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Internationale Erfahrungen mit neuen Ansätzen zur Absenkung des Unfallrisikos junger Fahrer und Fahranfänger : Voraussetzungen einer Übertragbarkeit auf Deutschland

International experiences with new approaches for lowering the accident risk of young and novice drivers

Willmes-Lenz, Georg

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Deutschland , Erfahrung (menschl) , Fahranfänger , Fahrausbildung , Fahrer , Finnland , Forschungsbericht , Führerschein , Jugendlicher , Kanada , Luxemburg , Risiko , Schweden , Unfall , USA , Verminderung
Freie Schlagwörter (Englisch): Accident , Adolescent , Canada , Decrease , Driver , Driver training , Driving licence , Experience (human) , Finland , Germany , Luxembourg , Recently qualified driver , Research report , Risk , Sweden , USA
Collection: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 83 Unfall und Mensch
Institut: Abteilung Verhalten und Sicherheit im Verkehr
DDC-Sachgruppe: Recht
Dokumentart: Buch (Monographie)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe M: Mensch und Sicherheit
Bandnummer: 144
ISBN: 3-89701-895-9
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 30.01.2017
Kurzfassung auf Deutsch: Im zurückliegenden Jahrzehnt wurden außerhalb Deutschlands neue Maßnahmenansätze zur Verringerung der überdurchschnittlichen Unfallverwicklung junger Fahrer und Fahranfänger erprobt. Diese Ansätze - Zweiphasige Fahrausbildung, Begleitetes Fahren und Gestufter Fahrerlaubniserwerb - wurden der deutschen Öffentlichkeit auf dem Zweiten Internationalen Kongress "Junge Fahrer und Fahrerinnen" am 29./30. Oktober 2001 in Wolfsburg vorgestellt. Der vorliegende Bericht führt in die Konzepte der Maßnahmen ein und wertet sie unter dem Gesichtspunkt ihres in wissenschaftlichen Untersuchungen nachgewiesenen Beitrags zur Absenkung des Unfallrisikos aus. Dabei zeigt sich, dass mit dem Begleiteten Fahren und dem Gestuften Fahrerlaubniserwerb zwei Ansätze eine hohe Sicherheitswirksamkeit entfalten konnten, die in Deutschland bisher nicht, beziehungsweise nur in Einzelaspekten, zur Anwendung kamen. Vor diesem Hintergrund wird der Frage nachgegangen, ob in Deutschland die Voraussetzungen für eine Übertragbarkeit der im Ausland erfolgreichen Maßnahmenansätze vorliegen. Die Voraussetzungen können dann als gegeben betrachtet werden, wenn sich auch unter den deutschen Verkehrs- und Fahrausbildungsverhältnissen (1) der Höhepunkt des Unfallrisikos am Anfang der Fahrerkarriere und (2) eine anschließende, durch zunehmende Fahrpraxis bedingte Verringerung des Unfallrisikos zeigen. Bisher ging man bei einem Großteil der jungen Fahranfänger in Deutschland von einem zeitlich versetzten Gefährdungsschwerpunkt aus, der sich aufgrund der Aufgabe einer anfänglichen Vorsichtshaltung und der Übernahme negativer Vorbilder aus dem realen Verkehrsgeschehen etwa ein halbes bis ein Jahr nach dem Fahrerlaubniserwerb einstellt. Für die Prüfung, ob die genannten Voraussetzungen in Deutschland vorliegen, konnten verschiedene Datenquellen zum Unfallgeschehen bei Fahranfängern in Deutschland herangezogen werden. Es handelt sich dabei um eine aktuelle Re-Analyse von Daten der BASt-Untersuchung zur Legalbewährung von Fahranfängern (HANSJOSTEN & SCHADE 1997), eine aktuelle Sonderauswertung der BASt zur Verteilung von Fahranfängerunfaellen im Jahr 2000 nach der Dauer des Fahrerlaubnisbesitzes und eine empirische Untersuchung an Fahranfängern aus dem Jahr 1984 zur Unfallbeteiligung im ersten Jahr ihrer Fahrerkarriere (HAAS 1987). Die Daten belegen für Deutschland eine hohe Anfangsgefährdung von Fahranfängern und ein mit wachsender Fahrpraxis verringertes Unfallrisiko. Entsprechend kommt der Bericht zu der Empfehlung, die Übertragbarkeit der ausländischen Erfahrungen auf deutsche Verhältnisse im Rahmen einer Projektgruppe zu überprüfen, gegebenenfalls ein praktikables Modellkonzept für Deutschland zu entwickeln sowie eine Begleituntersuchung zur Modellerprobung vorzusehen. Zum Abschluss wird ein Ausblick auf Modelle des Begleiteten Fahrenlernens gegeben, die in Europa bereits realisiert sind.
Kurzfassung auf Englisch: ln the past decade new approaches have been taken outside Germany for reducing the above-average involvement of young and novice drivers in accidents. These approaches - second phase driver training, accompanied driving and graduated licensing - were presented to the German public at the Second International Congress on "Young Drivers" on 29./30. October 2001 in Wolfsburg. The present report forms an introduction to the concepts behind the measures and evaluates them from the point of view of their scientifically-proven contribution to the reduction of accident risk. lt is shown that the two approaches of accompanied driving and graduated licensing, which up to now have not been applied in Germany or where only individual aspects have been applied, can be highly effective from the safety point of view. Against this background the question is asked as to whether the prerequisites for possible application in Germany of the measures which have been successful abroad are present. The prerequisites are considered to be present if under the two German conditions (1) the peak of accident risk is at the very beginning of the driving career and (2) subsequently a decrease in the accident risk along with an increase of driving experience is observable. Up to now it has been assumed in Germany that the time of greatest risk for the majority of young novice drivers is delayed - appearing six months to one year after grant of the driving licence - when the caution originally shown is abandoned and negative driving patterns seen in real traffic conditions are taken over. Various sources of data on the subject of accidents in Germany involving novice drivers can be used in order to establish whether the aforementioned prerequisites are present. The material used consists of a current re-analysis of data from a former BASt-study on legal probation of novice drivers (HANSJOSTEN & SCHADE 1997), an evaluation of BASt on the distribution of accidents involving novice drivers in the year 2000 in relation to the driving licence age and an empirical study from 1984 on the accident involvement of novice drivers in the first year of driving (HAAS 1987). For Germany the data demonstrate a high initial risk for novice drivers and decreasing risk with increasing driving experience. Correspondingly the report recommends to investigate the transferability of the experiences from abroad to the German situation within the framework of a project group, to develop, if appropriate, a model concept of accompanied driving for Germany to implement it as a pilot project and evaluate the safety benefits of it. Finally there is a perspective towards models of accompanied driving which have already been implemented in Europe.