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Report (Bericht) zugänglich unter
URL: http://bast.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2011/171/


Einsatz neuer Methoden zur Sicherung von Arbeitsstellen kürzerer Dauer

Use of new methods for securing short-term work sites

Steinauer, Bernhard ; Baier, Michael M. ; Kemper, Dirk ; Baur, Oliver ; Meyer, André

pdf-Format:
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Freie Schlagwörter (Deutsch): Autobahn , Baustelle , Deutschland , Fahrbahnmarkierung , Forschungsbericht , Geschwindigkeitsminderung (bauliche Elemente) , Profilierter Randstreifen , Sicherheit , Tag (24 Stunden)
Freie Schlagwörter (Englisch): Carriageway marking , Construction site , Day , Freeway , Germany , Research report , Rumble strip , Safety , Speed control (struct elem)
Collection: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 73 Verkehrsregelung
Institut: Sonstige
DDC-Sachgruppe: Ingenieurwissenschaften
Sonstige beteiligte Institution: Institut für Straßenwesen <Aachen>
Dokumentart: Report (Bericht)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe V: Verkehrstechnik
Bandnummer: 118
ISBN: 3-86509-207-1
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 29.09.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Bei Arbeitsstellen kürzerer Dauer kommt es häufig zu Auffahrunfällen auf die fahrbare Absperrtafel. Unfallursachen sind oftmals Übermüdung oder Unachtsamkeit der Fahrer ("Sekundenschlaf"), die zu ungebremsten Auffahrunfällen führen. Auf Grund dieser Tatsache ist es erforderlich, geeignete Sicherungsmaßnahmen zu suchen, die sowohl einen flüssigen und sicheren Verkehrsablauf gewährleisten als auch das Risikopotenzial für die Arbeitskräfte durch Vermeidung von Unfällen deutlich verringern. Einen möglichen Lösungsansatz stellen hier vor allem die so genannten Andreasstreifen dar, die sich bereits in den Niederlanden im Praxiseinsatz bewährt haben und dort zur Erhöhung der Sicherheit bei kurzfristigen Arbeitsstellen beigetragen haben. Diese werden 150 m vor der fahrbaren Absperrtafel auf dem gesperrten Fahrstreifen verlegt, um unachtsame Fahrer (durch die mechanische Wirkung) vor der Arbeitsstelle zu warnen. Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens sollten neue Methoden zur Sicherung von Arbeitsstellen kürzerer Dauer auf Autobahnen erprobt werden, mit dem Ziel, hieraus Empfehlungen zur unmittelbaren Umsetzung dieser Maßnahmen in der Praxis abzuleiten. Hierzu wurden in einer Grundlagenanalyse die vorhandenen Erfahrungen hinsichtlich des Einsatzes von Andreasstreifen systematisch aufbereitet und auf dieser Basis Arbeitsstellenanordnungen zum Einsatz dieser Absicherungsmethode auf deutschen Autobahnen abgeleitet. Im Rahmen von Pilotversuchen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wurde der Einsatz von Andreasstreifen dann praktisch erprobt. Insgesamt haben die Untersuchungen gezeigt, dass der Einsatz von Andreasstreifen bei stationären Arbeitsstellen kürzerer Dauer auf zweistreifigen Richtungsfahrbahnen uneingeschränkt empfohlen werden kann. Dies gilt somit für Arbeitsstellen mit Sperrung des rechten und mit Sperrung des linken Fahrstreifens sowie auch für Arbeitsstellen auf dem Seitenstreifen. Insbesondere bei letzteren ist die zusätzlich Absicherung mit Andreasstreifen aus verkehrlichen wie betrieblichen Aspekten unkritisch, gleichzeitig sind hiervon ausschließlich positive Effekte zu erwarten. Ein Über-fahren der Andreasstreifen ist grundsätzlich für alle Fahrzeugarten, auch für Motorräder, unproblematisch. Die Analyse der betrieblichen Abläufe bei Verwendung der Andreasstreifen hat zudem belegt, dass keine zusätzliche Gefährdung durch Auf- und Abbau für das Betriebspersonal gegeben ist. Auf Grund der gewonnenen Erkenntnisse wurden Regelpläne ausgearbeitet, die in die RSA bzw. deren Fortschreibung übernommen werden können. Ergänzend wurden Hinweise zum Auf- und Abbau bei der Arbeitsstelleneinrichtung gegeben und die erforderlichen Änderungen im technischen und sonstigen Regelwerk, dies sind