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Buch (Monographie) zugänglich unter
URL: http://bast.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2015/1263/


Verhaltensbezogene Kennwerte zeitkritischer Fahrmanöver

Behaviour-related parameters in time-critical driving-situations

Powelleit, Matthias ; Muhrer, Elke ; Vollrath, Mark ; Henze, Roman ; Liesner, Louisa ; Pawellek, Torben

pdf-Format:
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Freie Schlagwörter (Deutsch): Aufmerksamkeit , Bremsung , Deutschland , Fahrer , Fahrsimulator , Fahrzeugführung , Forschungsbericht , Lenken (Fahrzeug) , Persönlichkeit , Reaktionsverhalten , Versuch , Zeit
Freie Schlagwörter (Englisch): Attention , Braking , Driver , Driving (veh) , Germany , Personality , Reaction (human) , Research report , Simulator (driving) , Steering (process) , Test , Time
Collection 1: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 83 Unfall und Mensch
Collection 2: BASt-Beiträge / ITRD Sachgebiete / 91 Fahrzeugkonstruktion
Institut: Sonstige
DDC-Sachgruppe: Ingenieurwissenschaften
Sonstige beteiligte Institution: Institut für Kraftfahrzeugtechnik (Braunschweig)
Dokumentart: Buch (Monographie)
Schriftenreihe: Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe F: Fahrzeugtechnik
Bandnummer: 100
ISBN: 978-3-95606-146-2
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 15.05.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Das wesentliche Ziel des Projekts war es, Kennwerte des Reaktionsverhaltens in sicherheitskritischen Situationen zu erheben. Weiter sollten Rahmenbedingungen für eine standardisierte Erhebung dieses Reaktionsverhaltens erarbeitet werden. Dies kann vor allem als Basis für die Auslegung und Untersuchung der Wirkung von Fahrerassistenzsystemen genutzt werden. Zu diesem Zweck wurden drei Untersuchungen in einem statischen Fahrsimulator durchgeführt, die sich vom Kontext (Stadt: 50 km/h, Landstraße: 100 km/h, Autobahn: 130 km/h) unterschieden. Zur Validierung fand ein vergleichbarer Realversuch im Stadtbereich statt. Dabei wurde jeweils der Einfluss der Umgebung, der Erwartung und von kognitiver Ablenkung auf die Art der Reaktion (Lenken, Bremsen, kombinierte Reaktionen) und die Reaktionszeiten untersucht. An der Untersuchung nahmen insgesamt 131 Fahrer im mittleren Altersbereich zwischen 20 und 40 Jahren teil wobei etwa die Hälfte weiblich war. In den kritischen Situationen tauchte entweder ein Fußgänger oder stehendes Fahrzeug plötzlich vor dem eigenen Fahrzeug auf oder ein Führungsfahrzeug bremste unerwartet stark. Beim Vergleich von Realfahrt und Simulator zeigte sich eine hohe Validität der Simulatorergebnisse. Die Wahl des Fahrmanövers hing maßgeblich von der zur Verfügung stehenden Zeit und dem Ausweichraum ab. Bremsreaktionszeiten lagen zwischen 1.0 (Stadt) und 1.1 (Autobahn) Sekunden, Lenkreaktionszeiten zwischen 0.7 (Stadt) und 1.3 (Autobahn) Sekunden. Bei der Folgefahrt verlängerte sich die Reaktionszeit um etwa 0.2-0.3 Sekunden. Ein Einfluss der kognitiven Ablenkung war nicht nachzuweisen. Dagegen fanden sich deutliche Lerneffekte, was zu einer Verkürzung der Reaktionen um 0.2-0.4 Sekunden führte. Aus den Ergebnissen lässt sich ein Set von 9 Situationen definieren, mit denen man unterschiedliche Arten von Reaktionen und die durch die situativen Bedingungen beeinflussten Reaktionszeiten untersuchen kann.
Kurzfassung auf Englisch: The main aim of the project was to provide typical values of reaction behavior in safety-critical situations in traffic. Additionally, test conditions were to be defined in order to enable a comparable examination of reaction behavior by other researchers. The results can be used to design and evaluate advanced driver assistance systems in standardized conditions. To this aim three driving simulator studies were conducted using a static simulator. Each of the studies used a different context (town: 50 km/h, rural road: 100 km/h, highway 130 km/h). For validation purposes a comparable study with a real car was done for the town context. In each of the studies the influence of the surrounding, expectations of the driver and of cognitive distraction was examined with regard to the type of reaction (steering, braking, combined reaction) and reaction times. N = 131 participants were between 20 to 40 years of age. About half of them were female. In the critical situations, either a pedestrian or a standing car suddenly appeared in some distance of the own, moving car. In an additional situation a lead car suddenly braked. Comparing simulator and real driving showed a high validity of the simulator results. The type of reaction depended on the time left to react and the available space. Brake reaction times were between 1.0 s (town) and 1.3 s (highway). Steering reaction times were between 0.7s (town) and 1.1s (highway). Reaction time during car following were about 0.2-0.3 s slower. There was no effect of cognitive distraction. However, there were strong learning effects leading to reaction times which were between 0.2-0.4s shorter. From the results, a set of 9 situations is defined which can be used to examine different reaction types and reaction times depending on relevant situational characteristics.