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Buch (Monographie) zugänglich unter
URL: http://bast.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2016/1648/


Analyse der Einflüsse von zusätzlichen Textanzeigen im Bereich von Streckenbeeinflussungsanlagen

Analysis of the influence of additional text announcements in the area of distance influencing arrangements

Hartz, Birgit ; Saighani, Assadollah ; Deml, Barbara ; Barby, Katharina

pdf-Format:
Dokument 1.pdf (5.556 KB) (Anhang) Dokument 2.pdf (5.676 KB) (Bericht, barrierefrei)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Bewertung , Datenverarbeitung , Deutschland , Forschungsbericht , Intelligentes Transportsystem , Mobilitätsmanagement , Straßennetz , Telematik , Verkehrsfluss , Verkehrssteuerung , Wechselverkehrszeichen
Freie Schlagwörter (Englisch): Evaluation (assessment) , Germany , Intelligent transport system , Mobility management , Research report , Road network , Telematics , Traffic control , Traffic flow , Variable message sign
Collection: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 73 Verkehrsregelung
Institut: Sonstige
DDC-Sachgruppe: Ingenieurwissenschaften
Sonstige beteiligte Institution: Fachhochschule Münster. Lehrgebiet Verkehrswesen, Verkehrstechnik
Dokumentart: Buch (Monographie)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe V: Verkehrstechnik
Bandnummer: 267
ISBN: 978-3-95606-219-3
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 24.02.2016
Bemerkung: Außerdem beteiligt: Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Arbeitswissenschaft und Betriebsorganisation (ifab); Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Arbeitswissenschaft, Fabrikautomatisierung und Fabrikbetrieb
Kurzfassung auf Deutsch: Auf deutschen Bundesfernstraßen werden kollektive Verkehrsbeeinflussungsmaßnahmen unter Verwendung von Streckenbeeinflussungsanlagen (SBA) und Netzbeeinflussungsanlagen (NBA) betrieben. SBA sind ein wichtiger Bestandteil der Verkehrsinfrastruktur auf Bundesautobahnen in Deutschland. Sie warnen die Verkehrsteilnehmer vor Gefahren und harmonisieren den Verkehrsfluss durch veränderbare, der jeweiligen Verkehrs- und Gefahrensituation angepassten ("dynamischen") Anzeigen. Als Anzeigen werden Verkehrszeichen gemäß StVO wie zulässige Höchstgeschwindigkeiten und Gefahrenzeichen verwendet. Voraussetzungen für die Wirksamkeit dieser Anlagen für die Verkehrssicherheit und für die Verbesserung des Verkehrsablaufs sind die Wahrnehmbarkeit, die Verständlichkeit und die Akzeptanz der Anzeigen durch die Verkehrsteilnehmer. In den entsprechenden Richtlinien wurden dazu für SBA ein bestimmter Vorrat an anzeigbaren Verkehrszeichen und einheitliche Anzeigen für verschiedene Gefahren- und Verkehrssituationen definiert. In jüngster Zeit wurden Ideen für die Weitergabe von zusätzlichen Informationen in Textform entwickelt, die u.a. gleichzeitig mit den dynamischen Verkehrszeichen gezeigt werden sollen. Dazu gehören zusätzliche Textanzeigen, die als sogenannte Zeichen "D" unter den Wechselverkehrsanzeigen (WVZ) im Bereich von SBA angebracht werden sollen. Bei der Gestaltung der dynamischen Anzeigen und deren Inhalte ist zu berücksichtigen, dass das menschliche Gehirn eine begrenzte Anzahl an Informationen gleichzeitig aufnehmen und verarbeiten kann. Die Fahrzeuglenker müssen die angezeigten Informationen in einem relativ kurzen Zeitraum zusätzlich zu der eigentlichen Fahraufgabe vollständig erfassen, begreifen und die richtige Entscheidung treffen. Die Auswirkungen von zusätzlich angebrachten Textanzeigen auf den Anzeigequerschnitten von SBA wurden in diesem Projekt wahrnehmungspsychologisch, verkehrstechnisch und -rechtlich untersucht. Dabei wurde analysiert, ob die Fahrzeugführer mit den zusätzlichen Informationen überlastet oder verunsichert werden und dies zu ungewollten und gefährlichen Fahr- und Bremsmanövern bzw. zu Nichtbeachtung von StVO-verbindlichen WVZ führen kann. Neben der Betrachtung möglicher Gefahrenpotentiale wurde auch der Einfluss auf die Wirksamkeit von SBA betrachtet. Nach einer Darstellung der Ergebnisse der Literaturanalyse wurden verschiedene Laboruntersuchungen durchgeführt. Dazu gehörte eine Befragung, eine Experimentalfahrt im Fahrsimulator auf einer Autobahn mit integrierten SBA und D-Zeilen an den Anzeigequerschnitten sowie einem wahrnehmungspsychologischen Posttest mit 60 Probanden. Die Auswahl der Probanden und Interpretation der Ergebnisse wurde auch hinsichtlich der unterschiedlichen Voraussetzungen der Verkehrsteilnehmer ("Pendler", Fernfahrer, nicht- deutschsprachige Fahrer, etc.) ausgerichtet, welche Einfluss auf die Begreifbarkeit der Anzeigen und das damit verbundene Verhalten der Verkehrsteilnehmer hat. Die Literaturstudie hat gezeigt, dass die begrenzte menschliche Informationsverarbeitung, zu negativen Folgen im Fahr- und Blickverhalten führen kann. Die Folgen sind: - Deutlich längere Lesezeit und dadurch längere Abwendung vom Straßenverkehr. - Erhöhter Anteil von Geschwindigkeitsreduktionen, Bremsmanövern und Spurwechselvorgängen. - Gleichzeitige Abnahme der Blickdauer für die WVZ A, B und C. - Fehlerhafte Identifikation des Textes kann zu Fehlverhalten führen. Sowohl die Blickdaten aus der Simulation, als auch die Ergebnisse aus dem Posttest stützen die Erkenntnisse aus der Literatur. Je mehr Zeichen präsentiert und je länger die Texte der D-Zeile werden, desto fehlerhafter ist die Informationsverarbeitung, insbesondere für die D-Zeile. Eine