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Report (Bericht) zugänglich unter
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Zustandserfassung von Alleebäumen nach Straßenbaumaßnahmen

Condition rating of avenue trees after road construction measures

Wirtz, Hermann

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Bau , Baum , Bewertung , Deutschland , Entwicklung , Forschungsbericht , Gesundheit , Landstraße , Langfristig , Messung , Probe , Sachschaden , Straßenbau , Unterhaltung , Wachstum
Freie Schlagwörter (Englisch): Long term , Development , Vegetation , Rural road , Road construction , Health , Evaluation (assessment) , Research report , Germany , Damage , Measurement , Sample (mater) , Maintenance , Construction
Collection 1: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 15 Umwelt
Collection 2: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 50 Bauarbeiten
Institut: Abteilung Straßenverkehrstechnik
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft, Veterinärmedizin
Dokumentart: Report (Bericht)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe V: Verkehrstechnik
Bandnummer: 158
ISBN: 978-3-86509-697-5
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 03.08.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Der Schlussbericht des vorliegenden Forschungsvorhabens beschreibt eine BASt-Langzeitbeobachtung über 16 Jahre an drei Alleeabschnitten im Bundesland Brandenburg, in denen in den Jahren 1992 beziehungsweise 1993 und 2000 Straßenbaumaßnahmen durchgeführt wurden. Das Untersuchungskonzept baut auf den Ergebnissen und Erfahrungen einer externen Voruntersuchung auf, die in den Jahren 1992 bis 1997 an den gleichen Alleeabschnitten durchgeführt wurde, aber wegen des kurzen Untersuchungszeitraumes zu keinen gesicherten Erkenntnissen führte. Das Konzept der Voruntersuchung wurde im Wesentlichen übernommen, aber in Teilen verändert und im Umfang reduziert. Untersuchungen, die zu keinem Ergebnis geführt hatten, wurden nicht wiederholt. Die abschließenden Aussagen des nun vorliegenden Schlußberichtes stützen sich vor allem auf zwei Untersuchungsparameter: Die Messung der jährlichen Wipfeltriebzuwächse und die optische Vitalitätsbeurteilung nach dem Kronenbild. Beide Verfahren führten tendenziell zum gleichen Ergebnis. Das Ergebnis der Untersuchung kann in drei Kernaussagen zusammengefasst werden: Alle beprobten Bäume befinden sich am Ende des Beobachtungszeitraumes in einem schlechteren Vitalitätszustand als zu Anfang. Alle Untersuchungsbäume befinden sich in einem schlechteren Vitalitätszustand als die Referenzbäume. Der Vitalitätsunterschied zwischen Untersuchungsbäumen und Referenzbäumen ist mit zunehmender Dauer immer größer geworden. Am weitesten fortgeschritten ist die Vitalitätseinbuße bei den Ahornen. Drei Untersuchungsbäume sind bereits abgängig. Die Auswertung der Wipfeltriebmessung zeigt gegenüber der Kronenbildbeurteilung ein leicht positiveres Ergebnis. Eschen und Linden befinden sich danach am Ende der Untersuchung in etwa in dem gleichen Vitalitätszustand wie zu Beginn. Bei den Ahornen bestätigt sich aber der beschriebene Abwärtstrend. Eine genaue Zuordnung der Ursachen für den Vitalitätsverlust der beobachteten Bäume zur Baumaßnahme – wie etwa bei einem Forschungsvorhaben mit vorwiegend technischem Hintergrund – kann wie erwartet bei der Beurteilung dieser komplexen biologischen Vorgänge nicht erfolgen. Statistisch signifikante Einflüsse sind nicht erkennbar. Lediglich bei den Ahornen an der Bundesstraße 102, an der während des Untersuchungszeitraumes eine Baumaßnahme im Jahr 1993 und eine im Jahr 2000 stattfand, muß nach vernünftigen Überlegungen die Auswirkung der Baumaßnahme für den jetzigen, sehr schlechten Vitalitätszustand der Bäume mitverantwortlich gemacht werden. Straßenbäume haben gegenüber Waldbestandesbäumen oder solitär stehenden Wiesenbäumen einen ohnehin suboptimalen Standort. Sie sind durch den Verkehr- und den Straßenbetriebsdienst einem Stress ausgesetzt, der ihre Lebensdauer gegenüber "normalen" Bäumen deutlich einschränkt. Der Einfluss von Verkehrsdichte, Schwerverkehr, Anfahrschäden, Bodenverdichtungen und Tausalzen ist seit der Wiedervereinigung überproportional angestiegen. Obwohl der Untersuchungszeitraum für die sichtbare Reaktion eines Baumes auf Standortverschlechterungen noch relativ kurz ist, ist es vertretbar, das Projekt abzuschließen. Die Deutlichkeit der schon im Jahre 2000 sichtbaren Tendenzen und Trends hat sich weiter gesteigert und die im Zwischenbericht noch mit allem gebotenen Vorbehalt beschriebenen und interpretierten Ergebnisse haben sich weitgehend bestätigt. Für die Zukunft wird eine Weiterbeobachtung der Bäume empfohlen. Im Abstand von fünf Jahren sollten noch mindestens zwei Vitalitätseinschätzungen nach dem Kronenbild durchgeführt werden um den weiteren Vitalitätsverlauf zu dokumentieren. Diese Verfahren ist kostengünstig und wenig aufwändig.
