Eingang zum Volltext in OPUS

Hinweis zum Urheberrecht

Buch (Monographie) zugänglich unter
URL: http://bast.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2015/1435/


Sehfähigkeit und Wahrnehmungsvermögen im Straßenverkehr

Visual faculty and faculty of perception in road traffic

Hohmann, Annemarie

pdf-Format:
Dokument 1.pdf (5.118 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
Freie Schlagwörter (Deutsch): Alte Leute , Dämmerung , Messung , Sehvermögen , Verfahren
Freie Schlagwörter (Englisch): Dusk , Measurement , Method , Old people , Vision
Collection: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 83 Unfall und Mensch
Institut: Abteilung Verhalten und Sicherheit im Verkehr
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Buch (Monographie)
Schriftenreihe: Forschungsberichte der Bundesanstalt für Straßenwesen
Bandnummer: 232
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 1991
Publikationsdatum: 10.08.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Die in der Praxis (der Führerscheinvergabe) verwendeten und in der Literatur referierten Methoden zur Untersuchung der im Straßenverkehr relevanten visuellen Funktionen müssen überarbeitet werden, weil sie dem heutigen ophthalmologischen Wissen nicht mehr entsprechen. Die verwendeten Messmethoden (Sehschärfe, Dämmerungsschärfe, Stereosehen, Gesichtsfeldgröße) sind nicht validiert, noch in ihren Ausführungsrichtlinien standardisiert. Eine Vergleichbarkeit von Ergebnissen verschiedener Untersuchungen ist nicht möglich. Es fehlt jeweils eine definierte Referenzmethode. Bei der Festlegung des Anhalte- oder Sehschärfegrenzkriteriums werden heute augengesunde und augenkranke Probanden nicht nach einem phyisologischen Grenzwert getrennt. Der politisch festgelegte Grenzwert zum Führerscheinerwerb ist nicht medizinisch/wissenschaftlich begründet. Der durch den normalen Alterungsprozess bedingte Abbau von visuellen Funktionen ist gering und scheint von untergeordneter Bedeutung zu sein. Zur Beurteilung des Verhaltens älterer Menschen im Straßenverkehr ist die Häufigkeit bestimmter Augenerkrankungen wichtig. Es sollten nur diejenigen bei der Festlegung von Screeningwürdigkeit und -notwendigkeit im Alter in Betracht gezogen werden, die häufiger als 1 Prozent sind. Solche Erkrankungen sind Katarakt, Glaukom und Makuladegeneration. Mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit zu. Katarakt und Makuladegeneration können mit einem validen Sehschärfetest aufgedeckt werden. Die Glaukomdiagnose bedarf einer aufwendigen Perimetrie.
Kurzfassung auf Englisch: The methods of licencing for checking the visual functions relevant to road traffic as applied in practice and described in the literature need to be revised since they no longer correspond to the current state of ophthalmological knowledge. The measuring methods used (visual acuity, scotopic acuity, stereoscopic vision, field of vision) have not been validated or standardised with respect to their application regulations. A comparison of the results of different tests is not possible. Defined reference methods are lacking in each case. In establishing an eye test result or visual acuity limit criterion, subjects with normal eye condition and eye diseases are not differentiated based on a physiological limit value. The licencing limit established on political grounds has no medical or scientific foundation. The normal age-related deterioration of visual functions is slight and appears to be of secondary importance. In order to assess the road user behaviour of the elderly, the frequency of specific eye diseases is of significance. For establishing the screening worthiness and necessity for the elderly, only those should be considered which occur with a frequency exceeding 1 %. These include the cataract, glaucoma and macular degeneration. Their frequency increases with age. Cataract and macular degeneration can be detected by means of a valid eye test. The diagnosis of glaucoma requires considerable perimetric efforts.