eindeutige Zuordnung der Zeichen als Zusatzzeichen oder Richtzeichen gelingt nicht. Sie stehen zudem den derzeitigen Gestaltungsgrundsätzen der durch das BMVBS eingeführten entsprechenden Richtlinien entgegen. Mit der Einführung der D-Zeile würde darüber hinaus eine Vermischung der bisher in Deutschland bewährten und bekannten, getrennten Systeme der Streckenbeeinflussung und der Netzbeeinflussung entstehen. Aus Sicht der wahrnehmungspsychologischen, der verkehrsrechtlichen und -technischen Ergebnisse und Erkenntnisse kann eine D-Zeile für Bundesfernstraßen in Deutschland nicht empfohlen werden. Der vorliegende Bericht enthält zusätzlich einen Anhang und liegt der Bundesanstalt für Straßenwesen vor und ist dort einsehbar bzw. abrufbar. Zur Information des Lesers sind die Verweise auf den Anhang in den folgenden Texten beibehalten worden.
Kurzfassung auf Englisch: Collective traffic management measures are operated on German Federal highways using lane control systems (LCS) and network control systems (NCS). LCS are an important part of the traffic infrastructure on Federal highways in Germany. They warn the road users about risks and hazards, and harmonise the traffic flow by means of modifiable ("dynamic") signs that can be adapted to the traffic or hazard situation in question. The signs used are traffic signs according to the StVO (German Road Traffic Regulations) such as the permissible maximum speed and warning signs. The pre-requisites for the effectiveness of such systems for traffic safety and for improving the traffic flow are to what extent the road users perceive, understand and accept the signs. For this purpose a certain number of displayable traffic signs and standardized signs for various risk and traffic situations are defined for LCS in the corresponding guidelines. Recently ideas have been developed for providing additional information in text form that should also be displayed at the same time with dynamic traffic signs. This includes additional text signs that are to be installed as a so-called character "D" under the variable message signs (VMS) in the area of LCS. When dynamic signs and their content are designed it should be taken into consideration that the human brain can only absorb and process a limited amount of information at any one time. In addition to the actual task of driving, a vehicle driver must fully register and understand the information displayed within a relatively short period of time and then must make the correct decision. The impacts of additionally installed text signs on the display gantries of LCS were examined in this project from a perception psychological, traffic law and traffic technology point of view. In this connection it was analysed whether the vehicle drivers are over-burdened or made uncertain by the additional information and whether this can lead to unintentional or dangerous driving and braking manoeuvres, or to mandatory StVO (German Road Traffic Regulations) variable message signs being ignored. Beside the consideration of possible risk potentials the impact on the effectiveness of the LCS was also analyzed. After a presentation of the results of the literature analysis, various experiments were carried out in the laboratory including an interview, an experimental drive in the driving simulator on a highway with integrated LCS and D-lines at the display gantries as well as a perception psychology post test with 60 test participants. The selection of the test participants and interpretation of the results was also oriented with regard to the various different road user requirements (commuters, frequent drivers and drivers whose native language is not German, etc.), that have an impact on how the signs are recognized and understood, and on the corresponding behavior of the road users. Literature studies have shown that limited human information processing can lead to negative consequences in driving and visual behaviour. The consequences are: - Drivers take considerably longer to read the sign and as a result also take their eyes off the road traffic for longer. - Higher proportion of speed reductions, braking manoeuvres and lane changes. - At the same time a decrease in the time spent looking at the variable message signs A, B and C. Incorrect or faulty identification of the text can lead to faulty behaviour. Both the eye tracking data from the simulation and also the results from the post-test support the findings from literature. The higher the number of characters presented and the longer the texts of the D-line are, the more inaccurate the information processing is, in particular for the D-line. It is not possible to clearly and unambiguously classify these D-lines as additional panels or prohibitory or restrictive signs. In addition they are in conflict with the present design principles of the corresponding guidelines introduced by BMVBS. Furthermore the introduction of the D-line would lead to a mixture of the separate systems of section management and network management that have proved successful and are well-known in Germany. From the point of view of the results and findings from perception psychological, traffic law and traffic experiments and testing, a D-line cannot be recommended for Federal highways in Germany. This report also contains an appendix and they can be consulted at the Federal Highway Research Institute. For the readers Information, the references to this appendix has been retained in the report text.