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Buch (Monographie) zugänglich unter
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Die Bedeutung von Motorradfahrerschutzkleidung für die aktive und passive Sicherheit von Motorradfahrern

The importance of protective clothing for active and passive safety of motorcyclists

Schmieder, M.


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Bein (menschl) , Belastung , Kleidung , Motorradfahrer , Norm (tech) , Unfall , Verletzung;
Freie Schlagwörter (Englisch): Accident , Clothing , Injury , Leg (human) , Load , Motorcyclist , Specification (standard)
Collection 1: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 83 Unfall und Mensch
Collection 2: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 80 Unfallforschung
Institut: Sonstige
DDC-Sachgruppe: Soziale Probleme, Sozialarbeit
Sonstige beteiligte Institution: Technische Hochschule Darmstadt. Fachgebiet Verkehrswesen
Dokumentart: Buch (Monographie)
Schriftenreihe: Forschungsberichte der Bundesanstalt für Straßenwesen
Bandnummer: 245
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 1991
Publikationsdatum: 17.08.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Motorradfahrer sind im Straßenverkehr besonders gefährdet, nahezu kein Unfall endet ohne Verletzungen der Motorradaufsassen. Wenn ein Unfall unabwendbar ist (das Unfallgeschehen der Motorräder zeigt seit Jahren stetige Besserungen), verbleibt dem Fahrer als Schutz nur seine eigene Bekleidung. Der im Rahmen diese Projekts angestellte Vergleich verschiedener Feldstudien zeigt, dass hauptsächlich die Extremitäten mit Schwerpunkt bei den Beinen verletzt werden. Ähnlich wie hohe Helmtragequoten zum Rückgang der Kopfverletzungen geführt haben, könnte zweckdienliche Schutzkleidung nahezu vollständig Hautabschürfungen und damit verbunden Wundinfektionen vermeiden. Gleichzeitig werden die Schwellwerte für den Eintritt anderer Verletzungen (zum Beispiel Brüche, Bänderrisse, innere Verletzungen) zu höheren Kollisionsgeschwindigkeiten verschoben. Die im Projektverlauf erarbeiteten Anforderungen an Motorradfahrerschutzkleidung sind so spezifisch und vielfältig, dass sie mit keiner anderen, zum Beispiel berufsspezifischen Kleidung vergleichbar sind. Mit Analysen wurde gezeigt, dass einige Anforderungen nur unter Zielkonflikten mit anderen verwirklichbar sind. Die dadurch nötige Mehrfachfunktion mancher Bauteile führt dazu, dass die Prüfung von Eigenschaften kaum mit den Methoden aus üblichen Normenwerken durchgeführt werden kann. Vor diesem Hintergrund begann die Entwicklung speziell angepasster Versuche. In der Regel bilden sie realistisch die Belastungen bei einem Sturz auf die Fahrbahnoberfläche und in der anschließenden Rutschphase nach. Durch die Verlegung der Versuche in das Labor wird die Reproduzierbarkeit erhöht, die Kosten bleiben vergleichsweise gering. Als wichtigste Prüfkriterien wurden Abriebverhalten, Reibwärmeisolation, Reibbeiwert, Stossdämpfung, Widerstand gegen Stich- und Schnittbeschädigung, Formschluss und Bauteilsteifigkeit erarbeitet. Vorgestellt und bewertet wurden verschiedene bereits existierende Prüfverfahren. Wenn sie ungeeignet schienen oder wenn für ein wichtiges Kriterium kein Verfahren zu finden war, wurden eigene neue Vorschläge gemacht. Unter Abwägung von Prüfaufwand und Aussagekraft der Ergebnisse wurde ein Vorschlag für ein normungsfähiges Prüfverfahren erarbeitet. Im Vorschlag berücksichtigt sind nur bereits existierende oder einfach verwirklichbare Prüfverfahren, die für Motorradfahrerschutzkleidung als geeignet angesehen werden.
Kurzfassung auf Englisch: Motorcyclists are especially endangered in road traffic, hardly any accident ends without injuries. If an accident is inevitable only clothing offers protection for the rider. Different field studies, that were evaluated in this project, show, that mostly the extremities are injured. A focal point are the legs. Similar to the reduction of head injuries by helmets, proper protective clothing can prevent skin injuries and can move the thresholds for other injuries like fractures, torn ligaments and inward injuries to higher velocities of collision. Requirements for protective clothing of motorcyclists as developed in this project are so specific and manifold that they cannot be compared with other kind of clothing. Some criteria can only be fulfilled in conflict with others. The multifunctions of some components of protective clothing can hardly be tested by procedures proposed in standards for conventional clothing. Special test procedures simulate the stresses of the fall onto the road and the subsequent skid. By transferring the experiments into the laboratory reproducability is raised and the costs are kept comparably low. The most important test criteria are resistance against abrasion, isolation of friction heat, adhesion coefficient, shock absorbance, resistance against cuts, fit and stiffness of the construction elements. Existing test procedures were evaluated and amended by own proposals whenever they appeared inadequate or an important criterion was missing. On the basis of such tests and in trying to balance the complexity and cost of testing with the practical relevance of test results a proposal for a standard test procedure is made.