neben den RSA vor allem die StVO, aber z. B. auch die ZTV-SA, aufgezeigt. Zur Einführung dieser Absicherungsmethode als Standardabsicherung von Arbeitsstellen kürzerer Dauer besteht jedoch noch Handlungs- und vor allem Regelungsbedarf, auch in juristischer Hinsicht. Unabhängig davon ist eine kurzfristige Einführung von Andreasstreifen prinzipiell und ohne großen Aufwand möglich. Eine Einführung der Andreasstreifen ist deshalb möglichst bald anzustreben. Begleitend zu der Einführung der Andreasstreifen in die Praxis sollte eine entsprechend angelegte Informationskampagne für die Verkehrsteilnehmer durchgeführt werden.
Kurzfassung auf Englisch: Accidents involving collisions with the mobile signs used to cordon off work sites on roads are frequent in the case of short-term work sites. The accidents are often caused by the drivers being overtired or inattentive ("micro-sleep"), which results in the accident occurring without applying the brakes. Based on this fact, it is necessary to seek suitable security measures which guarantee that traffic flows smoothly and safely while also significantly reducing the risk for workers at work sites by preventing accidents. One potential solution to this problem is that of the so-called "Andreas lines", which have already proved themselves in practice in the Netherlands, contributing to an increase in safety at short-term work sites. These lines are laid down 150 m ahead of the mobile signs cordoning off the road in order to warn inattentive drivers (through the mechanical effect) about the work site. One of the aims of this project was to test new methods for securing short-term work sites on motorways, with the aim of deriving recommendations for the direct implementation of these methods in practice. The existing data on experiences made with "Andreas lines" were therefore analysed and used as a basis to derive configurations for using this method of securing work sites on German autobahns. The use of "Andreas lines" was then tested in practice in pilot tests in North Rhine-Westphalia and Rhineland-Palatinate. Overall the tests showed that the use of "Andreas lines" for stationary short-term work sites on two-lane, single-direction roads can be recommended without restriction. This therefore applies to work sites where the right lane is blocked, to work sites where the left lane is blocked, and to work sites on the hard shoulder. There are no critical aspects regarding traffic flow or operation, in particular in the latter case, and there are only positive effects to be expected. Driving over the "Andreas lines" is not problematic for any type of vehicle, including motorcycles. The analysis of traffic flow and operation when using "Andreas lines" has also shown that there is no additional risk to staff when the "Andreas lines" are installed or removed. Draft regulations were drawn up based on the findings obtained, which could be incorporated into the RSA or in later versions. Instructions were also given concerning the installation and removal of the work-site device and the amendments to technical and non-technical regulations which would be necessary , these regulations comprise, in addition to the Regulations for the Securing of Work Sites on Roads (Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Strassen - RSA), in particular the Road Traffic Act (Strassenverkehrsordnung - StVO), as well as for example the Additional Technical Specifications for the Securing of Work Sites on Roads (ZTV-SA). However, there is still work which needs to be done, particularly in the area of regulations, including from a legal point of view, before this method is introduced as a standard method of securing short-term work sites. Nonetheless, it would in principle be possible to introduce "Andreas lines" in the short-term and at no great expense. The aim should therefore be to introduce "Andreas lines" as soon as possible. A corresponding information campaign for road users should also be carried out to support the practical introduction of "Andreas lines".