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Buch (Monographie) zugänglich unter
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Untersuchungen zum Fahrerverhalten bei Rechts-vor-Links-Regelung in Tempo 30-Zonen

Kockelke, Wilhelm

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Fahrer , Geschwindigkeitsbeschränkung , Richtlinien , Verhalten , Verkehrsbeschränkung , Vorfahrt , Vorrang
Freie Schlagwörter (Englisch): Behaviour , Driver , Priority (gen) , Priority (traffic) , Specifications , Speed limit , Traffic restraint
Collection 1: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 83 Unfall und Mensch
Collection 2: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 73 Verkehrsregelung
Institut: Abteilung Straßenverkehrstechnik
DDC-Sachgruppe: Ingenieurwissenschaften
Dokumentart: Buch (Monographie)
Schriftenreihe: Forschungsberichte der Bundesanstalt für Straßenwesen
Bandnummer: 236
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 1991
Publikationsdatum: 28.05.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Durch die Rechts-vor-Links-Regelung wird in Tempo 30-Zonen eine Dämpfung der Geschwindigkeiten und eine Verstetigung der Fahrtverläufe erwartet.Ziel der Studie war es, durch Messungen zu überprüfen, ob und in welchem Umfang sich derartige Effekte im praktischen Fahrverhalten in Tempo 30-Zonen eingestellt haben. Dazu wurden unter Einsatz eines Laser-Radar-Gerätes die Fahrtverläufe von 500 Fahrzeugen in drei Tempo-30-Zonen hinsichtlich ihres Verzögerungsverhaltens an Knotenpunkten untersucht und mit dem Geschwindigkeitsniveau auf der freien Strecke verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass das Fahrverhalten in der Praxis überwiegend nicht mit den Zielvorstellungen übereinstimmt, die an die Regelung geknüpft sind, das heißt eine gebietsweit ausstrahlende, geschwindigkeitsdämpfende Wirkung der Knoten war nicht festzustellen. Auf der freien Strecke war in den untersuchten Zonen (Stadtrandlage, Einfamilienhausbebauung) ein relativ hohes Geschwindigkeitsniveau mit Mittelwerten von 39 bis 43 km/h anzutreffen (V85 = 47-52 km/h). An den Knoten war ein sehr uneinheitliches Geschwindigkeitsverhalten zu beobachten: an aufgepflasterten Knoten wurde die Geschwindigkeit auf etwa 24 km/h herabgesetzt, während an Knoten ohne Maßnahmen wesentlich geringere Dämpfungen registriert wurden. Der Mittelwert lag hier bei 37 km/h. Insbesondere an kleineren Einmündungen wurde unverändert durchgefahren, an deutlich erkennbaren Kreuzungen fand dagegen eine maßvolle Geschwindigkeitsreduktion (im Mittel um etwa 6 km/h) statt. In jedem Fall bleiben die Dämpfungseffekte überwiegend auf den Knotenbereich beschränkt, das heißt es wurde anschließend wieder beschleunigt. In der Bewertung der Ergebnisse wird deutlich, dass fahrdynamisch erzwungene, niedrige Knotengeschwindigkeiten große Unstetigkeiten im Fahrtverlauf verursachen und daher aus ökologischer Sicht ungünstig beurteilt werden müssen. Auf der anderen Seite sind die Fahrweisen an den nicht beachteten Knoten häufig als risikoreich einzustufen. Als Kompromiss wäre daher eine Senkung des Geschwindigkeitsniveaus auch auf der freien Strecke durch linienhaft wirkende Maßnahmen und eine Verbesserung der Erkennbarkeit der Knoten zum Beispiel durch optische Hilfsmittel anzustreben.
Kurzfassung auf Englisch: The right-of-way regulation for traffic coming from the right is expected to lower driving speeds and lead to a steadier traffic flow pattern in 30 km/h, speed limit zones. The study was undertaken with the objective of checking whether and to which extent these effects had actually come about in 30 km/h speed limit zones. For this purpose, measurements and observations of driving behaviours were carried out. By means of laser-radar measurements, the deceleration behaviour at junctions of 500 cars was observed in three 30 km/h speed limit zones and compared with the speed level on road sections permitting free flow of traffic. The results revealed that the driving behaviour as observed in these zones feil short of the expectations in respect of the right-of-way regulation for traffic coming from the right. That is to say that an area-wide speed reduction effect of the junctions was not found. On road sections enabling free flow of traffic, a relatively high speed level with mean values between 39 and 43 km/h (V85 = 47-52 km/h) was measured in the zones studied (city outskirts, one-family dwellings). The speed behaviour observed at junctions was not uniform: at junctions with speed breakers, the speeds were reduced to about 24 km/h, while at junctions without speed breaking measures considerably lower speed reduction effects were recorded. The mean value here amounts to 37 km/h. Especially at smaller T-junctions, cars did not even appear to reduce their speeds at all. At clearly identifiable junctions, the speeds were lowered to some measurable extent (by about 6 km/h on average). In any case, speed reduction effects were largely limited to the areas of the junctions proper, that is to say that cars accelerated again as soon as a junction was behind them. The evaluation of the results revealed that low junction speeds enforced by measures affecting driving dynamics are followed by unsteady speed and flow patterns. This must be rated as unfavourable from the viewpoint of ecology. At the junctions which were disregarded, drivers frequently were risky in their driving behaviour. A compromise solution might be an attempt at lowering the speed level also on road sections enabling free traffic flow by measures affecting speed reductions along the route and by improving the recognition of junctions, e.g., by optical aids.