practical driving test, and (4) description of the continuing advances in vehicle engineering and their significance for both driver training and testing. Re (1): Numerous empirical studies point to the competence deficits displayed by novice drivers compared to more experienced drivers in respect of traffic perception and hazard avoidance. The systematic development and acquisition of corresponding skills in advance of their solo participation in road traffic thus appears promising as a means to reduce novice-typical accident risks. The development of training and test concepts addressing traffic perception and hazard avoidance, however, requires prior description of the underlying psychological constructs. During the report period, the relevant perceptual and traffic psychology foundations were analysed alongside innovative, computer-based approaches which have already been implemented in international driving licence testing and experimental studies from the field of hazard perception research. A further study was conducted to survey teaching and learning offers for novice drivers. The results presented in the report provide a theoretical basis for the future anchoring of traffic perception and hazard avoidance in the system of novice driver preparation. This work must now be continued with the elaboration of innovative learning offers and corresponding assessment tasks for novice drivers. Re (2): The work on the theoretical driving test referred to the evaluation of individual test items and their assignment to parallel tests, as well as further empirical studies to answer specifically arising questions (e.g. model calculations to enable the elaboration of empirically founded recommendations on optimisation of the test assessment). In 2014, i.e. at the end of the current report period, furthermore, test items based on dynamic situation presentations were used for the first time. The report provides an overview of the preparatory research and development work. Last but not least, initial results from the empirical testing of innovative task formats implementing new forms of response input (keyboard, foot pedal) and performance assessment (reaction time) are discussed. The research and development work outlined in the report illustrates how benefits of the new test medium "computer" have been utilised successfully for a number of years. It is equally evident, however, that significant further potential is embodied in computer-based testing – especially in respect of task development and test design; the objective for the future must be to exploit this potential. Re (3): The research work on development of the practical driving test was essentially dominated by three projects: The BASt project "Optimisation of the Practical Driving Test" served to elaborate methodical foundations (it began in 2008 and was brought to conclusion during the first year of the report period). The second project was a feasibility study to investigate the practicability of an electronic test report, which was conducted by the TÜV | DEKRA arge tp 21 working group (2011 to 2012). The BASt project "Revision Project on an Optimised Practical Driving Test", finally, was commenced in 2013 and is scheduled to continue beyond the current report period into 2015. Its purpose is to continue development of the corresponding contents, methods and procedures (including methods which will enable continuous evaluation). Once ready for actual use, the results are to be tested in selected model regions. Subsequent nationwide implementation of the elaborated standards would ensure that decisions on the eligibility to participate in motorised road traffic are based on a differentiated assessment of driving competence. At the same time, observed competence deficits could be recorded systematically and communicated to the driving license applicant. This can be expected to strengthen the safety-enhancing impact of the practical driving test. Re (4): Technical innovations in vehicle engineering – whether driver assistance systems, new drive concepts ("e-mobility") or solutions for (partially) automated vehicle control – are entering the market at ever shorter intervals. Such developments bring changes in the demands placed on drivers and thus exert a decisive influence on the acquisition, assessment and upholding of driving competence. The report outlines the tasks resulting for the Technical Examination Centres in the future.