Kurzfassung auf Englisch: The final report of the present research project describes a long term BASt observation exercise over a period of 16 years on three avenue sections in the federal state of Brandenburg, where road construction measures were conducted in 1992, 1993 and 2000. The investigation concept is based on the results and experiences of an external preliminary investigation which was conducted from 1992 to 1997 on the same avenue sections, but which did not lead to any conclusive findings due to the short investigation period. Essentially, the concept of the preliminary investigation was adopted but changed in parts and its scope was reduced. Investigations that did not lead to a result were not repeated. The final statements of the presently available concluding report are based on two investigation parameters in particular: The measurement of the annual increase in the growth of treetops and the optical assessment of vitality according to the crown image. Both procedures showed a tendency towards the same results. The results of the investigation can be summarised in three core statements: All trees taken as samples were found in a worse vitality condition at the end of the observation period than at the beginning. All investigated trees are in a worse vitality condition than the reference trees. The difference in vitality between the investigated trees and the reference trees increased the longer the duration. The loss of vitality is most prominent in maple trees. Three investigated trees are already deteriorating. The evaluation of the measurement of the growth of treetops shows a slightly more positive result than the assessment of the crown image. Ash trees and linden trees were more or less in the same vitality condition at the end of the investigation as at the beginning. However, the downwards trend described is confirmed in the case of the maple trees. As expected, an exact concurrence of the causes for the loss of vitality in the observed trees with the construction measure – such as, for example, in the case of a research project that has a mainly technical background – cannot take place when assessing these complex biological processes. Statistically significant influences cannot be found. It is only in the case of the maple trees on Bundesstraße (federal trunk road) 102, where a construction measure took place in 1993 and one in 2000 during the investigation period, that, based on a reasonable evaluation, the effects of the construction measures can be seen as jointly responsible for the now very bad vitality conditions of the trees. Compared to trees in forests or solitary trees on meadows, trees on roads are not optimally placed anyway. They are exposed to a degree of stress through traffic and road maintenance services, which clearly limits their life compared to "normal" trees. The influence of traffic density, heavy traffic, collision damage, soil compaction and de-icing salts has grown beyond proportions since reunification. Although the investigation period is still relatively short for the visible reaction of a tree to deterioration in the location, it is feasible to end the project. The obviousness of the tendencies and trends already visible in 2000 has increased further and the results described and interpreted in the interim report with all reservations, have been confirmed to a great extent. Further observation of the trees is recommended in future. After an interval of five years, at least two more vitality estimates should be conducted based on the crown image to document the further progress in the area of vitality. This procedure is cost effective and not very laborious.